18. Mai 201512:14Wirtschaft

Mehr Seegüterumschlag für den Hamburger Hafen im ersten Quartal

Der Hamburger Hafen erreicht im ersten Quartal 2015 einen Gesamtumschlag von 35,6 Millionen Tonnen (+0,1 Prozent). Die stärksten Wachstumsträger waren der Massengutumschlag mit 11,7 Millionen Tonnen (+12,3 Prozent) und der Containertransport im Seehafenhinterlandverkehr auf der Schiene mit 602.000 TEU (+11,1 Prozent).

„Mit der Entwicklung im Seegüterumschlag im ersten Quartal 2015 können wir insgesamt zufrieden sein. Auch wenn ein leichter Rückgang beim Stückgutumschlag mit 23,9 Millionen Tonnen (-4,9 Prozent) die Freude etwas dämpfte, ist es das bisher beste erste Quartal in der Hafengeschichte“, betont Hafen Hamburg Marketing Vorstand Axel Mattern auf dem Quartalspressegespräch des Marketingvereins.

Der Massengutumschlag weist für Sauggut mit 2,7 Millionen Tonnen (+19,4 Prozent), Greifergut mit 5,5 Millionen Tonnen (+17,2 Prozent) und Flüssigladung mit 3,5 Millionen Tonnen (+1,3 Prozent) in allen drei Umschlagbereichen ein Wachstum auf. Mit 1,8 Millionen Tonnen (+64,1 Prozent) entwickelte sich der Kohleimport besonders stark. Auf der Exportseite trug mit 1,62 Millionen Tonnen (+44,0 Prozent) vor allem der Getreideumschlag zum sehr guten Gesamtergebnis bei.

Der Containerumschlag bleibt in den ersten drei Monaten des Jahres mit insgesamt 2,3 Millionen TEU (20-Fuß-Standardcontainer) unter dem starken Vorjahresergebnis, das mit einem Plus von 8,0 Prozent außergewöhnlich gut ausfiel. Der leichte Rückgang entspricht einem Minus von 2,3 Prozent. Zurückzuführen ist diese Entwicklung in erster Linie auf den Einbruch im Containerverkehr mit Russland. Im ersten Quartal wurden zwischen Hamburg und russischen Häfen an der Ostsee insgesamt 109.000 TEU transportiert. Das ist im Vergleich zum Vorjahresquartal ein Minus von 34,8 Prozent. Aus Sicht von Axel Mattern ist davon auszugehen, dass bei Rücknahme von Sanktionen und einer Erholung der russischen Wirtschaft der seeseitige Außenhandel über Hamburg wieder ansteigen wird. Sein Vorstandskollege Ingo Egloff weist darauf hin, dass der Hamburger Hafen in Nordeuropa die führende Drehscheibe für Containerverkehre mit der Ostseeregion ist und dass Hafen Hamburg Marketing die Ostseemärkte verstärkt bearbeitet. Die gute Verbundenheit mit der Region verdeutlichen auch die neuen Mitgliedschaften der Häfen Göteborg und Bronka im Marketingverein.

Überdurchschnittliches Wachstum beim Hinterlandverkehr

Der Containertransport im Hinterlandverkehr per Eisenbahn, Lkw und Binnenschiff entwickelt sich im ersten Quartal überdurchschnittlich gut und erreicht mit insgesamt 1,5 Millionen TEU ein Plus von 7,3 Prozent. „Wir sind nicht umsonst Europas führender Eisenbahnhafen und sollten mit intelligenten Transportkonzepten Stausituationen beim Zu- und Ablaufverkehr des Hamburger Hafens möglichst vermeiden. Das geht zum Beispiel durch eine stärkere Nutzung der Eisenbahn im Seehafenhinterlandverkehr“, erläutert Egloff. Auf dem Netz der Hamburger Hafenbahn wurde in den ersten drei Monaten ein Güteraufkommen von insgesamt 11,4 Millionen Tonnen transportiert. Das ist ein Plus von 8,3 Prozent. Der Containertransport auf der Schiene erreichte mit einem Volumen von 602.000 TEU sogar ein Plus von 11,1 Prozent. Zukünftig soll die Bahninfrastruktur im Hafen noch effizienter genutzt werden. Dazu wird eine neutrale, übergeordnete Steuerung, das „Rail Operations Management“ die Koordination der Bahnverkehre übernehmen und die Prozessabläufe weiter optimieren. Terminalbetreiber, Hafenverwaltung und DB Netze wollen damit gemeinsam die Qualität und Effizienz des Hamburger Hafens als Teil der Lieferkette kontinuierlich erhöhen. „Gemeinsam mit den anderen Bundesländern im Norden werden wir uns in Berlin dafür einsetzen, dass im neuen Bundesverkehrswegeplan die Seehafenhinterlandverkehrswege auch volle Berücksichtigung finden. Nur eine leistungsfähige und intakte Infrastruktur sichert die Zu- und Ablaufverkehre der Seehäfen im Interesse der gesamten Volkswirtschaft. Deshalb hoffen wir auch auf eine positive Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig zur Umsetzung der Fahrrinnenanpassung von Unter- und Außenelbe in diesem Jahr“, betont Egloff.

Für die weitere Entwicklung von Hamburg als führenden Hafen- und Logistikstandort in Deutschland sind die Fahrrinnenanpassung sowie der Ausbau und die Modernisierung der Verkehrsinfrastruktur von größter Bedeutung. Leistungsfähige Verkehrsanbindungen sind die lebensnotwendigen Schlagadern im globalen Außenhandel. Die in Hamburg mit smartPORT begonnene intelligente Verzahnung und Nutzung der Verkehrs- und Ladungsdaten erleichtert die effiziente Steuerung multimodaler Transportketten. Die bessere Auslastung der vorhandenen Verkehrsinfrastruktur ermöglicht in Folge auch die Aufnahme und den Transport zusätzlicher Gütermengen.

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