05. Januar 201511:27Schifffahrt

Initiative Kiel-Canal e.V. legt Masterplanentwurf zur Modernisierung des Nord-Ostsee-Kanals vor

 

  • Erster öffentlich vorgestellter Masterplanentwurf
  • Modernisierung und Vertiefung können bis 2028 abgeschlossen werden
  • Entwurf wurde durch Fachgespräche begleitet

 

Die Initiative Kiel-Canal e.V., Sprachrohr der Kunden und Dienstleister sowie unter anderem des regionalen Umfelds des Nord-Ostsee-Kanals, hat einen Vorschlag für einen Masterplan zur Modernisierung der Wasserstraße vorgelegt. Der Tenor: Eine umfassende Kanalmodernisierung ist bis 2028 umsetzbar.

"Ein kompletter Masterplan, der alle für den Nord-Ostsee-Kanal erforderlichen Maßnahmen darstellt und mit einem zeitlichen Umsetzungshorizont hinterlegt, war notwendig – ganz besonders für die Kundschaft des Kanals", betonte Jens B. Knudsen, Vorsitzender der Initiative Kiel-Canal e.V., heute bei der Vorstellung in Kiel. Auf den angekündigten Masterplan des ehemaligen Bundesverkehrsministers Ramsauer habe man seitens der Kanalwirtschaft jahrelang gewartet. "Deshalb haben wir nun einen Vorschlag für einen Masterplan erarbeitet", erklärte Knudsen – und fügte hinzu, dass der heute vorgelegte Vorschlag aus Fachgesprächen sowie Zusammenfassungen bereits getätigter politischer Aussagen erstellt wurde. "Wir wollten kein Luftschloss bauen und auch keine unseriöse Wunschliste vorlegen. Deshalb haben wir uns von Anfang an einen realistischen und umsetzbaren Masterplanentwurf gehalten".

Aufteilung der Modernisierung in acht Kernmaßnahmen

Die dringend notwendige Modernisierung des Nord-Ostsee-Kanals teilt der Masterplanentwurf in acht Kernmaßnahmen auf: Der Neubau der fünften Schleusenkammer in Brunsbüttel sowie der Neubau eines Versorgungsdükers in Kiel-Holtenau werden derzeit bereits umgesetzt, die Anpassung der Oststrecke vor Kiel ist finanziell gesichert und steht vor der Realisierung. Ein Ersatzbau der Hochbrücke Levensau ist in Planung. Zusätzlich notwendig sind nach Überzeugung der Initiative Kiel-Canal auch die Grundinstandsetzung der bestehenden Schleusenkammern in Kiel-Holtenau und Brunsbüttel sowie eine Vertiefung des Kanals um einen Meter. "Als achte Maßnahme kommt eine gezielte Personalaufstockung in der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung hinzu", erläuterte Jens B. Knudsen, "dort werden in den kommenden Jahren insbesondere zusätzliche Ingenieure benötigt, um das Modernisierungsprogramm zu koordinieren". Alle acht Maßnahmen sind in Vorbereitungs- und Ausführungsphasen aufgeteilt.

Vertiefung bis 2028 "ambitioniertes Ziel"

Der neue Masterplanentwurf zeigt auf, wie die einzelnen Maßnahmen optimal aufeinander abgestimmt und getaktet werden können. "Aus finanziellen, aber auch aus betrieblichen Gründen müssen Prioritäten gesetzt werden", betonte Jens Broder Knudsen. Ein Beispiel: Die Grundinstandsetzung der beiden Kammern der heutigen "Großen Schleuse" in Brunsbüttel kann erst beginnen, wenn die neue, fünfte Schleusenkammer in Betrieb gegangen ist. "Unter Berücksichtigung dieser Aspekte kann der gesamte Kanal bis 2028 so ertüchtigt werden, dass er den Anforderungen der Schifffahrt für die kommenden Jahrzehnte wieder gerecht wird", so Knudsen. Eine zeitliche Herausforderung sei die Vertiefung: „Sie bis 2028 umzusetzen, ist ein ambitioniertes Ziel. Wir begrüßen es ausdrücklich, dass der Bund selbst diesen Zeithorizont anstrebt. Damit das gelingt, werden zusätzliche Stellen für Planer und Ingenieure benötigt. Hier erkennen wir als Initiative Kiel-Canal kurzfristig die wichtigste Aufgabe“.

Die Initiative Kiel-Canal e.V. wurde Ende 2012 als Interessenvertretung für einen leistungs- und zukunftsfähigen Nord-Ostsee-Kanal gegründet. Sie versteht sich insbesondere als Stimme der Kunden und Dienstleister der meistbefahrenen künstlichen Wasserstraße weltweit. Zu den aktuell rund 60 Mitgliedern zählen daneben auch Handelskammern, Verbände, Gebietskörperschaften und Einzelpersonen.

Pressekontakt:

Frederik Erdmann

media@initiative-kiel-canal.de