15. Januar 201513:58Schifffahrt

Kieler Seehafen mit positiver Jahresbilanz 2014 - Güterumschlag und Passagierzahlen stiegen weiter an

Der Kieler Hafen zieht eine positive Bilanz des Jahres 2014. Sowohl der Güterumschlag als auch die Passagierzahlen stiegen im vergangenen Jahr weiter an. Mit einer Umschlagsleistung von 6,43 Mio. Tonnen wurde das Vorjahresergebnis um 1,6 % übertroffen. Die größten Zuwächse im Stückgutumschlag erzielte die Stena Line auf der Linie Kiel – Göteborg. Bei den Passagierzahlen legte die Color Line auf der Linie Kiel – Oslo am stärksten zu. Insgesamt gingen in Kiel 1,98 Mio. Passagiere an oder von Bord eines Fähr- oder Kreuzfahrtschiffes. Dies entspricht einem Plus von 1,9 %. Dr. Dirk Claus, Geschäftsführer der SEEHAFEN KIEL GmbH & Co. KG: „Den wachsenden Verkehren nach Skandinavien und einem Anstieg des Massengutumschlages steht ein schwächeres Osteuropageschäft gegenüber. Der Hafen agiert derzeit in einem Umfeld, das durch Ukraine-Krise, schwache russische Währung und neue Umweltauflagen beeinträchtigt ist.“ Während die Fährverkehre von und nach Skandinavien um gut 5 % auf über 2,7 Mio. Tonnen zulegten, verzeichneten die Osteuropaverkehre ebensolche Rückgänge auf nur noch knapp 2,4 Mio. Tonnen.

Wichtiger Wachstumsmotor im Hafen war im Jahr 2014 der Umschlag von Massengütern und hier insbesondere der Umschlag von Baustoffen. Ermöglicht durch eine Ausweitung der Freilagerfläche des Scheerhafens konnten erstmals 370.000 Tonnen Splitt umgeschlagen werden. Dirk Claus: „Kiel ist ideal gelegen, um die Baustoffindustrie in ganz Schleswig-Holstein und bis nach Hamburg zu beliefern. Der Scheerhafen ist von großer regionaler Bedeutung.“ Auf dem Ostufer der Förde laufen derweil die Arbeiten zur Erweiterung des Kieler Fracht- und Logistikzentrums, des Ostuferhafens. Dort werden 6 Hektar zusätzliche Fläche neu erschlossen. Unter anderem werden eine neue Flächenentwässerung hergestellt, Betonverbundsteinpflaster verlegt, Lichtmasten gesetzt und das Gelände ISPS-konform umzäunt. Dirk Claus: „Wir schaffen dringend benötigte Betriebs- und Freilagerflächen, um weiteres Wachstum etwa im Bereich der Forstprodukte zu ermöglichen.“ Insgesamt investiert die SEEHAFEN KIEL mit Unterstützung des Landes Schleswig-Holstein rund 12 Mio. Euro in den Ostuferhafen. Die Arbeiten werden im Sommer 2015 abgeschlossen sein.

KOMBINIERTER LADUNGSVERKEHR LEGT STARK ZU

An den Kieler Eisenbahnterminals für den kombinierten Ladungsverkehr wurden im vergangenen Jahr 26.450 Einheiten umgeschlagen. Dies entspricht einem Plus von 11,3 %. Dirk Claus: „Der umweltfreundliche Hafenvorlauf auf der Schiene ist ein voller Erfolg, der in Kiel stark an Bedeutung gewonnen hat.“ Um die wachsenden Mengen zeitgerecht abfertigen zu können, hat die SEEHAFEN KIEL in neue Umschlagstechnologie investiert. Nachdem zunächst der Ostuferhafen mit einem leistungsstarken Portalkran ausgerüstet wurde, ist seit Herbst 2014 ein vergleichbares Gerät auch am Schwedenkai im Einsatz.

Im Schienengüterverkehr ist Kiel durch den fünfmal wöchentlich verkehrenden Kombi-Shuttle von und nach Hamburg-Billwerder an das gesamte Netz angeschlossen. Der Wagenpark des Zuges läuft dann weiter nach Duisburg, sodass eine umladungsfreie Verbindung ins Ruhrgebiet besteht. Hierdurch werden zwei bisherige Direktzüge nach Duisburg ersetzt, die zum Fahrplanwechsel im Dezember 2014 eingestellt wurden. Dirk Claus: „Aufgrund der Handelsbeschränkungen gegenüber Russland fehlen derzeit leider die Mengen aus dem Baltikum, um Direktzüge nach Duisburg auszulasten.“

Mengensteigerungen wurden in 2014 insbesondere auf der Relation Kiel - Verona realisiert, die von den Skandinavienverkehren gespeist wird. Dirk Claus: „Um zusätzliche Kapazitäten anzubieten, können die Züge ab sofort um zwei Waggons verlängert werden.“ Durch Anpassungen am Rangierbahnhof Kiel-Meimersdorf sind Zuglängen bis zu 550 m (bisher 500 m) möglich. Größere Zuglängen sollen bereits kurzfristig auf der Direktverbindung Kiel – Verona ausgeschöpft werden, die fünfmal wöchentlich bedient wird. Dirk Claus: „Gerade im Alpentransit hat sich die Verkehrsverlagerung auf die Schiene bewährt. Auf dieser Relation erwarten wir weiteres Wachstum.“

HERAUSFORDERUNGEN DURCH UMWELTAUFLAGEN

Im Fahrtgebiet Ostsee stellen Umweltvorschriften seit dem 1. Januar neue Herausforderungen an die Reedereien. Um diesen Regelungen zu entsprechen, müssen Schiffe mit Marinedieselöl betrieben oder mit moderner Abgasreinigungstechnologie nachgerüstet werden. Dirk Claus: „Wir begrüßen Maßnahmen zum Schutz der Umwelt. Wenn dadurch bedingte Kostensteigerungen allerdings zu Verkehrsrückverlagerungen auf die Straße führen, dann ist weder den Häfen noch der Umwelt gedient.“ Die Reederei DFDS Seaways hat die auf der Route Kiel – Klaipeda verkehrenden Schiffe bereits mit sogenannten Scrubbern ausgerüstet. Die Fähren der Color Line werden dieser Tage auf einer dänischen Werft entsprechend nachgerüstet. Demgegenüber hat sich die Stena Line entschieden, die „Stena Germanica“ künftig mit dem umweltfreundlichen Kraftstoff Methanol zu betreiben.

Als Beitrag zum Klimaschutz im Hafen ist beabsichtigt, den Norwegenkai mit einem Landstrom-anschluss zu versehen. Dirk Claus: „Die Planungen sind weit fortgeschritten und ein Förderantrag beim Land Schleswig-Holstein gestellt. Wir können mit der Umsetzung beginnen, sobald das EU-Notifizierungsverfahren abgeschlossen ist. Die reine Bauzeit wird dann sechs Monate betragen.“

KAPAZITÄTEN FÜR KREUZFAHRTSCHIFFE GESCHAFFEN

Kiel wurde in 2014 insgesamt 127-mal (2013: 128 Anläufe) von 25 verschiedenen Kreuzfahrtschiffen mit einer Gesamttonnage von 7,2 Mio. BRZ (2013: 7,8 Mio. BRZ) angelaufen. 354.050 Passagiere (2013: 363.476 Passagiere) gingen an oder von Bord. Dirk Claus: „Wir blicken auf eine Saison zurück, die von der Inbetriebnahme unseres dritten Terminalliegeplatzes für große Kreuzfahrtschiffe geprägt war.“ Anfang Juni wurde im Ostuferhafen der neue Passagierpavillon am Kreuzfahrtliegeplatz Nr. 1 mit einem Anlauf der „Costa Pacifica“ feierlich eröffnet. Neu am Ostseekai ist zudem die „Seafarer’s Lounge“ der Deutschen Seemannsmission, die den Besatzungen der Schiffe zur Verfügung steht.

Mit derzeit 121 Anmeldungen wird die Zahl der Anläufe in 2015 zwar etwas geringer ausfallen, gleichzeitig die durchschnittliche Schiffsgröße aber deutlich ansteigen. Die Gesamttonnage der Kiel anlaufenden Kreuzfahrtschiffe wird in 2015 erstmals auf über 8,4 Mio. BRZ anwachsen. Dies entspricht einer Zunahme von 16,7 %. Auffällig ist dabei die hohe Anzahl von Mehrfachanläufen. An insgesamt neun Terminen werden gleichzeitig drei Kreuzfahrtschiffe im Hafen liegen. An fünf Terminen sollen sogar vier Luxusliner zusätzlich zu den Fähren der Color Line, der Stena Line und von DFDS Seaways an den Terminals festmachen. Dirk Claus: „Unser neuer Kreuzfahrtliegeplatzes Nr.1 steht damit zum richtigen Zeitpunkt zur Verfügung. In diesem Jahr sind bereits 18 Anläufe von Kreuzfahrtschiffen im Ostuferhafen avisiert.“ Von Mai bis September sind die drei großen Terminalliegeplätze an den Samstagen insgesamt zu gut 70 % ausgelastet. Dirk Claus: „In den deutschen Häfen bestehen bereits heute ausreichende Terminalkapazitäten, um dem wachsenden Bedarf der Reedereien auch künftig zu entsprechen.“

Saisonauftakt 2015 ist am Ostersamstag, 4. April, wenn die „AIDAcara“ am Ostseekai eintrifft. Höhepunkt des Jahres wird die Taufe des jüngsten Neubaus der TUI Cruises, der „Mein Schiff 4“, am 5. Juni 2015 am Ostseekai. Dirk Claus: „Wir freuen uns auf dieses besondere Highlight. Die Taufe der „Mein Schiff 4“ unterstreicht das gute partnerschaftliche Verhältnis von Reederei und Hafen.“ Die Jungfernreise führt das jüngste Flottenmitglied der TUI Cruises dann von Kiel ins Baltikum. Mit insgesamt 36 Reisen sind in diesem Jahr die Schiffe der AIDA Cruises die häufigsten Gäste im Hafen. Erstmals werden während der Saison gleich zwei Schiffe der Reederei, die „AIDAcara“ und die „AIDAluna“, zum regelmäßigen Passagierwechsel erwartet. Ein Wiedersehen gibt es mit der "Queen Elizabeth" der Cunard Line, die zweimal auf der Förde zu Gast sein wird. Zur Kieler Woche vom 20. bis zum 28. Juni werden 11 Kreuzfahrtschiffe das maritime Großereignis ansteuern, darunter die „Sea Cloud II“. Saisonabschluss ist in diesem Jahr besonders spät, nämlich erst am 19. Dezember. An diesem dritten Adventssamstag wird die „Albatros“ der Phoenix Seereisen Kiel besuchen.

 

Pressekontakt

ULF JAHNKE

Pressesprecher / Manager Corporate Communications

 

PORT OF KIEL, Schwedenkai 1, 24103 Kiel, Germany

T. +49 431 9822-104, www.portofkiel.com

 

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