04. November 201416:57Schifffahrt

Hamburg im Kreuzfahrt-Olymp

Für die Kreuzfahrtsaison 2014 geht der Verein Hamburg Cruise Center (kurz: HCC) bei insgesamt 189 Schiffsanläufen von einem vorläufig erwarteten Passagiervolumen von 590.000 aus. Erst am 21. Dezember mit dem Anlauf der „Artania“ von Phoenix Reisen geht das diesjährige Kreuzfahrtjahr zu Ende.

Hamburg ist im Kreuzfahrt-Olymp angekommen und positioniert sich mit den Passagierzahlen der Saison 2013 erstmalig unter den TOP 20 der weltweiten Homeports. Gerd Drossel, geschäftsführendes Vorstandsmitglied HCC: „Mit einem Passagiervolumen von 552.459 und dem drittstärksten Wachstum aller TOP 20 – Homeports von 28 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, sichert sich Hamburg den 20. Platz.“ In einem Europa-Ranking entspricht dies Platz 7; in einem nordeuropäischen Vergleich ist es sogar schon die Bronzemedaille hinter Southampton (2013: 1.683.000) und Kopenhagen (2013: 805.000).

Besondere Themenkreuzfahrten für die Nebensaison

Während in den Häfen Kiel und Rostock die Kreuzfahrtsaison 2014 bereits beendet ist, empfängt Hamburg in den Monaten November und Dezember noch insgesamt acht Anläufe.

Darunter 2-mal die „Queen Mary 2“ mit einer Norwegen-Kreuzfahrt am 6. November ab/an Hamburg. Am 10. November geht es dann auf Schnupperreise von Hamburg nach Southampton und weiter auf der Transatlantik-Route nach New York.

Am 8. November 2014 startet die „MSC Magnifica“ ab Hamburg ihre Grand Voyage nach Buenos Aires, die insgesamt 20 Nächte umfasst.

Die „Artania“ befindet sich seit Ende September in der Lloyd Werft Bremerhaven und startet am 9. Dezember auf insgesamt drei ausgewählte Zusatz-Kurzreisen zwischen Hamburg und Amsterdam unter dem Motto „Vorweihnachtlicher Kurzurlaub“. Am 21. Dezember geht es dann ab Hamburg nach Marseille auf große Weihnachts- und Silvester-Kreuzfahrt.

Am 16. Dezember kommt zum ersten Mal die „Adonia“ von P&O Cruises nach Hamburg und besucht die Hansestadt auf ihrer weihnachtlichen, spektakulären 3-Städte Tour, inkl. Kopenhagen und Amsterdam.

Saison 2014: ein erneutes Rekordjahr

Gerd Drossel: „Wir gehen zum Saisonende von einem vorläufig erwarteten Passagiervolumen von 590.000 aus. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Wachstum von knapp 7 Prozent (2013: 552.459).“ So konnte abermals der 500.000ste Kreuzfahrtgast in der Hansestadt gezählt werden. Dieser kam als Transitgast am 7. September 2014 mit der „Legend of the Seas“ nach Hamburg, sprich sogar zwei Monate früher als im Vorjahr (6. November 2013).

Insgesamt wurde der Hamburger Hafen 189-mal von Kreuzfahrtschiffen angelaufen (+ 6,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr), davon waren 180 Start- und Zielanläufe, darunter 52 Teilreisewechsel, und neun Transitanläufe. Der Anteil der Turnaroundgäste, die in Hamburg ihre Reise beginnen bzw. beenden, liegt bei 95 Prozent (2013: 94 Prozent).

Gerd Drossel: „Hamburg festigt seine Position an der Spitze des deutschen Kreuzfahrthafenrankings und zählt nicht nur die meisten Ein- und Aussteiger in der Saison 2014 (Turnaroundgäste), sondern auch erstmalig die meisten Anläufe.“

Der Anteil an deutschen Kreuzfahrtgästen am Hamburger Gesamtpassagiervolumen liegt für die Saison 2014 bei 85 Prozent (2013: 80,1 Prozent). Dies verdeutlicht Hamburgs Position als optimaler Ein- und Ausstiegshafen für die deutsche Kreuzfahrerklientel. Der wachstumsstarke deutsche Quellmarkt (2013: 1,7 Millionen), der seit Jahren prozentual größere Zuwächse verzeichnen kann als der britische und amerikanische Markt, kombiniert mit dem Trend von Kreuzfahrten ab/an der eigenen Haustür, wird den Standort Hamburg auch in Zukunft weiter begünstigen.

Der restliche Anteil verteilt sich sehr vielfältig auf die verschiedensten Nationen, insgesamt 131, auf. Auf Rang zwei liegen die italienischen Passagiere mit 2,6 Prozent. Insgesamt konnten knapp 15.500 Italiener gezählt werden, davon ca. 14.000 die ab/an Hamburg gefahren sind und 1.500 italienische Transitpassagiere. Der enorm gestiegene Anteil an italienischen Passagieren begründet sich durch die Positionierung von MSC Kreuzfahrten und Costa Kreuzfahrten mit regelmäßigen An- und Abfahrten ab Hamburg.

Es folgen die Schweizer mit 2,2 Prozent; dies entspricht knapp 13.000 Ein- und Aussteigern. Die britischen Passagiere machen einen Anteil von 2 Prozent aus; insgesamt 12.000 Passagiere, davon ca. 4.000 britische Ein- und Aussteiger zuzüglich 8.000 Transitgästen. Dieser Anteil ist auf die Reisen der Cunard-Schiffe und den Weihnachtsanlauf zurückzuführen, der im Vergleich zum Vorjahr gesunken ist.

Jeweils 1,7 Prozent der Passagiere stammen aus Österreich, Frankreich und den USA, gefolgt von den Spaniern mit 1,2 Prozent.

Hamburg: ein Standort für die gesamte Kreuzfahrtindustrie

Reedereien nutzen den Anlauf in Hamburg auch für vor- bzw. nachgelagerte Werftaufenthalte oder kombinieren den geplanten Werftaufenthalt mit einem zusätzlichen Anlauf in der Hansestadt. Der Hamburger Hafen ist europaweit der zweitgrößte Containerhafen und ein bedeutender Universalhafen. So findet sich hier eine entsprechende Vielfalt an maritimen Unternehmen, Zulieferern und Dienstleistern, bspw. die Werft Blohm+Voss, die seit über 135 Jahren im Schiffbau tätig ist und sich für den Schiffumbau und für die Schiffreparatur im Bereich der Kreuzfahrt einen Namen gemacht hat. So wurde erst kürzlich ein „Favoured Customer Agreement“ zwischen der Werft und Carnival Corporation geschlossen. Blohm+Voss ist somit „Preferred Supplier“ für alle Dienstleistungen im Bereich Reparatur und Service für die Carnival-Flotte in Europa. Mit dieser Vereinbarung ist Blohm+Voss die einzige nord-europäische Werft, mit der die Carnival-Gruppe einen entsprechenden Vertrag eingegangen ist.

In diesem Jahr werden es bis zum Jahresende insgesamt neun Schiffe sein (2013: 6 Schiffe), die Blohm+Voss in seinen Docks betreuen wird. Gerade erst war die „Quantum of the Seas“ von Royal Caribbean International zu Inspektionsarbeiten im Dock Elbe 17.

Im November und Dezember folgen die „Black Watch“, die „Braemar“, die „Aurora“ und die „Balmoral“.

Die totale Werftaufenthaltszeit für das Jahr 2014 über alle Kreuzfahrtschiffe bemisst sich dabei auf 106 Tage (2013: 93 Tage).

Kreuzfahrtjahr 2015: die Nachfrage bleibt stabil

Gerd Drossel: „Die Kapazitäten pro Schiff nehmen in Nordeuropa weiterhin zu und folglich werden auch zukünftig in Hamburg immer größere Schiffe die Terminals anlaufen.“ So wird bspw. die „MSC Magnifica“ mit einer Passagierkapazität von 2.518 im kommenden Jahr durch die „MSC Splendida“ mit insgesamt 3.247 unteren Passagierbetten ersetzt. Die „MSC Splendida“ wird damit das größte Passagierschiff sein, das von der Hansestadt aus regelmäßig Kreuzfahrten anbietet.

AIDA Cruises zeigt 2015 hingegen nach wie vor am Standort Hamburg die größte Präsenz aller Reedereien. Fünf AIDA-Schiffe („AIDAsol“, „AIDAdiva“, „AIDAbella“, „AIDAluna“, „AIDAmar“) nehmen 55-mal Kurs auf Hamburg. Auch die Reederei AIDA Cruises plant mit „AIDAprima“ das größte Schiff seiner Flotte in Hamburg zu stationieren. Ab dem Frühjahr 2016 wird „AIDAprima“ wöchentlich ab/an Hamburg in See stechen.

Reedereien wie bspw. TUI Cruises und Norwegian Cruise Line bringen ebenfalls immer größer werdende Neubauten auf den Markt. Hamburg reagiert auf diese Marktentwicklung mit dem Bau des Kreuzfahrtterminals in Steinwerder.

Bislang liegen 164 Schiffsanmeldungen für die Saison 2015 vor (154 Start- und Zielanläufe, darunter 24 Teilreisewechsel, und zehn Transitanläufe) mit einem zu erwartenden Passagiervolumen von 525.000 (- 11 Prozent).

Begründet durch die größeren Schiffskapazitäten wird in der Saison 2015 die Passagierzahl prozentual weniger sinken als die Anzahl der Anläufe.

Kreuzfahrthöhepunkte 2015

Gerd Drossel: „Dennoch ist 2015 ein Jahr voller Höhepunkte. 22 Reeder haben für die Saison 2015 insgesamt 34 Kreuzfahrtschiffe in der Hansestadt angemeldet. Dies bietet jedem Kreuzfahrtinteressierten eine große Auswahl und die Möglichkeit, das für sich passende Produkt ab Hamburg zu buchen.“

Die Saison wird bereits am 8. Januar mit dem Anlauf der „Queen Elizabeth“ eröffnet. Der meist frequentierte Monat ist der Mai 2015 mit 38 Anläufen mit einem einhergehenden Passagiervolumen von ca. 120.000. Im Juni 2015 folgt dann die Fertigstellung der Terminalinfrastruktur in Steinwerder.

Erstmalig wird es in Hamburg die Kreuzfahrtwoche vom 7. bis 13. September 2015 geben. In dieser Woche finden sowohl die Seatrade Europe, die zweitgrößte Fachmesse der Kreuzfahrtindustrie, der fvw CruiseLive-Kongress, der Kreuzfahrt-Event für den Reisevertrieb zum Kreuzfahrt-Business und die Hamburg Cruise Days statt. Zu den fünften Hamburg Cruise Days werden acht Schiffe erwartet. Den Auftakt am 11. September machen die „Costa neoRomantica“ und die „Amadea“. Am 12. September folgen „Mein Schiff 4“, „Europa“, „Deutschland“ und „AIDAbella“. Den Abschluss am Sonntag bilden „Queen Mary 2“ und „MSC Splendida“.

Zum Ende des Jahres erfolgt ein ganz spezieller Erstanlauf. Der Neubau „Norwegian Escape“ von Norwegian Cruise Line wird im Rahmen seiner Vorstellungsreise am 23. Oktober 2015 als erstes Schiff der US-amerikanischen Reederei ab Hamburg starten.

In der Saison 2015 kommt die LNG Hybrid Barge „Hummel“, die am 18. Oktober in Hamburg getauft wurde, regelmäßig zum Einsatz. Ebenso wird die Landstromanlage für den Kreuzfahrtterminal Altona in Betrieb genommen.

 

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