23. April 201513:07Hinterland

Hamburgs Spediteure gerüstet für lokale und bundesweite Herausforderungen

 

  • Befürwortung mit Bedingungen zur Hamburger Olympia-Bewerbung.
  • Geforderte Korrekturen beim Mindestlohngesetz.
  • Mitgliedsunternehmen erwarten steigende Umsätze für 2015.
  • Gastvortrag von Malte Jahn, Hamburgisches WeltWirtschaftsinstitut (HWWI)
  • Grußwort von Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch
  • Staffelholzübergabe in der Vereinsgeschäftsführung

Der Verein Hamburger Spediteure e.V. empfing über 200 Gäste aus Politik und Wirtschaft zu seiner 131. Ordentlichen Mitgliederversammlung im Hotel Hafen Hamburg.

Der Vorsitzer des Vorstands vom Verein Hamburger Spediteure, Johan P. Schryver, bezog in seinem Jahresbericht zunächst Stellung zu der für ganz Deutschland bedeutenden Nachricht der Hamburger Bewerbung für die olympischen Spiele 2024. Der Spediteur begrüßte die Chance, die sich für die Hansestadt mit internationaler Wirkung durch diesen Schritt auftut, aber appellierte gleichzeitig an Politik und alle Beteiligten: „Es ist bereits ein Kraftakt, die nötige Infrastruktur innerhalb von neun Jahren zu erschaffen, keinesfalls darf bis zur finalen Entscheidung 2017 gewartet werden.“ Die Vorbereitungen seien bereits jetzt aufzunehmen und erfordern die Einbindung aller in Planungen und Realisierung betroffenen Personen.

Auswirkungen auf die gesamte Branche hat die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns von 8,50 Euro/Stunde. Zwar liegt der tarifliche Stundenlohn bereits für sämtliche Berufsgruppen in der Spedition über dem jetzt gesetzlich vorgeschriebenen Niveau, doch die mit dem Mindestlohngesetz in Verbindung stehenden überzogenen Haftungs- und Administrationsverpflichtungen führen zu untragbaren Belastungen für das Speditionsgewerbe. Der VHSp sieht deshalb Handlungsbedarf zur Korrektur des Mindestlohngesetzes und fordert die Streichung von Auftraggeberhaftung und von unnötigen Dokumentationspflichten, um die Arbeitgeber zu entlasten. Darüber hinaus sind nach Auffassung der Hamburger Spediteure Transitverkehre und grenzüberschreitende Verkehre vollständig vom Mindestlohngesetz auszunehmen.

Der jährlich unter den 337 Mitgliedsunternehmen erhobene Konjunkturindikator ist das Barometer für die aktuelle Situation unter den Speditionsbetrieben und spiegelt sowohl die Ergebnisse des letzten Jahres als auch deren Erwartungen an das laufende Geschäftsjahr wider. Die diesjährige Beteiligungsquote liegt bei fast 42 Prozent. Ihre Auswertung fördert positive Nachrichten zutage. So erwarten 78 Prozent der Unternehmen stabile bis steigende Umsätze für das aktuelle Geschäftsjahr. 25 Prozent der befragten Unternehmen planen im laufenden Jahr Neueinstellung im Personalbereich. Parallel gehen zwei Drittel der Unternehmen davon aus, dass sie die Personalstärke in 2015 stabil halten werden.

Im Bereich des Straßengüterverkehrs, der Binnenschifffahrt, des Bahnverkehrs sowie in der Lager- und Distributionslogistik geht die weit überwiegende Mehrzahl der Unternehmen von stabilen Transportpreisen und Frachtraten aus. Hingegen gehen 43 Prozent der Seefrachtspediteure, 41 Prozent der KEP-Dienstleister sowie 35 Prozent der Luftfrachtspediteure von steigenden Transportpreisen und Frachtraten aus. In Bezug auf die Wirtschaftssanktionen der EU und Russland zeigen sich für die im Russland-Geschäft tätigen Unternehmen massive Beeinträchtigungen. Rund 26 Prozent der befragten Unternehmen sind in dieser Relation tätig. Bei 44 Prozent der Unternehmen sind die Transportpreise gesunken. Bei sogar 84 Prozent der Unternehmen sind die Transportmengen und das Umsatzvolumen gesunken.

In Folge der zum Teil schwierigen Abfertigungssituationen im Hamburger Hafen gaben knapp ein Viertel der befragten Unternehmen an, dass sie bereits verstärkt die Abend- und Nachtstunden nutzen, um Container an den Hamburger Containerterminals anzuliefern bzw. abzuholen. Herausforderung dabei bleiben die Öffnungszeiten von Warenversendern bzw. –empfängern, bei denen noch kein Betrieb in den Abend- und Nachtstunden herrscht. Der Vorstandsvorsitzer betonte in diesem Zusammenhang, dass die Ausweitung der Öffnungszeiten die Entlastung der Verkehrssituation insbesondere zu den Hauptverkehrszeiten deutlich fördern würde.

Hauptredner der Veranstaltung war Malte Jahn, Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Forschung am Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut (HWWI). Stellvertretend für den durch den Streik der Lokführergewerkschaft verhinderten Prof. Dr. Henning Vöpel, Direktor und Mitglied der Geschäftsführung des HWWI, erläuterte er die Ergebnisse der jüngsten Studie zur Verkehrsentwicklung in Hamburg in Abhängigkeit vom Transport- und Handelsvolumen. Vor dem Hintergrund steigender Gütermengen und einer zunehmenden Auslastung der Infrastruktur, unterstrich Jahn: „Wichtiger Baustein zur Lösung der Verkehrsprobleme der Metropolregion Hamburg ist der Ausbau der Schienenverkehre. Insbesondere der Bau der Y-Trasse bzw. einer der jüngst präsentierten Alternativen ist angesichts des heute schon sichtbaren Engpasses in Niedersachsen dringend geboten. Eine weitere Maßnahme ist die Standardisierung beim Aus- und Neubau von Strecken für den Verkehr mit längeren Güterzügen von 835 Metern.“

Mit einer neuen Koalition verzeichnet Hamburg seit der letzten Woche eine politische Veränderung. Schryver betonte aus Sicht der Spediteure den Wunsch, die überwiegend zufriedenstellende Zusammenarbeit aus der Vergangenheit mit Senat, den Behörden und den Parteien auch unter der neuen Koalitionsregierung fortsetzen zu können. So sprach in seiner neuen, alten Funktion ebenfalls Frank Horch ein Grußwort, Hamburgs Senator für Wirtschaft, Verkehr und Innovation, der gerade für seine zweite Amtszeit bestätigt wurde.

Die Jahreshauptversammlung schloss mit der Verabschiedung und der Würdigung der Tätigkeiten von Kurt-Jürgen Schimmelpfeng, der per 1. Mai seine Aufgaben als Vereinsgeschäftsführer an seinen Nachfolger Stefan Saß abgibt. Schimmelpfeng verlässt den Verein nach über 35 Jahren und wird aber weiterhin als Geschäftsführer bei der AHV, der DIHS-DAKOSY und beim KDS zur Verfügung stehen.

 

Über den Verein Hamburger Spediteure

Der Verein Hamburger Spediteure e.V. (VHSp) wurde bereits 1884 in der Hansestadt gegründet und hat rund 340 Mitglieder. Der VHSp vertritt die Interessen der Hamburger Spediteure auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene gegenüber anderen Wirtschaftsverbänden, der Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit. Neben einem umfangreichen und vielfältigen Informationsangebot bietet der VHSp seinen Mitgliedern auch Beratungen und regelmäßige Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten an. Als Tarifvertragspartner verhandelt der VHSp als Arbeitgebervertretung mit der zuständigen Gewerkschaft über Lohn-, Gehalts- und Manteltarifverträge.

 

 

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