28. Juli 201413:10

Hafenabend in Dortmund bringt Hamburg und Nordrhein-Westfalen noch ein Stück näher zusammen

Eine neue Hafenvertretung, eine Absichtserklärung zur intensiveren politischen Zusammenarbeit und zahlreiche Jubiläen – Die Verkehrswirtschaft und -politik Hamburgs und Nordrhein-Westfalens hatten für den Hafenabend mit Podiumsdiskussion am 24. Juli in Dortmund viele gute Nachrichten im Gepäck.

Mit einem jährlichen Verkehrsaufkommen von rund 500.000 TEU (20-Fuß-Standardcontainer) ist Nordrhein-Westfalen die zweitwichtigste Region im Container-Hinterlandverkehr des Hamburger Hafens. Verlader und Speditionen aus Nordrhein-Westfalen nutzen das dichte Netz an weltweiten Liniendiensten via Hamburg für die globale Verteilung von Im- und Exportware, darunter überwiegend Handelsware und Kaufhausgüter, Metalle und Metallerzeugnisse, Maschinen und Ausrüstung, Fahrzeuge sowie Nahrungs- und Genussmittel.

Die Herausforderungen im Seehafenhinterlandverkehr von morgen waren das Hauptthema des gemeinsam vom Hafen Hamburg Marketing e.V., der Dortmunder Hafen AG und der Container Terminal Dortmund GmbH veranstalteten Hafenabends. Nach den Grußworten der Veranstalter sowie der Bürgermeisterin der Stadt Dortmund, Birgit Jörder, hob Michael Groschek, Minister für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, die gute Zusammenarbeit zwischen den Häfen in Dortmund und Hamburg hervor: „Der Dortmunder Hafen mit seiner verkehrstechnisch attraktiven Lage im Osten des Ruhrgebietes und Deutschlands größter Universalhafen Hamburg arbeiten schon heute gut zusammen und wollen diese Erfolgsgeschichte fortschreiben. Ich freue mich besonders, dass Hafen Hamburg Marketing eine Repräsentanz in Nordrhein-Westfalen eröffnet hat und damit ein weiterer Schritt zur Zusammenarbeit zwischen See- und Binnenhäfen getan wird." Das neue Büro, unter Leitung von Volker Hahn, wurde letzte Woche in Dortmund eröffnet, damit Hafen Hamburg Marketing die Region Nordrhein-Westfalen noch schneller und intensiver vor Ort betreuen kann.

Auch die Hamburger Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI) engagiert sich im Rahmen ihrer Standort- und Verkehrspolitik besonders für den Ausbau der Gütertransporte von und nach Nordrhein-Westfalen auf der Schiene. Staatsrat Dr. Bernd Egert: „Angesichts des prognostizierten Güterwachstums über die Nordeuropäischen Seehäfen möchten wir die Zusammenarbeit mit dem Verkehrsministerium Nordrhein-Westfalens weiter intensivieren und uns gemeinsam dafür engagieren, den Anforderungen der verladenden Wirtschaft in diesem bedeutenden Marktumfeld noch besser gerecht zu werden.“

Beide Bundesländer wollen sich für eine Optimierung des Modal Splits einsetzen. Um die Potenziale der umweltfreundlichen Verkehrsträger Bahn und Binnenschiff im Hinterlandverkehr besser aktivieren zu können, unterzeichneten Staatsrat Dr. Egert und Minister Michael Groschek auf dem Hafenabend eine Absichtserklärung zur Optimierung des Güterverkehrs zwischen Hamburg und Nordrhein-Westfalen. In enger Abstimmung mit relevanten Marktteilnehmern sollen dabei vor allem Maßnahmen für einen verbesserten Modal Split identifiziert und umgesetzt werden.

Rund 79 Prozent der Containertransporte zwischen Hamburg und Nordrhein-Westfalen werden zurzeit per Lkw abgewickelt, etwa 19 Prozent entfallen auf die Bahn und 2 Prozent nutzen die Binnenwasserstraßen-Verbindung über den Mittellandkanal. „Die Bahn und das Binnenschiff bieten leistungsfähige Transportverbindungen für die Zu- und Ablaufverkehre von Deutschlands größtem Universalhafen. Wir würden uns wünschen, auch im Hinterlandverkehr mit Nordrhein-Westfahlen eine ähnlich hohe Quote wie mit Bayern zu erreichen, wo heute schon mehr als 62 Prozent auf der Schiene laufen“, sagte Hafen Hamburg Marketing e.V. Vorstand Axel Mattern.

Diese und weitere Herausforderungen im Seehafenhinterlandverkehr wurden in der von Melanie Graf, character PR, moderierten Podiumsdiskussion diskutiert. Mit dabei waren auch Harald Wöhlbier, Geschäftsführer IKEA Distribution Services GmbH, und Uwe Büscher, Vorstand Dortmunder Hafen AG. Ikea hat sein Europa-Distributionszentrum in Dortmund und importiert dafür über den Hamburger Hafen jährlich rund 45.000 TEU. Für Wöhlbier ist bei der Hafenwahl für die Importabwicklung vor allem entscheidend, dass es schnelle und zuverlässige Verbindungen gibt, die seine Ware pünktlich nach Dortmund bringen. Dafür ist die Containerzugverbindung zwischen Hamburg und Dortmund hervorragend. Seit 25 Jahren sind die Häfen in Dortmund und Hamburg durch tägliche Zugverbindungen vernetzt. „Mit dem Ausbau unseres KV-Terminals in Dortmund schaffen wir die Voraussetzung, noch schneller und effektiver auch wachsende Transportmengen auf der Schiene zwischen Hamburg und Dortmund abzuwickeln“, erklärte Büscher. Die Verlagerung von Transporten von der Straße auf die Schiene – oder im Falle von Großraum- und Schwertransporten auf die Wasserstraße – ist nach Meinung von allen Podiumsteilnehmern machbar, wenn Seehäfen und Binnenhäfen sowie Verlader und Transportunternehmen zusammenarbeiten.

Neben dem 25-jährigen Bestehen der Containerzugverbindung zwischen Hamburg und Dortmund wurden im Rahmen des Hafenabends noch drei erfreuliche Jubiläen durch Reinhard Schulz, Hauptgeschäftsführer der IHK Industrie- und Handelskammer zu Dortmund, gewürdigt: das 115-jährige Bestehen des Dortmunder Hafens, die 75-jährige Erfolgsgeschichte der Dortmunder Hafen AG und das 25ste Jubiläum des Container Terminal Dortmund GmbH.