01. Dezember 201613:12Wirtschaft

Hamburger Hafen duftet nach Parfüm – Hamburger Zoll verhindert Großschmuggel von 104.000 Parfümfälschungen

Produktpiraten sind erneut am Hamburger Zoll gescheitert. Gleich drei Container beladen mit rund 104.000 Flakons nachgeahmten Parfüms konnten Hamburger Zöllner vor dem Missbrauch aus dem Verkehr ziehen.

Die stark duftende Ware sollte aus China über Hamburg nach Ungarn gelangen. Dank der Aufmerksamkeit und des guten „Riechers“ der Zollfahnder wurden die drei Container für eine Kontrolle in der Containerprüfanlage beim Zollamt Waltershof selektiert. Das Röntgenbild zeigte dann die Wahrheit. Hinter einer Tarnladung von Uhren und Lampen versuchten die Täter die imitierte Ware am Zoll vorbei zu schmuggeln. Ungewöhnlich dabei war, dass hinter der Tarnladung eine blickdichte Folie aus Kunststoff gespannt und an der Containerwand verklebt wurde. Offensichtlich sollte so das intensiv duftende Schmuggelgut von den Zöllnern nicht „erschnüffelt“ werden.

Nach der Entladung der verschiedenen Produkte und der Beseitigung der fingierten Rückwand, kamen die gefälschten Flakons namhafter Hersteller wie Lancôme, Hermès, Dior und Yves Saint Laurent zum Vorschein.

„Schüttet man das gesamte gefälschte Parfüm zusammen, kann man rund 1000 hausgebräuchliche 10 Liter Eimer damit befüllen“, so Udo Storch, Sprecher des Hauptzollamtes Hamburg-Hafen.

Der Verdacht der Hamburger Zöllner wurde von den Rechteinhabern mittlerweile bestätigt. Bei den knapp 10.400 Litern Parfüm handelt es sich um gefälschte Ware. Der verhinderte wirtschaftliche Schaden beläuft sich auf geschätzte 8.5 Millionen Euro.

„Hier ist dem Zoll wieder ein bedeutender Schlag gegen international tätige Produktpiraten gelungen. Damit schützen wir effektiv die heimische Wirtschaft und die Verbraucher in Europa vor gefälschten Produkten“, so der Pressesprecher des Zollfahndungsamtes Hamburg, Stephan Meyns.
Die Fälschungen werden nach Ablauf aller Fristen vernichtet.

Zusatzinformation: Die Marken- und Produktpiraterie ist ein Hemmschuh für fairen Wettbewerb und neue Arbeitsplätze. Dies gilt insbesondere für ein Land wie Deutschland, in dem hochwertige Produkte hergestellt werden. Aber nicht nur deutsche Unternehmen sehen sich mit dem Problem konfrontiert, dass ihre hochwertigen Produkte kopiert und zu wesentlich geringeren Herstellungskosten und über-wiegend geringer Qualität unter Ausnutzung billiger Arbeitskräfte dann auf dem europäischen Markt regelrecht verramscht werden. Hier versucht der Zoll, im Interesse von Wirtschaft und Verbrauchern für fairen Wettbewerb zu sorgen.

 

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