30. Januar 201415:51

Maritimes Frühstück 2014 in Berlin: Mit Konzept gemeinsam Zukunft gestalten

Ausgebucht: Über 60 Gäste beim fünften Maritimen Frühstück des Gesamtverbands Schleswig-Holsteinischer Häfen (GvSH) und der IHK Schleswig-Holstein in Berlin. Präsentation des Hafenentwicklungskonzepts vor Vertretern der neuen Bundesregierung. Dr. Frank Nägele, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie des Landes Schleswig-Holstein unterstreicht bundesweite Bedeutung der maritimen Wirtschaft. Alternative Schiffstreibstoffe und erforderliche Infrastrukturmaßnahmen sind die Herausforderungen der Zukunftsgestaltung. IHK Schleswig-Holstein fordert ausreichend Finanz- und Personalressourcen für schnellen Ausbau des Nord-Ostsee Kanals.

Mitglieder des Deutschen Bundestages sowie Vertreter aus Politik und maritimer Wirtschaft des Landes Schleswig-Holstein fanden heute zum Dialog und Informationsaustausch über aktuelle und zukünftige Themen der maritimen Branche zusammen. Zum fünften Maritimen Frühstück nutzten der GvSH und die IHK Schleswig-Holstein unter anderem die Chance, alten und neuen Mitgliedern des Parlamentes den politischen und wirtschaftlichen Status quo im Hinblick auf die maritimen Belange Schleswig-Holsteins zu präsentieren. Unter dem Motto „Gemeinsam Zukunft gestalten“, standen unter anderem das vom GvSH und dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie des Landes Schleswig-Holstein gemeinsam entwickelte Hafenentwicklungskonzept sowie die zukünftigen Herausforderungen der Branche im Zentrum der Aufmerksamkeit.

Dabei spielt der maritime Wirtschaftszweig des nördlichsten Bundeslandes über seine Grenzen hinaus eine bedeutende Rolle. Schleswig-Holstein ist das Bindeglied zu Skandinavien und die Logistikdrehscheibe zwischen Nord- und Ostsee. Auch im Jahr 2013 haben die Häfen erneut über 50 Millionen Tonnen Ladung umgeschlagen und bewegten über 15 Millionen Passagiere. Die Zahlen sind somit stabil und spiegeln den wichtigen Beitrag zur Wertschöpfung und Beschäftigung des Landes wider. Der Standort Schleswig-Holstein hat sich nach Hamburg und Bremen neben Niedersachsen als drittgrößte Universalhafengruppe positioniert.

Dr. Frank Nägele, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie des Landes Schleswig-Holstein erklärt: „Schleswig-Holstein ist maritim aufgrund der Lage und der Leistungen unserer Häfen und ihrer angebundenen Wirtschaft. Um dieser Bedeutung gerecht zu werden, ist mit dem Hafenentwicklungskonzept eine langfristige Basis geschaffen, auf der es gilt, gemeinsam definierte Maßnahmen auch gemeinsam zu realisieren.“ Dr. Nägele betonte zudem, dass es die Aufgabe der Politik sei, die Wirtschaft auf diesem Weg tatkräftig zu unterstützen: „Infrastrukturprojekte müssen auf unserer Agenda ebenso ganz oben stehen wie die Herausforderungen ab dem Jahr 2015.“ So wird ab 2015 der neue Schwefel-Grenzwert von 0,1% für die Schiffsverkehre in der Nord- und Ostsee, den SECAs, verpflichtend. In diesem Zusammenhang rufen GvSH und IHK Schleswig-Holstein die Bundesregierung auf, die richtigen Rahmenbedingungen für den Einsatz alternativer Schiffstreibstoffe zu schaffen.

Die Entwicklungspotenziale der einzelnen schleswig-holsteinischen Häfen bis zum Jahr 2025 stehen im Fokus des vorgestellten Hafenentwicklungskonzepts, das zugleich Empfehlungen ausspricht, wie diese Ziele erreicht werden können. Auf Basis einer umfangreichen Marktanalyse zeigt sich die Vielseitigkeit der Häfen Schleswig-Holsteins mit Fähr- und RoRo- Verkehr, Universalhäfen, On- und Offshore-Häfen, Kreuzfahrthäfen, Projektladungshäfen und Inselhäfen.

Der Vorstandsvorsitzende des GvSH, Frank Schnabel, fasst die Ergebnisse aus dem Hafenentwicklungskonzept zusammen: „Drei Szenarien bilden das Wachstum unserer Häfen bis zum Jahr 2025 ab. Orientieren wir uns an einem knapp dreiprozentigen Wachstum, hätten wir dann in 11 Jahren ein Gesamtumschlagsvolumen von über 70 Millionen Tonnen.“

Weiter verlieh der Hafenexperte der Notwendigkeit zum Ausbau der Verkehrsinfrastruktur Nachdruck: „Potenziale können nur ausgeschöpft werden, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Für unsere Häfen in ihrer Funktion als Drehscheibe für die Verkehrsströme in alle Welt ist eine reibungslose Anbindung das A und O.“ Vor diesem Hintergrund heben die Veranstalter unter den Verkehrsprojekten der Ahrensburger Liste insbesondere den Ausbau der Autobahnen A 7 und A 20 wie auch die Verbesserung des schienenbezogenen Hafenhinterlands hervor. Im Bereich der Wasserstraßen komme der Ertüchtigung und Anpassung des Nord-Ostsee Kanals allergrößte Bedeutung zu, sind sich die Veranstalter einig. Peter Michael Stein, Hauptgeschäftsführer der IHK Schleswig-Holstein erläutert, der Nord-Ostsee Kanal habe als meist befahrene künstliche Wasserstraße der Welt bundesweite Bedeutung. Die Anpassung der Oststrecke zwischen Königsförde und Kiel an die Bedürfnisse der modernen Schifffahrt mit immer größeren Schiffen sei neben dem Neubau der 5. Schleusenkammer in Brunsbüttel deshalb ein dringendes Handlungsfeld. Der kürzlich erlassene Planfeststellungsbeschluss für den Ausbau der Oststrecke des Nord-Ostsee-Kanals sei zwar ein bedeutender Teilerfolg, jedoch müssen nach den politischen Absichtserklärungen nun auch die Voraussetzungen für eine zügige Umsetzung der Pläne, geschaffen werden. Stein appelliert: „Wir brauchen für infrastrukturelle Schlüsselprojekte wie den Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals solide, langfristig ausgerichtete Finanzierungskonzepte. Daneben müssen aber auch die personellen Ressourcen zur Erfüllung komplexer Planungs- und Koordinierungsausgaben bereit gestellt werden.“

Das Maritime Frühstück 2014 fand am 30. Januar um 7:00 Uhr im Hotel The Ritz- Carlton in Berlin statt. Es diente der Information und dem Austausch zwischen Mitgliedern des Deutschen Bundestages sowie Vertretern aus Politik und maritimer Wirtschaft des Landes Schleswig-Holstein. Gastgeber waren der Gesamtverband Schleswig-Holsteinischer Häfen e.V. (GvSH) und die IHK Schleswig-Holstein.

 Ansprechpartner:

Frank Schnabel, Gesamtverband Schleswig-Holsteinischer Häfen e.V. Tel.: 04852/884-35

Dr. Martin Kruse, IHK Schleswig-Holstein Tel.: 0431/5194-297

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