05. Juli 201609:30Schifffahrt

Hamburger Hafenlotsen gefragte Experten beim Manövrieren von Großcontainerschiffen

Eine vierköpfige Delegation der Lotsen des englischen Hafens Teesport hat Ende Juni (27.-30.) die Hamburger Hafenlotsen beim Einsatz auf Großcontainerschiffen begleitet. Sie wollten Erfahrungen im Handling der Frachtriesen sammeln. Die Hamburger Hafenlotsen gelten auf diesem Gebiet als äußerst erfahren.
 
Die englischen Lotsen waren in Manöver von zehn Großcontainerschiffen zwischen 300 und 400 Metern Länge im Bereich des Waltershofer Hafens eingebunden. Dieses Hafenbecken ähnelt den Gegebenheiten im englischen Teesport: Von einem fließenden Gewässer kommend sind die Schiffe rückwärts in ein fast stehendes Gewässer zu manövrieren und anzulegen. Die englischen Lotsen begutachteten bei den ausgewählten Fahrten, wie sich die Containerriesen in dem sehr schmalen Hafenbecken beim An- und Ablegen manövrieren lassen und wie sich die Schiffe verhalten, wenn sie vom Strom in das Becken drehen. Die Teesport-Lotsen hatten dazu als Beobachter Posten auf den Schiffsbrücken und auf den Schleppern
bezogen.

Im englischen Teesport verkehren zurzeit vor allem Tanker, Massengutfrachter und Container-Feeder. Das soll sich demnächst ändern. Für die Zukunft ist geplant, auch Großcontainerschiffen das Anlaufen zu ermöglichen. Im Umgang mit den Riesen fehlt den Teesport-Lotsen aber die Erfahrung. Die Hamburger Hafenlotsen vereinbarten mit der Delegation am Ende des 4tägigen Erfahrungsaustausches, sie beim Umgang mit den Containerriesen zu beraten und bei Schiffssimulationen zu unterstützen. Das Manövrieren von Schiffen über 350 Meter Länge in und an Flüssen wie der Elbe - beeinflusst von Wind und Strömung - gilt als äußerst anspruchsvoll. Die Hamburger Hafenlotsen sind bei solchen Manövern besonders erfahren. Ihr Wissen und Können wird daher weltweit geschätzt. Sie trainieren zudem regelmäßig im Schiffssimulator ihre Fähigkeiten im Umgang mit den Frachtschiffen.
Eines der größten Containerschiffe der Welt, die 400 Meter lange und 58 Meter breite „CSCL Globe“ der chinesischen Reederei China Shipping, steuerte erst kürzlich am 2. Juni zum wiederholten Male den Hamburger Hafen an. 

Die Hamburger Hafenlotsen als Mitglied der European Maritime Pilot Assoziation (EMPA) pflegen seit Langem einen guten Kontakt zu anderen europäischen Lotsenbrüderschaften. Mit den Lotsen des Liverpooler Hafens erarbeiteten sie beispielsweise ein Fortbildungsprogramm zum „Maritime Ressource Management“. Für September wird die nächste Delegation erwartet. Die Lotsen des größten europäischen Hafens Rotterdam wollen sich über das Fortbildungskonzept der Hamburger Hafenlotsen informieren, das euorpaweit als vorbildlich angesehen wird.

Hintergrund:
Die Hamburger Hafenlotsenbrüderschaft ist eine Körperschaft öffentlichen Rechts. Ihre derzeit 71 Lotsen stehen an 365 Tagen bei jedem Wetter bereit, alle auf der Elbe aufkommenden Schiffe in den Hafen zu geleiten.
 

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