• 12. Juni 2020
  • 08:25
  • Wirtschaft

Industrieproduktion in Ungarn wieder angelaufen

Im Zuge der Wiederaufnahme der Industrieproduktion in Ungarn berichtet unsere Kollegin, Krisztina Kovacs, Leiterin der Hafen Hamburg Repräsentanz in Budapest, über die aktuelle Lage der ungarischen Wirtschaft.
 
  • Im April gingen die Exporte in Euro gegenüber dem Vorjahr um 37% und die Importe um 28% zurück.
  • Der enorme Rückgang ist das Ergebnis eines großen Produktionsausfalls aufgrund der Coronavirus-Pandemie.
  • Die Außenhandelsbilanz weist ein Defizit von 611 Millionen Euro auf.
 Die Wirtschaft hatte nach den Corona-bedingten Produktionsausfällen bereits mit schwachen Zahlen im April gerechnet. Von einer starken Abnahme der Exporte (-37%) war man demnach ausgegangen. Neben Maßnahmen zur Epidemie-Eindämmung spielten auch andere Faktoren eine Rolle, wie zum Beispiel Störungen der Lieferketten, geschlossene Grenzen und eine verringerte externe Nachfrage.
 
Die Importe weisen im Gegensatz zu den Exporten insgesamt einen geringeren, aber nach wie vor starken Rückgang um 28 Prozent auf. Die Diskrepanz ist hauptsächlich auf die unveränderte inländische Nachfrage nach Konsumgütern wie Lebensmittel, Hygieneartikel etc. zurückzuführen, wobei Importe der verarbeitenden Industrie wegfielen.
 In der Gesamtbetrachtung weist die Außenhandelsbilanz ein außergewöhnlich hohes Minus von 611 Mio. Euro auf.
 
Bereits ab Mitte Mai wurde die Industrieproduktion größtenteils wieder aufgenommen und die Angebots- und Produktionsschwierigkeiten lassen nach. Allerdings ist die weltweit geschwächte Nachfrage sowie die geringere Investitionsbereitschaft nach wie vor spürbar. In den kommenden Monaten wird in Ungarn aber eine Erholung erwartet.
 
Obwohl die Prognosen vorerst in allen Wirtschaftsbereichen wage bleiben, geht die Weltbank in ihrem jüngsten Bericht von einem wirtschaftlichen Abschwung in Ungarn von lediglich 5 Prozent aus. Für das nächste Jahr wird bereits wieder ein Plus von 4,5 Prozent erwartet.
 
 

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