28. April 201616:49Wirtschaft

Hamburgs Spediteure unterstreichen Potenzial des Logistikstandorts Hamburg

Der Verein Hamburger Spediteure e.V. empfängt am 27.04.2016 über 260 Gäste aus Politik und Wirtschaft zu seiner 132. Ordentlichen Mitgliederversammlung im Hotel Hafen Hamburg.

Der Vorsitzer des Vorstands vom Verein Hamburger Spediteure, Johan P. Schryver, berichtet über aktuelle Themen, die das Speditionsgewerbe bewegen und für die der VHSp sich engagiert. „Im Norden und in der Speditionsbranche können wir uns endlich über gute Nachrichten freuen“, so Schryver und bezieht sich auf das neue Nationale Hafenkonzept und den im März vorgestellten Entwurf des Bundesverkehrswegeplans 2030. Der Speditionsexperte erklärt weiter: „Wir haben ein Hafenkonzept, bei dem die Logistik berücksichtigt und strategisch integriert ist. Und es wurde ein neuer Bundesverkehrswegeplan aufgelegt, bei dem endlich der Norden mit seinen dringend erforderlichen Infrastrukturprojekten - wie Ausbau der A26-Ost oder Ertüchtigung des Nord-Ostsee-Kanals - in die Investitionsplanung aufgenommen wurde. Nun heißt es, die Pläne in die Tat umzusetzen und das Potenzial dieser Strategien zu heben.“ Für den Standort Hamburg ergänzt Schryver: „In Hamburg dürfen wir den Anschluss nicht verlieren. Logistisch ist die Hansestadt vielseitig und in Deutschland einzigartig, dieser Bedeutung muss von der Politik Rechnung getragen werden.“

Die Relevanz der maritimen Industrie in Hamburg unterstreicht auch der diesjährige Hauptredner der Jahreshauptversammlung Rüdiger Kruse, MdB, Maritimer Koordinator der CDU/CSU-Bundestagsfraktion: „Die Logistik ist ein elementarer Bestandteil der maritimen Wertschöpfungskette. Gerade an dem schifffahrtsgeprägten Standort in Hamburg muss es das Ziel sein, diese in ihrer Gesamtheit zu stärken. Die Zukunftsfähigkeit des maritimen Sektors muss bei der Regierung hohe Priorität genießen.“

Für die Leistungs- und Zukunftsfähigkeit des Hamburger Hafens setzt sich der VHSp aktiv mit seinem 12-Punkte-Plan ein. Knapp zwei Jahre nach seiner Auflegung berichtet Schryver davon, dass heute alle Projekte mindestens angeschoben und bei den richtigen Ansprechpartnern platziert sind. Bereits die Hälfte der Projekte ist erfolgreich realisiert, während die zweite Hälfte sich aktuell in der Umsetzungsphase befindet.

Was aktuell noch freiwillig genutzt wird, wird ab der zweiten Jahreshälfte an den Containerterminals von HHLA und Eurogate verpflichtend: Die elektronische Voranmeldung der Transporte. Die frühzeitige Datenübermittlung soll die Planbarkeit von Transporten, Anlieferungen und Abholungen für Fuhrunternehmer und Terminals verbessern und somit den Verkehrsfluss im Hafen optimieren. Der VHSp mahnt in diesem Zusammenhang, dass der verbesserten Informationslage auch entsprechende Taten durch die Terminals folgen müssen. Derzeit sind es knapp 25 Prozent der Fuhrunternehmer, die die Möglichkeit der Voranmeldung nutzen.

Ganz aktuell beschäftigen die Hamburger Spediteure die Flüchtlingsthematik in Deutschland sowie die Möglichkeiten ihrer Integration. So sind 58 Prozent der Mitgliedsunternehmen grundsätzlich bereit Flüchtlinge einzustellen. Die Realisierung bereitet allerdings den Unternehmern Schwierigkeiten. Als Gründe gegen eine Einstellung werden überwiegend mangelnde Kapazitäten im Betrieb und die sprachlichen Barrieren genannt. Knapp 15 Prozent führen zudem rechtliche Hürden als Hindernis an. Der VHSp informiert hierzu gemeinsam mit der Wirtschaftsbehörde und weiteren Logistikverbänden Unternehmen im Juni bei einer Veranstaltung speziell über die Integration von Flüchtlingen in der Logistik- und Speditionsbranche.

Weiterhin stellt Schryver die Ergebnisse des diesjährigen Konjunkturindikators vor. Der jährlich unter den 326 ordentlichen Mitgliedsunternehmen erhobene Konjunkturindikator ist das Barometer für die aktuelle Situation unter den Speditionsbetrieben und spiegelt sowohl die Ergebnisse des letzten Jahres als auch deren Erwartungen an das laufende Geschäftsjahr wider. Die diesjährige Beteiligungsquote liegt bei fast 42 Prozent! Die aktuellen Fragen in diesem Jahr bezogen sich auf die neuen Allgemeinen Deutschen Spediteurbedingungen (ADSp 2016) und den Iran. So rechnen die 69 Prozent der im Iran tätigen Unternehmen mit positiven Auswirkungen auf ihr Geschäft in Folge der aufgehobenen Sanktionen. Von den befragten Unternehmen sind 25 Prozent im Iran tätig. In Bezug auf die ADSp 2016 gaben 75 Prozent der Mitgliedsunternehmen an, bereits auf ihrer Grundlage zu arbeiten. Damit bewahrheitet sich, dass auch die neuen Geschäftsbedingungen in wenigen Monaten eine überragende Marktakzeptanz erreicht haben und damit auch weiterhin die am häufigsten in Spedition und Logistik verwendeten Geschäftsbedingungen darstellen. Die von den Verladerverbänden einseitig zugunsten der Auftraggeber entwickelten „Deutschen Transport- und Lagerbedingungen (DTLB)“ haben für die Praxis überhaupt keine Bedeutung, so das repräsentative Ergebnis der Mitgliederbefragung.

Die Auswertung der Konjunkturdaten zeigt einen fortwährend positiven Trend. Vergleichbar zu den Vorjahreswerten erwarten 73 Prozent der Unternehmen stabile bis steigende Umsätze für das aktuelle Geschäftsjahr und 20 Prozent planen für 2016 Neueinstellungen. Parallel erwarten fast drei Viertel der Unternehmen die Personalstärke in diesem Jahr stabil zu halten. Unter den Hamburger Spediteuren spielt nach wie vor das Thema Ausbildung eine große Rolle. Rund drei Viertel der Unternehmen bieten Ausbildungsplätze an, von denen jedoch im vergangen Jahr 13 Prozent nicht besetzt werden konnten. Damit sich das bessert, wirbt der VHSp aktiv beim Nachwuchs für die verschiedenen Ausbildungsberufe in Spedition und Logistik. Dazu zeigt der Verein Flagge auf Ausbildungsmessen und Jobbörsen, arbeitet eng mit den Berufsberatern der Agentur für Arbeit zusammen und informiert mit zwei Referenten in den Hamburger Schulen vor Ort.

In fast allen Bereichen, dem Straßengüterverkehr, der Luftfracht, der Lager- und Distributionslogistik, der Binnenschifffahrt sowie beim Bahnverkehr und den KEP-Dienstleistern geht die weit überwiegende Mehrzahl der Unternehmen von stabilen Transportpreisen und Frachtraten aus. Hingegen prognostizieren 76 Prozent der Seefrachtspediteure sinkende Transportpreise und Frachtraten. Bei der Entwicklung der Transport- und Ladungsmengen im ersten Quartal dieses Jahres zeichnet sich über alle Bereiche hinweg ein vorwiegend stabiles Bild im Vergleich zum Vorjahr ab.

 

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