18. November 201615:12Hinterland

In Mannheim diskutierten Experten über die aktuellen Lösungen und Herausforderungen im Seehafenhinterlandverkehr

Die reibungslose Abwicklung der Seehafenhinterlandlogistik ist für einen Industriestandort wie Deutschland zur Versorgung der internationalen Märkte von besonderer Bedeutung. Deutschlands größter Universalhafen Hamburg ist Europas größter Eisenbahnhafen und setzt im Hinterlandverkehr vor allem auf die Schiene. Bei der logistischen Steuerung weltweiter Transportketten sind die Verlader aus Industrie und Handel auf leistungsfähige Verkehrsanbindungen mit den Seehäfen angewiesen. Vor dem Hintergrund eines stetig wachsenden Aufkommens im Hinterlandverkehr steht der Hamburger Hafen vor besonderen Herausforderungen. So nimmt auf der Landseite besonders der Eisenbahnverkehr kontinuierlich zu. Gleichzeitig ist zu beobachten, dass auch die Zahl der besonders großen Containerschiffe mit steigenden Umschlagmengen je Anlauf zunimmt. Das sind zwei bedeutende Entwicklungen, auf die sich neben der Hafenwirtschaft auch alle anderen an der Transportkette beteiligten Unternehmen einstellen müssen. Vor welchen Herausforderungen im Seehafenhinterlandverkehr die Verkehrs- und Industrieunternehmen stehen und mit welchen Lösungen aktuelle Anforderungen zu meistern sind, diskutierten Experten auf einer Informationsveranstaltung, die jetzt auf Einladung von TFG Transfracht GmbH und Hafen Hamburg Marketing e.V. in Mannheim stattfand.
 
Rund 100 Gäste der Informationsveranstaltung verfolgten nach der Begrüßung durch Sebastian Kolb, Leiter Regionalbereich West/Schweiz, TFG Transfracht GmbH, und Ingo Egloff, Vorstand Hafen Hamburg Marketing e.V., den Eröffnungsvortrag „Herausforderungen und Zukunftskonzepte im Intermodalverkehr aus wissenschaftlicher Sicht“, den Professor Dr. Carlos Jahn, Leiter Fraunhofer-Center für Maritime Logistik und Dienstleistungen, hielt. Nikolaus Gossmann, Regional Sales Manager, TFG Transfracht GmbH, und Ingo Egloff erläuterten anschließend in Kurzvorträgen die Seehafenhinterland-Anbindung der Wirtschaftsregion Rhein-Main/Neckar an die deutschen Seehäfen und die Entwicklungsperspektiven des Hamburger Hafens. In einer von Professor Dr. Jahn moderierten Podiumsdiskussion, an der sich Michael Berger, Managing Director OPDR, Wolfgang Hurtienne, Geschäftsführer Hamburg Port Authority (HPA), Marcus Jenner, Leiter Beschaffungslogistik und Prokurist der Firma Deichmann, Jörg Ullrich, Geschäftsführer ECL European Cargo Logistik GmbH, Sebastian Kolb, Leiter Regionalbereich West/Schweiz TFG Transfracht GmbH sowie Ingo Egloff, Vorstand Hafen Hamburg Marketing e.V. beteiligten, diskutierten die Teilnehmer dann u.a. die Möglichkeiten zur Optimierung von Hinterlandtransportketten, die Einbeziehung von Shortsea-Verkehren, die Entscheidungskriterien für die Verkehrsträgerwahl aus Verladersicht und die Herausforderungen bei der Kapazitäts- und Frequenzplanung am Beispiel der Operateure TFG und ECL.
 
Die Experten waren sich nach der lebhaft geführten Diskussionsrunde darüber einig, dass eine gut aufeinander abgestimmte Vernetzung der Verkehrsträger für Deutschlands stark auf den Außenhandel ausgerichtete Wirtschaft gefördert und ausgebaut werden muss. Mehr Güterverkehre auf der Schiene sind dabei auch vor dem Hintergrund von Klimaschutzzielen, und wachsender Gütermengen zur besseren Anbindung der Wirtschaftsregionen an die Seehäfen ein Ziel mit Perspektive.  „Als Europas führender Eisenbahnhafen sind wir auf eine gut ausgebaute und störungsfrei funktionierende Infrastruktur angewiesen, um wachsende Gütermengen zwischen den Häfen und den Wirtschaftsregionen im Binnenland bewältigen zu können. Immerhin haben 12 Prozent aller in Deutschland auf der Schiene transportierten Güter ihren Start- oder Zielpunkt im Hamburger Hafen. Heute bereits erreichen oder verlassen mehr Güter den Hamburger Hafen auf der Schiene als auf der Straße “, betonte Ingo Egloff, Vorstand Hafen Hamburg Marketing e.V., zum Abschluss der Veranstaltung. Sebastian Kolb unterstrich ebenfalls die Bedeutung der deutschen Seehäfen und die Notwendigkeit intermodaler Logistik bei maritimen Supply Chains. „Dank der Erweiterung unseres Drehscheibenkonzeptes und der daraus resultierenden hohen Flexibilität unseres Zugsystems ist es uns gelungen, unser Transportvolumen in den deutschen Seehäfen im ersten Halbjahr 2016 um 13% zu steigern. Dabei spielt die Region Rhein-Main/Neckar mit dem Albatros-Express Frankfurt und Mannheim/Ludwigshafen eine wesentliche Rolle. Mit 38 Abfahrten wöchentlich und täglichen Anbindungen an alle großen Containerterminals in Hamburg und Bremerhaven bieten wir die höchste Frequenz und Kapazität in der Region. 
 
Für Sebastian Kolb und seinen Kollegen Nikolaus Gossmann war die gut besuchte Informationsveranstaltung ein Erfolg. Das gemeinsam mit Jürgen Behrens, Leiter der Hafen Hamburg Marketing Repräsentanz Deutschland-Süd, gestaltete Veranstaltungsprogramm brachte in der Kombination von kurzen Fachvorträgen, und abschließender Podiumsdiskussion viele gute Anregungen und Beispiele für eine weitere Optimierung und den Ausbau multimodaler Transportketten.
 
 

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