• 04. Februar 2021
  • 08:01
  • Wirtschaft

Konjunkturprognose Bayern: Trotz Wachstums wird 2021 Vorkrisenniveau nicht erreicht

Die Corona-Krise hat zu einer tiefen Rezession in der bayerischen Wirtschaft geführt. Nachdem sich die konjunkturelle Erholung bereits im Spätsommer 2020 verlangsamte, bremsten der Teil-Lockdown im November sowie die verschärften Einschränkungen über die Weihnachtszeit die Konjunktur zusätzlich. Das berichtet HHM-Repräsentant Jürgen Behrens, Leiter der Repräsentanz in München. 

Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) sagt für 2021 ein Wachstum des bayerischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) um drei Prozent voraus. Nach einem Rückgang von 6,5 Prozent im Jahr 2020 wird damit das Vorkrisenniveau zum Jahresende 2021 noch nicht wieder erreicht sein. Prognosen der BayernLB liegen im gleichen Bereich. Vor Ende 2022 sei das Vorkrisenniveau im exportstarken Bundesland wohl nicht zu erreichen, sind sich die Experten einig.
Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.: „Mit den veröffentlichten Novemberzahlen können wir ein erstes vorläufiges Fazit des Jahres 2020 zu den Außenhandelszahlen ziehen – und für die bayerische Wirtschaft sieht es erschreckend aus. Zu all unseren wichtigsten Handelspartnern haben wir von Januar bis November 2020 signifikant weniger exportiert als im Vorjahreszeitraum.“ So nahmen die Exporte in die USA um 20,5 Prozent ab und in das Vereinigte Königreich um 19,4 Prozent. Nach Frankreich beläuft sich das Exportminus auf 15,8 Prozent und nach Italien sowie Österreich jeweils auf 15,6 Prozent. Nach China, dem wichtigsten asiatischen Absatzmarkt, liegt der Exportrückgang in den ersten elf Monaten 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum bei 7,4 Prozent.

Angesichts der hohen Unsicherheit durch die Pandemie wird insbesondere die Investitionsneigung weltweit spürbar gedämpft bleiben, was Bayern als exportstarke Volkswirtschaft mit einem Schwerpunkt in der Investitionsgüterindustrie zu spüren bekommen wird. Erst wenn sich durch Impfungen und wärmerem Wetter die Pandemie nachhaltig abschwächt, erwartet die bayerische Wirtschaft eine konjunkturelle Erholung. Sorgen bereiten neben COVID 19 der Brexit und internationale Handelskonflikte.
 

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