22. September 201515:52Hinterland

Hafenabend in St. Petersburg: Hamburg und St. Petersburg vertrauen auf Zusammenarbeit

Die unverändert bestehenden Handelssanktionen, der schwache Rubel, der Ölpreisverfall und die wirtschaftlichen Rezessionen beeinflussen weiterhin den Containerverkehr zwischen Hamburg und Russland. Trotz der daraus resultierenden rückläufigen Umschlagentwicklung im ersten Halbjahr, blicken die rund 260 Teilnehmer des Hafenabends in St. Petersburg optimistisch auf das kommende Jahr.
Als Ehrengast aus der Elbestadt war Olaf Scholz, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg angereist. Evgeny Grigorjev, Vorsitzender des Komitees für Außenbeziehungen der Stadtverwaltung von St. Petersburg zählte ebenso zu den Gästen wie zahlreiche hochrangige Vertreter aus der deutschen und russischen Transport- und Logistikwirtschaft.
 
Hafen Hamburg Marketing Vorstand Ingo Egloff betonte in seinem Grußwort die besondere Bedeutung Russlands als einer der wichtigsten Partner des Hamburger Hafens: „Die Hamburger Hafenwirtschaft hofft, dass auf der politischen Ebene bald wieder Rationalität und gegenseitiges Vertrauen vorherrschen, denn diese sind eine Grundlage für Handel, wirtschaftliche Beziehungen sowie weitere Zusammenarbeit in der Zukunft“. Dies war auch der Tenor des Hintergrundgesprächs mit Vertretern der deutschen und russischen Transport- und Logistikwirtschaft, das im Rahmen der Bürgermeisterreise von Olaf Scholz und im Vorfeld des Hafenabends stattfand.
 
In seinem Grußwort betonte Olaf Scholz, dass Hamburg und St. Petersburg nicht nur die 58-jährige Städtepartnerschaft, sondern auch die Seewege verbinden: „Hafenstädte wie Hamburg und St. Petersburg haben manches gemein: Beide definieren sich stark über Wasser und Schifffahrt, welche die Wirtschaft genauso wie das Lebensgefühl prägen. Und sie taugen nicht zum Solo-Dasein, sondern brauchen die Verbindung zu anderen Häfen: Wer am Fluss liegt, muss die Dinge im Fluss halten und immer wieder auf andere zugehen. Das ist auch gut für die Wirtschaft.“
 
Evgeny Grigorjev wies in seinem Grußwort darauf hin, dass Georgy Poltavtschenko, Gouverneur von St. Petersburg den Besuch des Ersten Bürgermeisters Hamburgs bei solcher für unseren beiden Länder nicht einfachen Zeiten mit großer Dankbarkeit wahrgenommen habe, und wünschte beiden Hafenstandorten viel Erfolg, wachsenden Umschlag und eine weiterhin erfolgreiche Zusammenarbeit unter stabilen wirtschaftspolitischen Bedingungen.
 
Im Rahmen des Hafenabends wurde für die anwesenden Mitglieder von Hafen Hamburg Marketing eine Besichtigung in dem neuen St. Petersburger Tiefwasserhafen Bronka organisiert. Dort befindet sich zurzeit ein neues Multi-Purpose-Terminal im Bau. Während des Gesprächs in Bronka präsentierte Alexey Shukletsov, Geschäftsführer des Hafenbetreibers Fenix Group, die konkreten Entwicklungspläne des Universalhafens Bronka und erklärte dessen strategische Bedeutung für die zukünftigen Ladungsströme zwischen der Russischen Föderation und Deutschland. Shukletsov betonte: „Hamburg und St. Petersburg sind nicht nur Partnerstädte, sondern auch wichtige Player in den Außenhandelsbeziehungen beider Länder. Der Hafen Bronka trägt zur Erhöhung der Hafenkapazitäten in der Region St. Petersburg bei. Dies führt zukünftig nicht nur zu einem besseren Service für Hafenkunden, sondern auch hoffentlich zu noch intensiveren Geschäftsbeziehungen mit dem Hamburger Hafen. Der Hafen Bronka sieht sich nicht nur als Umschlagplatz für Russland, sondern auch als Hub für Transitladung. Hier könnte der neue Standort durch seine Nähe zu St. Petersburg genutzt werden, um Transitladung weiter in die benachbarten Länder und Häfen zu transportieren“. Die Intensivierung der Zusammenarbeit mit Hamburg sieht Alexey Shukletsov als strategische Zukunftsausrichtung des neuen Hafens.
 
Der Hafenabend St. Petersburg fand am 17. September 2015 im Restaurant „Le Vernissage“ im Hotel Ambassador statt und wurde von Hafen Hamburg Marketing e.V. (HHM) ausgerichtet.
 
Der Containerverkehr zwischen Hamburg und russischen Häfen erreichte im ersten Halbjahr 212.000 TEU. Im Export nach Russland werden vor allem Nahrungs- und Genussmittel, chemische Erzeugnisse, Maschinen und Ausrüstungen umgeschlagen. Wichtigste Importgüter sind Kokerei- und Mineralölerzeugnisse, Kohle, Erdöl und Erdgas sowie chemische Erzeugnisse.
 

Bildergalerie (1 Bild)

Hafenabend in St. Petersburg: Hamburg und St. Petersburg vertrauen auf Zusammenarbeit Zur Bildergalerie
    Pressekontakt
  • Bengt van Beuningen

    Bengt van Beuningen

    +49 40 37709 110
  • Julia Delfs

    Julia Delfs

    +49 40 37709 118