20. März 201415:37

Mitgliederversammlung des ZVDS am 19. März 2014 in Hamburg

Die Mitgliederversammlung des Zentralverband Deutscher Schiffsmakler e.V. (ZVDS) sieht fehlende Investitionen in die Infrastruktur als Wachstumshemmnis und fordert eine höhere LKW-Maut zur Finanzierung von Verkehrsprojekten.

„Die Schiffe werden immer größer und zwar unabhängig davon, ob es rechtliche Einwände gegen Infrastrukturprojekte gibt oder nicht.“, so fasst der ZVDS-Vorsitzende, Christian Koopmann, die gegenwärtige Lage in seiner Begrüßungsrede anlässlich der diesjährigen Mitgliederversammlung des Zentralverband Deutscher Schiffsmakler e.V. in Hamburg zusammen. Für den ZVDS ist der Ausbau von Wasserstraßen und Hinterlandanbindungen ein echtes Marktbedürfnis. Kommt es zu weiteren Verzögerungen, so wird dies die Anstrengungen der Schiffsmakler, Verkehre anzuziehen und Vertrauen bei den Reedereien für die deutschen Häfen aufzubauen, zunichte machen.

Koopmann weiter: „Bei der derzeitigen Situation des Bundeshaushaltes scheidet die notwendige Erhöhung des steuerfinanzierten Anteils wohl aus. Da bleibt als einziger realistischer Weg nur die Ausweitung der LKW-Maut. So ehrlich sollte man sein.“ Der ZVDS hat die Idee der Ausweitung der LKWMaut stets unterstützt, auch um Nachteile für die Schifffahrt, welche sich nach der Einführung der SECA-Gebiete zum 1. Januar 2015 durch höhere Treibstoffkosten ergeben, auszugleichen und um daraus resultierende Güterverlagerungen zu vermeiden. Das kann auch ein Anreiz für den Anlauf kleinerer Häfen sein sowie für den Transport per Schiff überhaupt.

Aber nicht nur die Infrastruktur bereitet den Schiffsmaklern Sorge, sondern auch die zunehmende Bürokratie. Koopmann abschließend: „Leider müssen wir feststellen, dass immer mehr Aufgaben auf die Makler und Agenten, insbesondere im Zollrecht, abgewälzt werden, obwohl dies oftmals nicht in deren Verantwortungsbereich liegt. Zudem ist es sehr schwierig, von deutschen Behörden belastbare Aussagen in englischer Sprache zu erhalten. Hier sind die Behörden an anderen europäischen Standorten flexibler.“

Mit der Wahl von Jan Wollschläger (Frachtcontor Junge & Co. GmbH, Wilhelmshaven) wurde der Vorstand wieder komplettiert.

Als Gastredner wird der Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Axel Schimpf erwartet, der den rd. 100 Teilnehmern über die Herausforderungen berichtet, welche mit dem Einsatz der Deutschen Marine zur Sicherung der Seefahrtswege verbunden sind. Des Weiteren wird der Staatssekretär Dr. Frank Nägele, Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie des Landes Schleswig-Holstein in seinem Grußwort die maritime Politik Schleswig-Holsteins vorstellen.

Bereits einige Stunden zuvor trafen sich die Mitglieder der Vereinigung Hamburger Schiffsmakler und Schiffsagenten e.V. (VHSS) zu ihrer Mitgliederversammlung und berieten sich über die aktuellen Themen, wie z.B. die Abfertigungsprobleme bei den Container-Terminals sowie die Folgen der Freizonenauflösung.

 

Der im Jahr 1918 gegründete Zentralverband Deutscher Schiffsmakler e.V. (ZVDS) vertritt als nationale Branchenorganisation die Interessen der Schiffsmakler und Linienagenten in Deutschland. Die VHSS e.V. ist mit rund 170 Mitgliedern die größte regionale Schiffsmaklervereinigung Deutschlands. Bundesweit existieren derzeit zehn örtliche Maklerverbände mit insgesamt rund 315 Mitgliedern. Diese Regionalverbände gehören als Mitglieder dem ZVDS an, der die Interessen der Schiffsmakler auf nationaler und auch auf europäischer und weltweiter Ebene vertritt. Für Rückfragen steht Ihnen der Geschäftsführer des ZVDS, Dr. Alexander Geisler, unter der Rufnummer 040/326082 gern zur Verfügung.