25. Februar 201613:15Wirtschaft

Maritime Branche in Schleswig-Holstein unterstreicht ihre bundesweite Bedeutung als Logistikdrehschreibe

Gesamtverband Schleswig-Holsteinischer Häfen (GvSH) und IHK Schleswig-Holstein führen den maritimen Dialog mit Bundestagsabgeordneten in Berlin. Reinhard Meyer, Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie des Landes Schleswig-Holstein, hebt die Funktion des Landes als logistische Drehscheibe hervor. Die IHK Schleswig-Holstein betont den Stellenwert einer belastbaren Hafenhinterlandanbindung. Der GvSH präsentiert einen aktualisierten Forderungskatalog mit notwendigen Maßnahmen für eine erfolgreiche Hafenwirtschaft.

Bereits zum siebten Mal in jährlicher Folge trafen sich auf Einladung des GvSH und der IHK Schleswig-Holstein rund 60 Gäste, darunter 23 Bundestagsabgeordnete, zum frühmorgendlichen Dialog und Informationsaustausch im Grand Hyatt Hotel Berlin. Damit konnten die Veranstalter des Maritimen Frühstücks eine Rekordteilnehmerzahl vermelden. Insbesondere die hohe Anzahl an Bundestagsabgeordneten unterstrich das Interesse an der Veranstaltung.
 
Die maritime Branche und die Häfen sind integrale Bestandteile Schleswig-Holsteins. Ihre Betätigungsfelder reichen von der Seeschifffahrt über den Schiffbau und die Zulieferindustrie, die Meerestechnik, die maritime Forschung und Entwicklung bis hin zur Offshore-Windenergie. Sie ist jedoch nicht nur für Schleswig-Holstein von großer Bedeutung. Vielmehr kommt ihr auch eine tragende Rolle für die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu. Der deutsche Außenhandel und die Versorgung mit Rohstoffen wären ohne die maritime Branche und deren Häfen als logistische Drehschreibe und Wertschöpfungstreiber undenkbar.
 
Wirtschaftsminister Meyer erinnerte daran, dass Häfen nur als ein Gesamtsystem aus leistungsfähigen Umschlagseinrichtungen, guten Anbindungen und möglichst großen Industrieflächen funktionieren. In diesem Zusammenhang dankte er den Bundestagsabgeordneten für deren Engagement beim Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals. „Sie haben maßgeblich dazu beigetragen, dass etwa die Hälfte der notwendigen Baumaßnahmen von insgesamt rund anderthalb Milliarden Euro im Bundeshaushalt abgesichert wurde.“ Allerdings dürfe man jetzt nicht auf halber Strecke stehen bleiben, so Meyer, auch der Rest müsse in der Bundesverkehrswegeplanung und zu gegebener Zeit im Haushalt berücksichtigt werden.
 
Mit Blick auf die Entwicklung der schleswig-holsteinischen Umschlagszahlen im vergangenen Jahr sagte der Minister: „Auch wenn die Umschlagsmengen in den Häfen nach den ersten vorliegenden Daten im Jahr 2015 ein ähnliches Niveau haben wie 2014, so rechne ich mittel- und langfristig wieder mit deutlich wachsenden Zahlen, woraus sich auch weitere Ausbaubedarfe ergeben könnten.“ Er versicherte, dass die Landesregierung weiterhin bereit sei, mit Fördermitteln in den Ausbau der Hafeninfrastruktur zu investieren. Er sei in diesem Zusammenhang auch zuversichtlich, dass die komplizierten und teils bremsenden EU-Beihilfenkontrollen Anfang 2017 wieder reibungsloser laufen, wenn die geplante Erweiterung der so genannten Gruppenfreistellungsverordnung umgesetzt sei.
 
Von großer Bedeutung für das Land und den Standort Brunsbüttel sei zudem das Thema LNG als wichtigster Schiffstreibstoff der Zukunft. „Es ist bundesweit von Interesse, durch den Bau eines nationalen LNG-Importterminals die Abhängigkeit von Importen zu verringern. Brunsbüttel, am Schnittpunkt der Welt-Wasserstraßen Elbe und Nord-Ostsee-Kanal ist hierfür der logischste Standort“, sagte Meyer.
 
Peter Michael Stein, Hauptgeschäftsführer der IHK Schleswig-Holstein, setzt sich für den Erhalt und der Ausbau der Infrastruktur in Schleswig-Holstein ein: „Es ist die zentrale Herausforderung der kommenden Jahre, unsere Infrastruktur – insbesondere für den maritimen Bereich – fit für die Zukunft zu machen.“ Die maritime Branche habe eine tragende Aufgabe für die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands, so Stein. Die Häfen und die Schifffahrt gewährleisteten den Warenaustausch unserer außenhandelsorientierten Wirtschaft. Stein appelliert an die Abgeordneten, die erforderlichen Infrastrukturmaßnahmen wie den Weiterbau der A 20 mit der festen Unterelbquerung sowie die Sanierungs- und Ausbaumaßnahmen des Nord-Ostsee-Kanals und der Schleusen ganz oben auf die politische Agenda zu setzen. „Eine starke maritime Branche – technologisch wie logistisch – benötigt die richtigen politischen Rahmenbedingungen!“
 
Frank Schnabel, Vorstandsvorsitzender des GvSH, verwies hinsichtlich der großen Vielfältigkeit der schleswig-holsteinischen Seehäfen auf deren Leistungsfähigkeit sowie Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Deutschland. „Mit Blick auf unsere Häfen sind wir gut und vor allem breit aufgestellt. Ob RoRo-Häfen, Universalhäfen, Stückgut- und Schwerlasthäfen, Offshorehäfen, Inselversorgungshäfen, Fischerei- oder Tourismushäfen. Durch die Vielseitigkeit der Hafenstandorte an Ost- und Westküste werden Güter jeglicher Art in unseren Häfen umgeschlagen. Die Häfen haben sich dadurch zu Knotenpunkten im internationalen Handel entwickelt, wodurch auch die Wettbewerbsfähigkeit der angebundenen Wirtschaftsräume gesteigert wird.“ Den Blick in die Zukunft gerichtet führt Schnabel weiter aus: „Damit unsere Häfen auch langfristig wettbewerbsfähig sind, müssen rechtzeitig die Weichen gestellt werden!“ Schnabel präsentierte im Zuge dessen den aktualisierten und fortgeschriebenen Forderungskatalog des GvSH, der aus Sicht des Verbandes die dringlichsten Handlungsforderungen aus den Themenfeldern „Hafenhinterlandanbindungen und Hafeninfrastruktur“, „umweltrelevante Maßnahmen“ sowie „Genehmigungsverfahren“ für die Häfen Schleswig-Holsteins aufzeigt. „Wir haben durch eine Priorisierung der vordringlichsten Themen die Voraussetzung für zügiges politisches und konkretes Handeln geschaffen. Nun muss die Umsetzung folgen“, erläutert Schnabel die Entwicklung des Forderungskatalogs.
Insbesondere im Themenfeld „Hafenhinterlandanbindung und Hafeninfrastruktur“, fordert der Verband die Umsetzung von bedeutenden Infrastrukturmaßnahmen, verteilt auf wasserseitige Baumaßnahmen sowie die Optimierung bestimmter Schienen- und Straßenanbindungen.Der gesamte Forderungskatalog ist auf der Homepage des GvSH (www.haefen-sh.de) abrufbar.     
 
Das Maritime Frühstück 2016 fand am 24. Februar um 7:00 Uhr im Hotel Grand Hyatt Berlin statt. Es diente der Information und dem Austausch zwischen Mitgliedern des Deutschen Bundestages sowie Vertretern aus Politik und maritimer Wirtschaft des Landes Schleswig-Holstein über Rolle, Rahmenbedingungen und Herausforderungen der schleswig-holsteinischen Häfen und des maritimen Sektors als Wirtschafts- und Jobmotor. Gastgeber waren der Gesamtverband Schleswig-Holsteinischer Häfen e.V. (GvSH) und die IHK Schleswig-Holstein.


 

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