11. August 201413:45

Mit HILDE mehr Güter auf die Elbschiene

Halbzeitbilanz im Güterverkehrsprojekt zwischen Hamburg und Sachsen

42 Prozent der sächsischen Exporte (2012: 31,6 Mrd. Euro) werden primär über den Seeweg abgewickelt. Dabei ist der Hamburger Hafen für die verladende Wirtschaft Sachsens die wichtigste Drehscheibe im Außenhandel. Mit 145.000 Containern ist der Freistaat Sachsen unter den neuen Ländern der aufkommensstärkste Handelspartner des Seehafens. Umgekehrt ist Sachsen für Hamburg begehrtes „Hinterland“ mit Knoten- und Verteilfunktion nach Süd-/Osteuropa.

Unter der Überschrift „Nachhaltige Transportlösungen für Wachstum gemeinsam gestalten“ haben die Hamburger Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation und das sächsische Wirtschaftsministerium zur Halbzeit von HILDE eine Broschüre herausgegeben, welche die Ergebnisse und mögliche Lösungsansätze sowie weitere Projekte aufzeigt, die in der zweiten Phase aufgegriffen werden. HILDE steht für „Hinterlandlösungen durch Effizienzsteigerungen zwischen Hamburg und Sachsen“. An dem Projekt beteiligt sind die Bundesländer Sachsen und Hamburg sowie Forschungseinrichtungen und Consulter aus beiden Bundesländern. Sie haben ein halbes Jahr Transportdaten gesammelt und analysiert sowie zahlreiche Verkehrsunternehmen befragt. Die Ergebnisse werden nun in weitere Untersuchungs- und Lösungsansätze münden.

Mit 70 Prozent Bahn- und 5 Prozent Binnenschiffsanteil am Containertransport zwischen dem Hamburger Hafen und dem Freistaat Sachsen erfolgt bereits heute ein erfreulich hoher Anteil durch die kostengünstigen und umweltfreundlichen Verkehrsträger. Allerdings sind angesichts der punktuell stark ausgelasteten Verkehrsinfrastruktur in diesem Transportkorridor Konzepte gefragt, die bei weiter steigendem Verkehrsaufkommen auf allen Strecken zusätzliche Lkw-Transporte vermeiden helfen.

Eine der Antworten des Projektteams auf die von den Initiatoren gemachten Vorgaben ist der geplante Aufbau einer Internetplattform, auf der Spediteure Informationen zu Verladekapazitäten auf Bahn und Schiff finden werden. Ein anderer Ansatz ist ein verstärktes Marketing für Bahn und Binnenschiff. Denn dies ist auch ein Ergebnis der Befragung: Viele Transporteure sind so Lkw-fixiert, dass ihnen die Alternativen weitgehend fremd sind. Fehlendes Wissen soll auch durch Anpassung der Ausbildungsinhalte für Speditionskaufleute ausgeglichen werden. Ein weiteres Handlungsfeld sind organisatorische Verbesserungen in der Transportkette, die durch Pilotprojekte angeregt werden sollen.

Mehr als 20 Güterzüge täglich und zwei Binnenschiffe pro Woche im Linienverkehr verbinden Sachsen und Hamburg. Dazu kommen zahlreiche Transitverkehre mit Quelle und Ziel in Südosteuropa. Ein Güterzug ersetzt bis zu 90 und ein Binnenschiff bis zu 108 Lkw. Bei zeitkritischen Waren kann dies der Lkw allerdings durch Schnelligkeit und Flexibilität wettmachen. Das Binnenschiff ist von schwankenden Wasserständen der Elbe betroffen. Die sächsischen Wirtschaftshäfen als trimodale Güterverkehrszentren werden ausgebaut, sodass sie die Kunden mit allen Verkehrsträgern trimodal bedienen können. Das Containerterminal im Hafen Riesa soll bis etwa 2017 ausgebaut werden.

„HILDE ist das Produkt gemeinsamer verkehrspolitischer Interessen: Steigende Waren- und Güterströme über den Seehafen ins Hinterland sind eine Herausforderung. Die Finanzressourcen sind endlich, so dass zum Ausbau der Verkehrsachsen intelligente Systeme gefragt sind. Diese sollen alle Verkehrsträger effektiv vernetzen und damit helfen, künftige „Nadelöhre“ zu verhindern. Deshalb ist HILDE langfristig angelegt und geht weit über die aktuelle Projektarbeit hinaus, “ erläutert Frank Horch, Präses der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation.

 

Rückfragen:

Pressestelle der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation

Susanne Meinecke

Tel.: 040-42841-2239

E-Mail: pressestelle@bwvi.hamburg.de

 

 

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