07. Januar 201409:32

Hafenlotsen manövrierten längstes Schiff in Hamburg sicher ans Terminal

Am 6. Januar machte die EUGEN MAERSK erstmals an einem Hamburger Containerterminal fest. In der Nacht zum 7. Januar setzte sie ihre Reise in Richtung Fernost fort. Mit 397 Meter ist sie das längste Schiff, das bisher in einem Liniendienst die Revierfahrt von der Nordsee bis nach Hamburg und zurück angetreten ist. Das Containerschiff der E-Klasse der Reederei Maersk Line wurde im vierten Quartal 2013 in den Asien-Europa Dienst AE-2 aufgenommen und wird somit ab sofort regelmäßig am Eurogate Container Terminal Hamburg anlegen. Zuvor wurde der Containerriese im AE-10 Dienst eingesetzt, der andere Häfen in Nordeuropa bedient. Insgesamt 11 Schiffe verbinden Hamburg in dem AE-2 wöchentlich mit Tanjung Pelepas (Malaysia), Hongkong, Singapur, Busan (Korea), sowie den chinesischen Häfen Dalian, Xingang, Qingdao, Ningbo, Schanghai und Yantian. Ein Rundlauf dauert rund 77 Tage.

Die EUGEN MAERSK ist 397 Meter lang, 56,4 Meter breit und kann bis zu 15.550 TEU (20-Fuß-Standardcontainer) transportieren. Damit die Navigation sicher funktionieren konnte, haben die Hamburger Hafenlotsen vorab in einem Schiffssimulator das Ein- und Auslaufen geprobt und perfektioniert. „Mit den bereits von uns in einem Schiffssimulator gemachten Erfahrungen zur Abfertigung der Großcontainerschiffe mit 16.000 TEU der Reederei CMA CGM und einer aktuellen Forschungs- und Entwicklungsstudie zur Beurteilung der Besonderheiten der MAERSK E-Klasse beim Ein- und Auslaufen in den Hamburger Hafen sind wir bestens auf diese besonders großen Seeschiffe vorbereitet“, sagt Tim Grandorff, 1. Ältermann Hafenlotsenbrüderschaft Hamburg.

Mit den im Simulator programmierten exakten Daten und Konstruktionsmerkmalen dieses Schiffstyps haben sich die Lotsen auf unterschiedliche Situationen wie Windstärke, Strömung, Eisgang oder Nebel vorbereitet. Der Hamburger Hafenkapitän zeigte sich nach der erfolgten Abfertigung des Schiffes sehr zufrieden: „Der Anlauf der Eugen Maersk verlief problemlos. Auf den Erstanlauf eines Schiffs dieser Klasse hatten wir uns zuvor durch Tests im Simulator gut vorbereitet. Sowohl die Passage auf der Elbe als auch das Drehmanöver vor dem Parkhafen und die Fahrt zum Liegeplatz erfolgten daher ohne Komplikationen“, sagt Hafenkapitän Jörg Pollmann.

Der Anlauf eines MAERSK Schiffes der E-Klasse in Hamburg ist auch ein Zeichen für die Attraktivität des Hafenstandortes. Zugleich wird dadurch deutlich, dass die Seeschifffahrt dringend die Fahrrinnenanpassung von Unter- und Außenelbe benötigt. Die Anläufe der in Fahrt befindlichen Containerriesen dürfen nämlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese Schiffe den Hamburger Hafen unter den derzeit geltenden Tiefgangs- und Breitenrestriktionen nicht voll beladen und nur in einem eng begrenzten Zeitfenster erreichen oder verlassen können.

 

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