• 15. November 2019
  • 09:17
  • Hinterland

Hafenabend Berlin: Plädoyers für umweltfreundlichen Verkehrsträger Bahn

Mit über 150 Teilnehmern aus Politik und Wirtschaft – darunter Staatsrätin Almut Möller und der Tschechische Botschafter Tomáš Podivínský – fand am 12. November der traditionelle Hafenabend in der Hamburgischen Landesvertretung in Berlin statt. In ihrem Grußwort betonte die Staatsrätin, dass die Landesvertretung ein gelebtes Beispiel für das Zusammenwachsen Deutschlands nach dem Mauerfall sei. Anhand von Beispielen im Bereich Städtebau und branchenübergreifender Digitalisierung stellte sie fest, „dass für die Hamburger der Hafen nicht nur ein Umschlagsplatz für Güter sei, sondern integraler Bestandteil der Stadt und eine Grundlage für die besondere Lebensqualität Hamburgs.“
 
Ingo Egloff und Axel Mattern, Vorstände Hafen Hamburg Marketing nutzten die Gelegenheit, über die wirtschaftliche Lage des Hamburger Hafens zu informieren. Während der Hafen in den Vorjahren immer das Ergebnis gehalten habe, verzeichne er in diesem Jahr ein signifikantes Wachstum“, sagte Egloff. So sei in den ersten sechs Monaten dieses Jahres der Umschlag um 4,7 Prozent gewachsen und der Containerumschlag sogar um 7,5 Prozent. Im Wesentlichen dazu beigetragen haben die vier neuen Nordamerikadienste der Linien Hapag-Lloyd und ONE, die jetzt am Terminal Altenwerder abgefertigt werden sowie vier neue Feederdienste, die von Hamburg aus die Ostsee bedienen.

Auch im Hinterlandverkehr verzeichne der Hafen mit der Eisenbahn ein Wachstum von 12 Prozent, was noch einmal Hamburgs Stellung als größter Eisenbahnhafen Europas festige, sagte Mattern.

Jens Meier, CEO Hamburg Port Authority (HPA), erläuterte, wie Investitionen in moderne Infrastruktur und smarte digitale Lösungen zur Effizienzsteigerung bei der Hafenbahn führten. Als Beispiele nannte er die Reduzierung von Reparatur- und Wartungszeiten durch das erweiterte Angebot der Lokservicestelle mit Dieseltankstelle, Schiebebühne, Besandungsanlage und Werkstatt. „Durch intelligente Systeme der Verkehrssteuerung gelingt es uns immer besser, die Effektivität der Bahnverkehre zu erhöhen“, unterstrich Meier und versicherte den Gästen, „dass dadurch noch genügend Luft nach oben für weitere Steigerungen im Hamburger Hafen ist.“

Die enge Taktung der Bahnabfahrten von Hamburg – mehr als 1.300 pro Woche – ist einer der großen Vorteile des Hamburger Hafens gegenüber den Wettbewerbern. Der Modal Split im Containerverkehr liegt inzwischen bei 45,5 Prozent. Ziel ist, diesen Anteil noch zu steigern. Die beiden größten deutschen Seehäfen Hamburg und Bremen/Bremerhaven haben zusammen einen Anteil von 71 Prozent beim Container-Bahntransport. Unter den vier größten Nordrangehäfen beträgt der Anteil Hamburgs allein 48 Prozent.  

Angesichts der aktuellen Umweltdiskussionen ist es als positiv zu werten, dass der Eisenbahnanteil so hoch ist und nach wie vor steigt. Egloff plädierte dafür, dass dies so bleibe, indem die Maßnahmen aus dem Bundesverkehrswegeplan zur Verbesserung des Bahnverkehrs auch umgesetzt werden und der Güterverkehr nicht zugunsten des Personenverkehrs vernachlässigt wird. Gleichzeitig müsse jedoch auch der Wasserweg Elbe weiter ertüchtigt werden, so Egloff. Das sei eine Aufgabe, bei der auch eng mit der Tschechischen Republik zusammengearbeitet werden muss.
 

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