• 27. April 2018
  • 16:28
  • Wirtschaft

Hamburger Hafen- und Wirtschaftsdelegation zieht eine positive Bilanz nach der Russlandreise

Vom 17. bis 20. April besuchte eine Hamburger Delegation mit Vertretern der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI), der Hamburg Port Authority (HPA), von Hamburg Invest, dem Osteuropaverein der Deutschen Wirtschaft und Hafen Hamburg Marketing e.V. (HHM) Moskau und St. Petersburg.
 
Marina Basso Michael, Leiterin Marktentwicklung Osteuropa bei HHM, und ihre Kollegin Natalia Kapkajewa, Leiterin der Hafen Hamburg Repräsentanz in St. Petersburg, freuen sich gemeinsam mit HHM Vorstand Ingo Egloff über das von allen Teilnehmern der Delegation sehr positiv ausfallende Feedback zum umfänglichen Programm und die vielen neuen Kontakte und Erkenntnisse. „Der Zeitpunkt für die Delegationsreise nach Russland war sehr gut gewählt und brachte uns gleich zu Anfang mit dem Besuch der Logistikmesse „TransRussia“ in Moskau viele neue Kontakte und gute Gespräche mit russischen Unternehmen. Auf dem von HHM organisierten Hafen Hamburg Gemeinschaftsstand präsentierten sich Brunsbüttel Ports, die HHLA, die Lübecker Hafengesellschaft, das Unternehmen SAMSKIP und der Seehafen Kiel.  Das von uns gemeinsam mit der BWVI für die vier Tage entwickelte Veranstaltungs- und Besuchsprogramm bot allen Teilnehmern sehr gute Möglichkeiten, bestehende Kontakte zu pflegen und neue Kontakte zu knüpfen. Mit der Unterstützung unserer Hafenvertretung in St. Petersburg wurden viele interessante Themenfelder in das Programm aufgenommen“, so Ingo Egloff. „Die russische Seite zeigte großes Interesse an einem Ausbau der bestehenden Zusammenarbeit und es ergaben sich Anknüpfungspunkte, die wir im Nachgang der Reise für die Aufnahme in neue Kooperationsprojekte prüfen werden“, ergänzt Natalia Kapkajewa.
 
Staatsrat Dr. Torsten Sevecke besuchte mit der Delegation in Moskau zunächst die Messe „TransRussia“ und war von der Vielfalt an Ausstellern beeindruckt. Die Messe erzielte dieses Jahr mit 16.500 Besuchern einen Rekord. Auch das Deutsch-Russische Logistikforum zum Thema „Deutsch-Russische Kooperationen - Fokus auf Logistiklösungen“, das die Logistics Alliance Germany e.V. (LAG) mit Unterstützung der BWVI und HHM in Moskau durchführte, interessierte mehr als 150 Teilnehmer. Großes Interesse fanden die Vorträge von Hamburg Invest zum Thema „Ansiedlung von Logistikunternehmen in Hamburg“ sowie die Ausführungen von Ingo Egloff zu den weitreichenden Entwicklungsmöglichkeiten im Rahmen der One Belt One Road Aktivitäten Chinas. „Die Bedeutung dieser Neuen Seidenstraße kann man kaum überschätzen. Die Wege des Welthandels, speziell zwischen Europa und China, werden neu vermessen und definiert. Hamburg muss dabei eine wichtige Rolle spielen. Die Impulse für die Neue Seidenstraße und das Gros der Investitionen in die nötige Infrastruktur kommen aus China. Doch Europa muss sich bei diesem Thema positionieren. Die Hafenwirtschaft und die Logistikbranche in Hamburg müssen ihre Infrastruktur überprüfen. Es wird dabei auch um Kurzstreckenverkehre durch die Ostsee nach Russland gehen, um Bahntransporte aus China auf der letzten Etappe unter Umständen per Schiff ans Ziel zu bringen. Hamburg hat bei diesem Thema viel beizutragen, das haben wir bei unseren Gesprächen in Moskau und St. Petersburg deutlich gemacht“, erläutert Staatsrat Dr. Sevecke.
 
Gemeinsam besuchten die Delegationsteilnehmer Unternehmen in Moskau und führten unter anderem ausführliche  Fachgespräche mit den führenden Managern der russischen Eisenbahnunternehmen, wie zum Beispiel United Transport and Logistics Company  (UTLC), Alexey Grom, President and Chairman of the Board, mit Petr Baskakov, CEO des  „Transcontainer“ und Sergey Kondratenko, General Director EUROSIB. In den Gesprächen wurde deutlich, dass die russischen Eisenbahnunternehmen sich sehr intensiv am Ausbau der One Belt One Road Güterverkehre auf der Schiene engagieren und für die Güterverkehre zwischen China, Russland, Weißrussland und Kasachstan große Entwicklungspotenziale sehen. Dabei geht der Blick auch nach Westeuropa und alle waren sich einig, dass Hamburg als nordeuropäischer Hub-Port mit einem Angebot von rund 2000 Intermodalverbindungen pro Woche heute bereits eine herausragende Verteilerfunktion übernimmt, die weiter ausgebaut werden sollte. Allein 177 Verbindungen werden zwischen Hamburg und chinesischen Zielorten pro Woche angeboten. „Das verdeutlicht die herausragende Bedeutung von Deutschlands größtem Seehafen im Hinterlandverkehr auf der Schiene. In den Gesprächen in Moskau konnten wir bereits erste Ideen zum Ausbau der Bahnverbindungen mit russischen Unternehmen erörtern. Der Transitverkehr zwischen China und Europa wächst sehr schnell. Hamburg übernimmt in der Doppelfunktion als größter deutscher Seehafen und größter europäischer Bahnknoten dabei eine besondere Rolle. Um den Ausbau der logistischen Angebote voranzubringen, ist auch die Zusammenarbeit mit den osteuropäischen Ländern und den Staaten im Baltikum zu berücksichtigen. Russland ist Hamburgs zweitwichtigster Handelspartner im Containerverkehr und der Hamburger Hafen genießt im russischen Markt als verlässlicher und sehr leistungsfähiger Partner einen hervorragenden Ruf“, betont Marina Basso Michael.
 
Fragen zum Schiffsverkehr auf der Nördlichen Seeroute, die besondere Anforderungen und Vorgaben für die dort eingesetzten Schiffe aufweist, standen im Mittelpunkt des Gesprächstermins von Staatsrat Dr. Torsten Sevecke  bei Yakov V. Bykov, Stellvertretender Generaldirektor von ROSMORPORT, der obersten russischen Hafenbehörde. Die Menge der auf dieser Route transportierten Güter wuchs im Jahr 2017 auf 10 Millionen Tonnen und erreichte ein Plus von 10 Prozent. Der ROSMORPORT Manager vermittelte den Teilnehmern der Hamburg Delegation auch einen Eindruck zu den aktuellen Planungen zum Ausbau des Hafens Kaliningrad, der für die Russische Föderation von großer strategischer Bedeutung ist. Unter anderem plant ROSMORPORT eine Reduzierung der Hafengebühren in Kaliningrad, um den Ostseehafen für Verlader und die Schifffahrt noch attraktiver zu machen. Ingo Egloff führte an, dass bei Gütern, die aus China per Bahn nach Kaliningrad transportiert werden, auch an den sehr leistungsstarken Weitertransport per Feederschiff nach Hamburg zu denken sei. Die von Staatsrat Dr. Sevecke an ROSMORPORT ausgesprochene Einladung zur Teilnahme an einer Fachkonferenz zum Thema „Nördliche Seeroute“ in Hamburg, wurde von Herrn Bykov mit Dank angenommen.
 
Für die Teilnehmer der Delegation, zu denen auch Dennis Koegeböhn von Hamburg Port Consutling (HPC), Dr. Andreia Tolciu, Leiterin Unternehmensstrategie der HPA und  Stefan Matz von Hamburg Invest gehörten, boten sich auch auf der zweiten Station der Reise in St. Petersburg viele Anknüpfungspunkte zu russischen Unternehmens- und Hafenvertretern. Großes Interesse zeigten die russischen Gäste beim Besuch des von HHM organisierten Workshop „Neue Entwicklungen in der deutsch-russischen Logistik“, der im Rahmen der Deutschen Woche stattfand. Der anschließende Besuch im Hafen Bronka lieferte viele Eindrücke über den derzeitigen Ausbaustatus dieses völlig neu gebauten Ostseehafens vor den Toren von St. Petersburg. Alexey E. Shukletsov, Executive Director des Hafens Bronko und Andrei Novikov, Stellvertretender Leiter Vertrieb und Marketing des Hafens, informierten die  Besucher aus Hamburg und präsentierten die Umschlag- und Abfertigungsanlagen.
 
Für die mitreisenden Teilnehmer der Delegation, zu den auch zwei Journalisten aus Hamburg zählten, war der Mix aus Messebesuch und Informationsveranstaltungen in Kombination mit Besuchen bei namhaften russischen Logistikunternehmen und Institutionen inhaltlich und organisatorisch hervorragend aufeinander abgestimmt und für alle ein Erfolg.
 
Für den Universalhafen Hamburg ist Russland der nach China wichtigste Handelspartner im Containerverkehr. Im Jahr 2017 wurden rund 405.000 TEU in Hamburg umgeschlagen, die per Schiff aus russischen Ostseehäfen kamen oder dorthin transportiert wurden.
 

Pressekontakt

  • Bengt van Beuningen

    Bengt van Beuningen

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