• 09. Januar 2017
  • 11:28
  • Wirtschaft

Hamburg und Schleswig-Holstein arbeiten eng zusammen

Senator Frank Horch und Minister Reinhard Meyer stellen die wichtigsten gemeinsamen Projekte für 2017 vor.

Der Wirtschaftsstandort Norddeutschland ist für die Zukunft gerüstet. Die Herausforderungen an die Wirtschafts- und Verkehrspolitik machen nicht an Ländergrenzen halt. Die Zusammenarbeit zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein ist eng und vertrauensvoll. Es gibt viele Anknüpfungspunkte - Hamburg und Schleswig-Holstein kooperieren bereits seit vielen Jahren erfolgreich in industriellen Clustern und Branchennetzwerken. Zu erwähnen sind zum Beispiel das „Maritime Cluster Norddeutschland“, an dem inzwischen alle norddeutschen Küstenländer beteiligt sind, das Branchennetzwerk der Ernährungswirtschaft in Norddeutschland „foodRegio“, das Cluster „Life Science Nord“, die enge Zusammenarbeit zwischen dem Cluster „Erneuerbare Energien Hamburg“ und der „Netzwerkagentur Erneuerbare Energien Schleswig-Holstein“, das Luftfahrtcluster „Hamburg Aviation“ der Metropolregion Hamburg sowie das Branchennetzwerk der digitalen Wirtschaft Schleswig-Holsteins „DiWiSH“ in Kooperation mit „Hamburg@work“. Senator Frank Horch: „Wie gut die Zusammenarbeit nicht nur in der Politik, sondern auch bei den Unternehmen klappt, konnten alle feststellen, die uns aus Hamburg und Schleswig-Holstein auf unsere Reise in den Iran begleitet haben. Diese positiven Erfahrungen wollen wir fortsetzen. In diesem Jahr sind weitere gemeinsame Delegationsreisen z.B. nach Kopenhagen oder Indonesien geplant, auf denen wir für die Wirtschaft in unseren beiden Ländern Türen öffnen wollen.“ Minister Reinhard Meyer ergänzt: „Es profitieren beide Länder, wenn Schleswig-Holstein und Hamburg ihre jeweiligen Stärken gemeinsam bewerben. Gerade für internationale Partner ist es wichtig, dass wir gemeinsam norddeutsch denken und handeln.“

 
Für das Jahrhundertprojekt Energiewende sind innovative Lösungen und herausragendes Engagement notwendig. Unter dem Titel NEW 4.0 hat sich in Hamburg und Schleswig-Holstein eine einzigartige Projektinitiative aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik gebildet, die in einem länderübergreifenden Großprojekt eine nachhaltige Energieversorgung realisieren und gleichzeitig auch die Zukunftsfähigkeit der Gesamt-Region stärken will. Rund 60 Partner aus der Region und überregionale Partner bilden eine gut vernetzte und schlagkräftige „Innovationsallianz für das Jahrhundertprojekt Energiewende“ mit gebündeltem technologischem Know-how.
 
Neben der Nutzung regenerativer Energiequellen gewinnt auch der Einsatz von Flüssig-Erdgas (Liquefied Natural Gas, LNG) eine immer größere Bedeutung für die energetische Versorgung und Absicherung der Industrie. Ein nationales LNG-Terminal in Brunsbüttel könnte einen entscheidenden Beitrag zur Diversifizierung von Bezugsquellen für die Gasversorgung leisten und würde industrielle Abnehmer nicht nur vor Ort in Brunsbüttel, sondern weit über die Region hinaus in Hamburg, Norddeutschland und in ganz Deutschland versorgen können.

Das unterstützt auch der Hamburger Wirtschaftssenator: „Die Wirtschaftsregion Hamburg/Schleswig-Holstein würde mit einem nationalen LNG-Terminal deutschlandweit ein Alleinstellungsmerkmal schaffen, das deren Attraktivität als norddeutscher Industriestandort mit einem breit gefächerten Energieangebot deutlich steigert.“
Die Häfen in Hamburg und in Schleswig-Holstein kooperieren bereits in unterschiedlichen Bereichen. Ein besonderes Beispiel der Zusammenarbeit in Hafenfragen ist das gemeinsam von Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein getragene Hafenkonzept Unterelbe (Elbe Seaports). Darüber hinaus bestehen auf ministerieller Ebene im Rahmen der Hafenkooperation Norddeutschland fundierte kooperative Aktivitäten. Diese sollen weiterentwickelt werden.

Darüber hinaus haben die beiden norddeutschen Länder viele gemeinsame Interessen beim Ausbau der Verkehrsinfrastruktur und arbeiten hier vertrauensvoll zusammen. Die Arbeiten auf der A 7 und den übrigen Autobahnen werden gemeinsam koordiniert, die Anmeldung zum Bundesverkehrswegeplan intensiv miteinander abgestimmt. Minister Reinhard Meyer: „Mobilität macht nicht an Ländergrenzen halt. Deshalb ist es von großer strategischer Bedeutung, bei der Verkehrsinfrastruktur für Pendler-, Touristen- und Transitverkehre, bei den Hafenhinterlandanbindungen und den geplanten Schienenausbauprojekten eng zusammenzuarbeiten. Gemeinsam bringen wir den Norden voran.“

Ein wirtschaftspolitischer Meilenstein für 2017 ist die Entwicklung eines gemeinsamen Gewerbegebietes. Der Nordosten Hamburgs und das angrenzende Gebiet des Kreises Stormarn beiderseits der Bundesautobahn A1 bilden einen attraktiven und sehr dynamischen Wirtschaftsraum, in dem seit Jahren Gewerbeflächen nachgefragt werden. Allein in Wandsbek stehen der Nachfrage in den nächsten vier Jahren nur knapp 19 ha frei verfügbare Gewerbeflächen gegenüber, davon nur etwa 11 ha für Handwerk und Kleingewerbe. Um das Flächenangebot gemeinschaftlich und auf der Grundlager gelebter Zusammenarbeit in der Metropolregion zu verbessern, haben das Hamburger Bezirksamt Wandsbek und die Gemeinde Stapelfeld in Schleswig-Holstein die Planungen für ein grenzüberschreitendes Gewerbegebiet an der Landesgrenze zu Hamburg aufgenommen. So soll ein ca. 39,5 ha großer Gewerbestandort (Hamburg 26,5 ha / Stapelfeld 13 ha) in privater Verantwortung zweier kooperierender Grundeigentümer, der Jebens KG auf Hamburger Seite und der WAS auf Schleswig-Holsteiner Seite, entstehen. Reinhard Meyer sagt zu diesem Vorhaben: „Der Hamburger Rand ist ein besonders dynamischer Wirtschaftsstandort. Auf schleswig-holsteinischer haben wir freie, gut erschlossene Gewerbeflächen zu bieten, die gerade für Unternehmen attraktiv sind, die auf Hamburger Stadtgebiet nicht mehr wachsen können. Ein gemeinsames Gewerbegebiet zweier Bundesländer ist ein Novum und bringt beider Stärken aufs Beste zusammen.“
 

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