• 24. November 2017
  • 17:31
  • Wirtschaft

Markterkundung in Vietnam

Senator Horch auf Markterkundung in Vietnam Delegationsreise mit Unternehmen der Metropolregion, Hafen Hamburg Marketing e.V. und Ostasiatischem Verein.
 
Die Freie und Hansestadt Hamburg unterhält traditionell gute Beziehungen nach Südostasien. Diese sind zuletzt durch persönliche Treffen im Kontext der Gespräche auf Ebene der Staats- und Regierungschefs beim G20 Gipfel in Hamburg vertieft geworden. Einen besonders intensiven Austausch hatte Senator Frank Horch mit Nguyen Xuan Phuc,  Premierminister von Vietnam. Dieser hat großes Interesse an der maritimen Kompetenz Hamburger Unternehmen gezeigt. Der Premierminister hat den Senator mit einer Delegation nach Vietnam eingeladen. Dieser Einladung folgt die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation nun gemeinsam mit Hafen Hamburg Marketing e.V. (HHM) und dem Ostasiatischen Verein (OAV) sowie Unternehmerinnen und Unternehmern aus der Metropolregion. Stationen der Reise vom 25.11.-2.12.2017 sind Hanoi, Hai Phong und Ho Chi Minh City. Geplant sind hochrangige Gespräche mit Entscheidern aus Politik und Wirtschaft. Senator Frank Horch: „Vietnam ist als eines der am schnellsten wachsenden Länder Südostasiens. Es verfügt über einen heimischen Markt von über 93 Millionen Menschen. Vietnam ist auch ein Drehkreuz für die Region. Besonders wichtig für die möglichen Kooperationen ist das Freihandelsabkommen EU-Vietnam (EVFTA). Das wird den Unternehmen auf beiden Seiten erhebliche neue Chancen eröffnen, indem der Marktzugang für Waren und Dienstleistungen gestärkt wird. Mit der Delegationsreise möchte ich die Chancen für Hamburg, insbesondere für den maritimen Bereich ausloten, und für die Wirtschaft als Türöffner fungieren.“
 
Vietnam erlebt seit der Öffnung der Wirtschaft 1986 ein asiatisches „Wirtschaftswunder“. Jährliche Wachstumsraten von sieben bis acht Prozent, ein hohes Maß an internationalen Handelsverbindungen, und immer weiter zunehmende ausländische Direktinvestitionen prägen den wirtschaftlichen Erfolg seit Langem. Darüber hinaus entwickelt sich auch der Hochtechnologiebereich in Vietnam sehr dynamisch. Insgesamt scheint das Land auf einem sehr guten Weg, das selbst gesteckte Ziel eine Industrienation bis 2020 zu sein, zu erreichen.
 
Mit der Wirtschaft Vietnams wächst  auch der Transportbedarf immer schneller. Heute importiert Vietnam noch die meisten Vorprodukte und exportiert die Enderzeugnisse. Das zwischen der EU und Vietnam geschlossene Freihandelsabkommen wird durch den Abbau von Zöllen die weitere Entwicklung positiv befördern. Vietnam arbeitet ebenfalls an der Verbesserung seiner Hafeninfrastruktur. Im Norden, in Hai Phong sollen zwei neue Containerterminals entstehen und der Tiefseehafen Lach Huyen soll ab 2018 Nordvietnam mit Europa verbinden. Im südlichen Ho Chi Minh City wird der Ausbau des Hafens ebenfalls vorangetrieben.
Zugleich zeigen sich große Herausforderungen – etwa durch die kritischen Hinterlandanbindungen der Häfen, durch fragmentierte Logistikzentren, durch Effizienzpotentiale beim Betrieb der Häfen und bei Logistikdienstleistungen. Dies sind alles Beispiele für mögliche Kooperationsfelder. 
 
Die maritime Industrie Vietnams verspricht ebenfalls großes Potential. Zunehmender Warenumschlag geht für die vietnamesische Regierung mit der Zielsetzung des Ausbaus der Verladekapazitäten um ca. 50% bis 2020 einher. Zwar hat der vietnamesische Schiffbau seit 2008 an Auftragsbestand und zur Verfügung stehender Finanzierung verloren, es werden dem Land aber gute Chancen zur Rückeroberung von Weltmarktanteilen zugesprochen. „Made in Germany“ ist auch hier angesehen. Das Interesse an deutscher Technologie ist vielschichtig – von Antriebstechnik über Navigationsgeräte, elektronische Ausrüstungen, Pumpen, Kräne, Steuerungssysteme bis hin zu Fragen der Automation/ Digitalisierung, um nur einige Beispiele zu nennen.  
 
In einem Land wie Vietnam wird sich überdies ablesen lassen, in welche Richtung sich die globalisierte Weltwirtschaft entwickeln könnte. Wird technologische Innovation zu einer dezentralen Verlagerung von Produktionsstätten zurück zu den Konsumenten führen? Wird also die zentrale Massenfabrikation in Asien auch zu Lasten der Logistikketten nach Europa zurückgehen und profitiert Europa dafür im Gegenzug von der Rückkehr der Produktionseinheiten? Diese, auch für den Hamburger Hafen zukunftsweisenden Fragen, sollen durch Besuche von südvietnamesischen Fabriken, die für europäische Sportartikelhersteller fertigen, erörtert werden. 
 

Pressekontakt

Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation
Pressestelle
Susanne Meinecke
Tel: (040) 428 41-2239
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