24. März 201410:59

Logistikregion Unterelbe vertieft Kooperation mit der Region Oberelbe

Die Sächsischen Binnenhäfen Oberelbe GmbH (SBO) und die Brunsbüttel Ports GmbH unterzeichneten heute anlässlich eines Arbeitstreffens in Hamburg eine neue Kooperationsvereinbarung. Die Elbe verbindet als Wasserstraße die Oberelberegion mit der Unterelberegion. Per Binnenschiff erfolgen Gütertransporte zwischen den sächsischen Binnenhäfen, dem Hamburger Hafen und dem Hafen Brunsbüttel. Für die stetig wachsenden Gütermengen im Hinterlandverkehr des Hamburger Hafens bietet das Binnenschiff für den Transport von Massen- und Stückgut große Entwicklungspotenziale. Die Unterelbe-Oberelbe Hafenkooperation hat sich das Ziel gesetzt, den Anteil der Binnenschiffstransporte zu steigern und gemeinsame Transport- und Logistikkonzepte gegenüber der Industrie und Verladern zu vermarkten.

Hafen Hamburg Marketing e.V. unterstützt als Marketingorganisation des Hamburger Hafens die Mitgliedsunternehmen Brunsbüttel Ports und Sächsische Binnenhäfen Oberelbe bei ihren Vorhaben. Das Binnenschiff stärker in multimodalen Transport- und Logistikketten einzusetzen bringt mehr Ladung und Beschäftigung an den Hafenstandorten an Unter- und Oberelbe. Beide Regionen sind auf Grund ihrer guten Infrastruktur bestens für Umschlag- und Logistikleistungen aufgestellt. Angesichts des enormen Potentials dieser Regionen sollen durch die Hafenkooperation die Verbindungen zur verladenden Wirtschaft noch enger verzahnt werden und die seit 2009 bestehende Vereinbarung zwischen Unter- und Oberelbehäfen erweitert werden.

„Die Binnenhäfen an der Oberelbe sind ein wichtiger Standortfaktor für Industrie und Handel in unserer Region. Die Elbe verbindet unsere Region zum einen mit dem Hafen Hamburg, unserem Tor zur Welt, und andererseits mit unserem Kooperationspartner Brunsbüttel Ports an der Unterelbe. Hier bieten sich vor allem für Spezialsegmente, z.B. für den Windenergieanlagen-Bereich, gute Entwicklungsperspektiven“, betont Dipl.-Ing. Heiko Loroff, Geschäftsführer der Sächsischen Binnenhäfen Oberelbe GmbH und Geschäftsführer der Cesko-sake pristavy s.r.o., und ergänzt: „In diesem Zusammenhang fordern wir auch die nachhaltige Unterhaltung der Wasserstraßen zwischen der Region Unterelbe/Hamburg und der mitteldeutschen Kernregion, um die Potentiale der prosperierenden Wirtschaftsräume entlang der Elbe mit einer bedarfsgerechten Infrastruktur zu stärken. Das Binnenschiff sollte als umweltfreundlicher Verkehrsträger einen größeren Anteil am Gesamt-Transportvolumen einnehmen.“

Frank Schnabel, Geschäftsführer Brunsbüttel Ports bestätigt: „Die beiden Wirtschaftsregionen Unter- und Oberelbe haben in Kombination mit der direkten Anbindung an den Überseehafen Hamburg mit seinen weltweiten Linienverbindungen beste Voraussetzungen zur Umsetzung eigener Transport- und Logistikkonzepte. Wir freuen uns über die Fortsetzung der Kooperation mit der SBO und werden unsere guten Geschäftsbeziehungen in diese Region im Rahmen der neuen Kooperationsvereinbarung intensivieren und ausbauen.“

Die Logistikregion an der Oberelbe spielt aufgrund der verkehrsträgerübergreifenden Anbindung an das Wasser-, Schienen- und Straßennetz eine bedeutende Rolle im Hinterland des Hamburger Hafens. Binnenschiffe mit Stückgut, Anlagenkomponenten und Massengütern auf der Elbe, tägliche Güterzugverbindungen aus Dresden und Riesa sowie das gut ausgebaute Autobahn- und Fernstraßennetz verbinden die Region schnell und zuverlässig mit Hamburg und der Unterelbe-Region. Wichtigster Verkehrsträger im Containerverkehr ist die Bahn. Allein zwischen den Inlandsterminals in Sachsen und dem Hamburger Hafen verkehren wöchentlich nahezu 60 Containerzüge. Aus der Oberelbe-Region werden vor allem Waren aus dem Bereich chemische Industrie, Maschinenbau und Automotive nach Hamburg transportiert. In umgekehrter Richtung spielen Verbrauchsgüter die größte Rolle.

An der Unterelbe ist vor allem der Elbehafen Brunsbüttel mit seiner strategisch günstigen Lage an der Elbmündung und dem Eingang zum Nord-Ostsee-Kanal mit Umschlaganlagen sowohl für Massengut als auch für Projektladung von großer Bedeutung. Jährlich werden in den Brunsbütteler Häfen deutlich über 10 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen. Der Elbehafen Brunsbüttel ist ein hochflexibler Universalhafen mit einem Tiefgang von bis zu 14,80 m. Durch den trimodalen Terminalanschluss werden optimale Transportverbindungen mit den Verkehrsträgern LKW, Bahn, Seeschiff und Binnenschiff gewährleistet. Die Brunsbüttel Ports ist Teil der SCHRAMM group, die unter anderem auch eigene Binnenschiffe betreibt.

Um die Zusammenarbeit zwischen den beiden Hafenregionen an der Unterelbe und Oberelbe weiter zu entwickeln, wurde jetzt im Rahmen eines Arbeitstreffens in Hamburg die Fortsetzung der 2009 begonnenen Zusammenarbeit vereinbart. Neben Projektladungen aus der Region Oberelbe, die per Binnenschiff nach Brunsbüttel transportiert werden, sind für die Elbe-Partner auch weitere Transport- und Logistikprojekte denkbar. Zu den Binnenhäfen der SBO-Gruppe gehören die Häfen Roßlau, Torgau, Riesa und Dresden sowie Decin und Lovosice in Tschechien. Die erfolgreiche Kooperation ist u.a. das Ergebnis einer intensiven Netzwerktätigkeit von Mitgliedern des Hafen Hamburg Marketing e.V. und wurde durch den Verein unterstützt und begleitet.

„Für die Häfen an der Elbe ergibt sich durch die Zusammenarbeit eine ganze Reihe von Vorteilen. Vor allem können sie Synergien nutzen und gegenüber der Wirtschaft gemeinsame Transportketten und Logistikprojekte anbieten“, sagt Stefan Kunze, Leiter der Hafen Hamburg Marketing e.V. Repräsentanz in Dresden und zweiter Vorsitzender der Elbe Allianz e.V. Hafen Hamburg Marketing pflegt in der Region die Kontakte zu nahezu allen Unternehmen, die seeseitigen Außenhandel betreiben oder entsprechende Transportketten organisieren und steuern, zu Verbänden, Institutionen und Behörden und engagiert sich in Interessenverbänden zur Förderung der Binnenschifffahrt auf der Elbe, wie z.B. der Elbe Allianz e.V.