• 30. Januar 2020
  • 09:09
  • Umwelt

Hamburg: Workshop mit Wasserstoffnutzern aus Industrie und Verkehr

Um die Klimaziele zu erreichen, müssen bis 2050 alle Bereiche der Wirtschaft dekarbonisiert werden. Das gilt für den Verkehr genauso wie für die Industrie und Gebäude. Wasserstoff ist unverzichtbar, um die Klimaziele sicher zu erreichen. Grüner Wasserstoff kann dabei sowohl als nachhaltiger Energieträger etwa in der Luftfahrt, in Bussen wie auch als Grundstoff in der Industrie, etwa bei der Produktion von Stahl, Aluminium und Kupfer eingesetzt werden. Er kann ebenso in schweren Lkw Verwendung finden, in der Schifffahrt und im Öffentlichen Nahverkehr sowie in der Versorgung des Stadtgebietes mit Wärme. Am 29. Januar 2020 sind auf Einladung von Senator Michael Westhagemann 24 Unternehmen aus Hamburg zu einem Anwenderworkshop zusammengekommen. „Wir machen jetzt Nägel mit Köpfen“, sagt Westhagemann. „Für den Bau von Elektrolyseanlagen für Investoren und die Betreibermodelle müssen wir wissen, wie hoch der Bedarf ist. Seit heute ist klar, mit 100 Megawatt werden wir mittelfristig nicht auskommen. Die Nachfrage allein im Hafen liegt deutlich darüber.“
 
Geeignete Flächen für den Ausbau bestehender oder neue Elektrolyseanlagen gibt es in Hamburg. Mit dem Bundesumweltministerium und auf EU-Ebene ist Senator Westhagemann im Gespräch. Mögliche Betreiber und Investoren gibt es ebenfalls. Nun gilt es, Geschäftsmodelle gemeinsam mit der Wirtschaft für solche Anlagen zu entwickeln. „Und dann legen wir los, wir wollen schnellstmöglich in die Umsetzung kommen“, sagt Westhagemann. Dabei versteht sich die Stadt vor allem als Enabler, um geeignete Rahmenbedingungen für das Engagement der Wirtschaft bereitzustellen. Die Entwicklung einer sich selbst tragenden Wasserstoffwirtschaft ist kein Alleingang. Die Initiative im Hafen ist ein Schritt bei der Entwicklung und Umsetzung konkreter Verbundprojekte, die für den gesamten Norden von Interesse sind.

Hamburg ist darüber hinaus auch schon mit der Region Groningen in den Niederlanden, sowie Schottland und der Region Oslo im Gespräch. Am 6. Februar reist Senator Westhagemann zu Gesprächen mit norwegischen Ministerien und Unternehmen nach Norwegen um eine breite Allianz für eine gemeinsame Gestaltung der europäischen Rahmenbedingungen zu schmieden.
 
Norddeutschland hat das Zeug dazu, die Region zu werden, die die Energiewende ganz praktisch organisiert und das Erreichen der Klimaschutzziele konkret angeht – mit Hilfe von Wasserstoff. Die norddeutschen Länder sehen Wasserstoff aus erneuerbaren Energien als den strategischen Energieträger der Zukunft und wollen mit anderen Nordseeanrainern zur führenden europäischen Region der grünen Wasserstoff werden. Als Ziel haben sich die Länder in ihrer gemeinsamen Strategie die vollständige Versorgung aller interessierten Abnehmer mit ausreichend grünem Wasserstoff bis 2035 gesetzt.
 
Michael Westhagemann: „Wir müssen die Wasserstoffwirtschaft jetzt und mit hoher Priorität hier in Deutschland aufbauen. Die Bundesregierung darf sich nicht aus der Verantwortung für die Reform der staatlich regulierten Anteile am Strompreis ziehen, ebenso wenig wie für den zügigen weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland. Wir können uns, mit Blick auf die sehr teuren Aufbereitungs- und Logistikketten, die Hafeninfrastruktur und geeignete Schiffe als auch auf die erforderlichen stabilen Investitionsbedingungen nicht auf Wasserstoffimporte aus anderen Regionen verlassen, sondern müssen die Wertschöpfung, die Arbeitsplätze und das technologische Know-How als erstes hier vor Ort aufbauen.
 
Nur wenn hier für Unternehmen ein tragfähiges Geschäftsmodell entsteht, wird sich die Wasserstofftechnologie schnell auf- und ausbauen lassen. Wenn alle hiesigen Potenziale Kapazitäten bei den Erneuerbaren Energien ausgeschöpft sind, kann selbstverständlich auch importiert werden. Hier darf der Bund aber nicht vorzeitig auf die Wertschöpfung in Deutschland verzichten.
 
Unsere Industrie steht dafür in den Startlöchern und wir in Hamburg und Norddeutschland haben ein enormes Potenzial, ganz vorn mit dabei zu sein. Die Bundesregierung muss endlich die Weichen sowohl beim Wasserstoff wie beim weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien auf Wachstum stellen. Das fordern wir schon seit Langem und die Notwendigkeit zu Handeln ist mittlerweile dramatisch. In den kommenden Monaten werden wegweisende Entscheidungen zu treffen sein und ich appelliere an den Bund, die Zukunft unserer Wirtschaft – und das branchen- und sektorenübergreifend – nicht zu verspielen, indem zu früh nur auf das Import-Pferd gesetzt- und die Verantwortung an andere abgegeben wird. Deutschland braucht eine starke Wasserstoffwirtschaft, die die gesamte Wertschöpfungskette von den erneuerbaren Energien über die Elektrolyse-Anlagen bis hin zu den industriellen Verbrauchern umfasst. Hier in Hamburg arbeiten wir intensiv daran, die Wasserstoffwirtschaft der Zukunft aufzubauen, wir erarbeiten Wertschöpfungs- und Geschäftsmodelle für eine dekarbonisierte Industrie und Mobilität, gekoppelt mit zukunftsweisender Infrastruktur und Logistik mit dem Hamburger Hafen im Zentrum.“

Pressekontakt

Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation
Susanne Meinecke
Tel.: 040 42841 2239
E-Mail: pressestelle@bwvi.hamburg.de
 

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