25. Juni 201514:51Wirtschaft

HPA legt neue Umschlagpotenzialprognose für den Hamburger Hafen vor

Erneut hat die Hamburg Port Authority (HPA) das Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik damit beauftragt, eine Umschlagpotenzialprognose für den Hamburger Hafen zu erstellen. Mit der „Prognose des Umschlagpotenzials des Hamburger Hafens für die Jahre 2020, 2025 und 2030“ liegt nun erstmals seit 2010 wieder eine Prognose aller Umschlagsegmente vor.
 
Entwicklung des Containerverkehrs entspricht den Erwartungen
Der Containerverkehr hat sich seit 2012 erwartungsgemäß entwickelt. Das für 2014 erwartete Gesamtmarktvolumen von 40,9 Millionen Standardcontainer (TEU) in den Nordrangehäfen und für Hamburg von 9,4 Millionen TEU (Marktanteil 23,1 %) wurden leicht übertroffen. Im Gesamtmarkt wurden 41,6 Millionen TEU, davon 9,7 Millionen TEU in Hamburg entsprechend einem Marktanteil von 23,4 % erreicht.

Trotz der weitgehenden Übereinstimmung zwischen Ist-Entwicklung und der erwarteten Entwicklung wurde die Prognose für den Containerverkehr vor allem für die Jahre 2020 und 2025 nach unten korrigiert. Gründe hierfür sind die weitere Verzögerung bei der Elbfahrrinnenanpassung sowie eine veränderte Einschätzung zu den durch die neuen Terminalkapazitäten in Rotterdam (Maasvlakte II) zu erwartenden Marktanteilsverlagerungen.

Im Jahr 2030 verringert sich im Vergleich der wahrscheinlichsten Fälle der Abstand zwischen den Prognosen wieder, da die Fahrrinnenanpassung in beiden Fällen bis dahin ihre Wirkung voll entfaltet und die bestehenden überschüssigen Terminalkapazitäten in der Nordrange, die die Verlagerung Richtung Rotterdam begünstigen, weitgehend gefüllt sein werden. In der langen Frist erklären verhaltenere Wachstumsaussichten für Russland das leicht geringere Wachstum.

In der aktuellen Umschlagpotenzialprognose erreicht der Containerumschlag bis 2030 im Referenzszenario 18,1 Millionen TEU. Die verschiedenen Szenarien spannen einen Korridor von 14,7 bis 22,2 Millionen TEU in 2030, der sich durch Ausschluss der extremsten Szenarien auf 16,3 bis 20,5 Millionen TEU verjüngt. Die Werte der Neujustierung 2013 liegen somit im aktualisierten Prognosekorridor.
 
Konventionelle Stückgutverkehre
Im konventionellen Stückgutverkehr zeichnete sich in den vergangenen Jahren eine Entwicklung ab, die bereits in früheren Prognosen als Risiko in die Betrachtungen einbezogen wurde: die weitgehende Containerisierung des konventionellen Fruchtumschlags.

Wurden zwischen 2005 und 2008 (dem Basisjahr der Umschlagpotenzialprognose 2010) noch 600.000 bis 770.000 Tonnen Frucht konventionell umgeschlagen, fiel dieser Wert bis 2013 schrittweise auf nur noch 150.000 Tonnen. Bis 2030 wird nun mit einer vollständigen Containerisierung des Fruchtumschlags gerechnet. Auch bei den konventionellen Importen von Metallen gab es Rückgänge um mehr als 400.000 Tonnen, die zum Teil auf nachhaltige strukturelle Veränderungen zurückzuführen sind.

Insgesamt wird für den konventionellen Stückgutumschlag derzeit langfristig ein Umschlagvolumen von ca. zwei Millionen Tonnen pro Jahr erwartet statt einem Volumen von ca. drei Millionen Tonnen, wie in der Potenzialprognose 2010 angenommen.
 
Kaum Veränderung im Bereich der trockenen Massengüter
Im Marktsegment der trockenen Massengüter haben sich keine grundlegend neuen Entwicklungen eingestellt, und auch mit Blick auf die Zukunft hat sich wenig verändert. Die wesentlichste Entwicklung in den kommenden Jahren ist die Zunahme der Kohleimporte durch das neue Kraftwerk Moorburg.
Nach einer Erhöhung des Umschlags auf ca. 32 Millionen Tonnen bis 2020 im Basisszenario werden langfristig keine weiteren Wachstumsimpulse erwartet.
 
Rückgang bei flüssigen Massengütern
Im Bereich der flüssigen Massengüter dominiert der 2013 angekündigte Kauf von Teilen der Shell-Raffinerie in Hamburg-Harburg durch den schwedischen Mineralölkonzern Nynas und die damit verbundene Umstrukturierung der Raffinerie die Entwicklung des zukünftigen Umschlags: Nach aktuellem Stand wird mit einem Rückgang der Einfuhren um ca. vier Millionen Tonnen gerechnet. Nach dem Rückgang bis 2020 wird mit eine stabile Einfuhr von flüssigen Massengütern in Höhe von ca. zehn Millionen Tonnen pro Jahr erwartet.
 
Die gesamte Studie ist unter folgendem Link abrufbar:
http://www.hamburg-port-authority.de/de/presse/studien-und-berichte/Documents/Endbericht_Potenzialprognose_Mai2015_5.pdf
 

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