16. Januar 201416:35

Neues Leben im alten Holzhafen

Die Stiftung Lebensraum Elbe (SLE) will den ökologischen Zustand des Holzhafens in Hamburg verbessern. Dazu wird in diesen Tagen das steinerne Ufer-Deckwerk auf rund 250 Metern Länge beseitigt – auf der Elbinsel Kaltehofe nördlich der Wasserbecken.

Die Bauarbeiten beginnen morgen und enden Ende Februar. Die Baukosten werden rund 250.000 Euro betragen. Das Deckwerk wird mit Hilfe eines Schwimmbaggers entfernt, der das Material zum Abtransport auf Schuten lädt. Die Baggerarbeiten sind schwierig, weil das angrenzende Watt bei Niedrigwasser trocken fällt.

Der Holzhafen ist Teil der Billwerder Bucht und heute ein wichtiges Rast- und Nahrungsgebiet für verschiedene Vogelarten wie Löffelenten oder Brandgänse. Wo in den vergangenen Jahrhunderten Holzstämme geflößt und auf Schiffe verladen wurden, hat sich mittlerweile ein ausgedehntes Süßwasser-Watt entwickelt. Allerdings sind die Ufer des Holzhafens derzeit auf weiten Strecken mit Deckwerken aus Steinen und Schlacke gegen die Kräfte des Wassers geschützt. Eine natürliche Besiedlung des Ufers ist dadurch nicht möglich. Darum soll nun auf 250 Metern das Deckwerk zurückgebaut werden. Dieses ist heute überflüssig, da der Holzhafen durch das Sperrwerk Billwerder Bucht vor Hochwasser geschützt ist.

Nach dem Rückbau werden die unbefestigten Böschungsabschnitte Wellen und Strömungen der Gezeiten ausgesetzt sein. So kann sich wieder ein natürlicheres Ufer entwickeln und es entstehen mögliche Standorte für den selten gewordenen Schierlings-Wasserfenchel. Hier können sogenannte Trittstein-Biotope entstehen, die einer weiteren Ausbreitung dieser vom Aussterben bedrohten Art dienen. Der Schierlings-Wasserfenchel kommt weltweit ausschließlich im Süßwasserbereich der Tideelbe vor.

Die 2010 gegründete Stiftung Lebensraum Elbe soll zur Verbesserung des ökologischen Zustands der 148 Kilometer langen Tideelbe beitragen. Dafür erhält sie jährlich vier Prozent des Hamburger Hafengeldes. Die Stiftung führt selbst Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung durch, fördert aber auch Maßnahmen anderer Projektträger.


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