26. November 201415:01Hinterland

Hafen Hamburg und Wirtschaftsregion Berlin-Brandenburg sind auf gute Verkehrsanbindungen angewiesen

Unter dem Motto „Hafen Hamburg – gewappnet für die Zukunft“ stand der diesjährige Hamburger Hafenabend in Berlin, der am 13. November 2014 in der Landesvertretung der Freien und Hansestadt Hamburg stattfand. Aus Berlin und Brandenburg folgten 140 Vertreter aus der verladenden Wirtschaft, Logistik, Politik und Institutionen der Einladung von Hafen Hamburg Marketing e.V. (HHM) und nutzten die Gelegenheit, sich über aktuelle Entwicklungen im Hafen und der Metropolregion Hamburg zu informieren.

In seinen Begrüßungsworten unterstrich der Leiter der Landesvertretung, Senatsdirektor Franz-J. Klein, die Bedeutung des Hamburger Hafens nicht nur für Berlin, Brandenburg und die Hansestadt, sondern auch für die gesamte wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands. Stefan Kunze, Leiter der HHM-Repräsentanz Deutschland-Ost, skizzierte anschließend kurz aktuelle Entwicklungen bei den notwendigen Hinterland-Verkehrsinfrastrukturprojekten des Hamburger Hafens. Während im Bahnverkehr die wichtigsten Vorhaben in der Realisierung sind, waren im vergangenen Jahr keine positiven Ergebnisse hinsichtlich der Ertüchtigung der Wasserstraße Elbe zu erkennen, obwohl diese für Hamburg und die im Binnenland angebundenen Wirtschaftsregionen von großer wirtschaftlicher Bedeutung ist, so Stefan Kunze. Die besonders von Seiten des Bundes geforderte bessere Einbindung der Binnenschifffahrt in die Abfertigungsprozesse des Hamburger Hafens kann jetzt durch das Angebot der Feeder Logistik Zentrale (FLZ), diese zu koordinieren, umgesetzt werden. Stefan Kunze unterstrich dabei, dass nur auf dem Gebiet des Containertransports Defizite bestehen. Bei Massengütern und Projektladungen ist das Binnenschiff traditionell ein gleichberechtigter Partner.

Ingo Egloff, Vorstand HHM, betonte, dass eine leistungsstarke Hafeninfrastruktur nur dann vollen Nutzen bringt, wenn auch das gesamte Verkehrswegenetz im Binnenland der Wirtschaft für einen störungsfreien Zu- und Ablaufverkehr mit dem Seehafen zur Verfügung steht. Er unterstrich in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit verstärkter Investitionen in diesem Bereich. Denn vor dem Hintergrund der Ablastung bzw. Sperrungen von Straßen- und Eisenbahnbrücken sind bereits heute erhebliche Umwege in Kauf zu nehmen, um Güter von und zu den Seehäfen transportieren zu können. Trotz dieser Beeinträchtigungen ist es dem Hamburger Hafen gelungen, auch in diesem Jahr den Erfolgskurs fortzusetzen. „Nur durch das effiziente Zusammenspiel von Seehafenwirtschaft und Hinterland-Logistik sowie einem sehr guten Baustellenmanagement konnte das gestiegene Wachstum, übrigens erheblich gegen den allgemeinen Trend in der Nordrange, realisiert werden“, betonte Egloff. „Die Zahlen zeigen deutlich, dass der Hafen Hamburg trotz zum Teil negativer Berichterstattung in der Presse ein leistungsfähiger und zukunftsträchtiger Standort ist“, fuhr Egloff fort. Im Bereich Bahnverkehre hat Hamburg mit weiteren Zuwächsen seine Rolle als führender Eisenbahnhafen in Europa gefestigt. Auch auf den Umschlagterminals im Hafen wurden die internen Abläufe in der Containerabfertigung optimiert.

Abschließend erläuterte Wolfgang Hurtienne, Geschäftsführer der Hamburg Port Authority AöR, dass aufgrund des prognostizierten Wachstums der Umschlagmengen Produktivität und Service-Qualität des Hamburger Hafens und seiner Hinterlandanbindungen von großer Wichtigkeit sind. Dabei unterstrich er, dass neben Investitionen in die Infrastruktur vor allem die Optimierung der Prozesse im Vordergrund stehen müssen.

Beim anschließenden Networking gab es einen lebhaften Meinungs- und Erfahrungsaustausch. Der Hamburger Hafenabend brachte die Akteure aus der Metropolregion Hamburg mit den Vertretern aus dem Wirtschaftsraum Berlin-Brandenburg zusammen und es wurden die bestehenden guten Kontakte vertieft.

Der Exportanteil am Bruttosozialprodukt lag 2013 in Berlin bei einem Volumen von 12,8 Milliarden Euro bei 11,7 Prozent. Hauptexportgüter sind pharmazeutische Produkte, Fahrzeuge und Fahrzeugteile sowie Produkte zur Elektrizitätserzeugung und –verteilung. Zwischen der Hauptstadt und dem Hamburger Hafen wurden im vergangenen Jahr 54.000 TEU transportiert. Die Exportquote Brandenburgs betrug 2013 sogar 22,2 Prozent, 13,1 Milliarden Euro. Wichtige Exportgüter waren dabei Stahlerzeugnisse, Papier und Holzwaren, Fahrzeugteile und chemische Produkte. Rund 117.000 TEU werden jährlich aus Brandenburg über den Hamburger Hafen im- und exportiert. Beide Bundesländer sind über die Autobahn A24 sehr gut an Deutschlands größten Seehafen angebunden. Waren aus der Region werden außerdem per Binnenschiff über die Elbe, Spree und Havel in den Hamburger Hafen transportiert, der mit jährlich rund 10.000 Anläufen drittwichtigster Binnenhafen der Bundesrepublik ist. Der größte Anteil, über 56 Prozent, der in Hamburg für die Region umgeschlagenen Waren werden per Eisenbahn transportiert. Zwischen dem Hamburger Hafen und den Inlandterminals in Berlin-Brandenburg verkehren wöchentlich 50 Containerzüge.