24. Mai 201614:44Hinterland

Großes Interesse an Deutschlands größtem Universalhafen im Rheinland

Mehr als 250 Gäste aus Industrie, Handel und Verkehrsgewerbe sowie Institutionen und Verbänden nutzten den vom Gastgeber Hafen Hamburg Marketing e.V. organisierten Hafenabend in Düsseldorf, um sich über neue Entwicklungen im Hamburger Hafen und seine Seehafenhinterlandverkehre mit Nordrhein-Westfalen zu informieren.
 
Aus Hamburger Hafensicht gilt es Nordrhein-Westfalen (NRW), die für den Hafen zweitwichtigste Marktregion im Containerverkehr, noch besser mit Hamburg zu verbinden. Um das zu erreichen, soll der Anteil der mit der Eisenbahn transportierten Container in den kommenden Jahren von heute 20 Prozent auf 30 Prozent ausgebaut werden. Mit einem jährlichen Verkehrsaufkommen von rund 500.000 TEU (20-Fuß-Standardcontainer) bietet NRW mit seinen ausgeprägten Import- und Exportverkehren beste Voraussetzungen für mehr Gütertransporte auf der Schiene. Verlader und Speditionen aus Nordrhein-Westfalen nutzen das dichte Netz an weltweiten Liniendiensten via Hamburg für die globale Verteilung von Im- und Exportwaren, darunter überwiegend Handelswaren und Kaufhausgüter, Metalle und Metallerzeugnisse, Maschinen und Ausrüstung, Fahrzeuge sowie Nahrungs- und Genussmittel.
 
Volker Hahn, der als Leiter der Hamburger Hafenrepräsentanz in Dortmund die Marktregion NRW bearbeitet, weist daraufhin, dass trotz der direkten Anbindung der Westhäfen durch den Rhein, auf dem vor allem Massengüter transportiert werden, die deutschen Seehäfen Bremerhaven und Hamburg einen Anteil von rund 35 Prozent aller Containertransporte von und nach NRW erreichen. „Mit neuen KV-Terminalkapazitäten, wie beispielsweise durch das Anfang Februar neu eröffnete KV-Terminal in Dortmund, können wir die Transportkapazitäten auf der Schiene durch zusätzliche Zugangebote für die Verlader in NRW noch attraktiver gestalten und uns im Wettbewerb mit den Westhäfen positiv positionieren“, betont Axel Mattern, Vorstand Hafen Hamburg Marketing. Thomas Lütje, Geschäftsführer HHLA Container Terminals, verdeutlicht in seiner Begrüßungsrede, dass die HHLA neben den großen Investitionen in die Eisenbahnverkehre den LKW auf keinen Fall vernachlässigen und mit einem neuen LKW-Slotbuchungsverfahren für eine verbesserte Abfertigung an den HHLA Terminals im Hamburger Hafen sorgen wird. Auch der Ausbau des KV-Terminals auf dem HHLA Container Terminal Altenwerder von heute 785.000 TEU Jahresumschlagkapazität auf 930.000 TEU wird zusätzliche Bahnverkehre und damit auch attraktive Zugverbindungen zwischen KV-Terminals in NRW und den Hamburger Umschlagterminals generieren, ist Lütje sicher.
 
Die Referenten Staatssekretär Dr. Günther Horzetzky, Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes NRW, Staatsrat Dr. Rolf Bösinger, Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation der Freien und Hansestadt Hamburg sowie Hafen Hamburg Marketing Vorstand Axel Mattern gaben den zahlreichen Gästen einen umfassenden Überblick zu den anstehenden Herausforderungen und den Potenzialen, die der Ausbau des Schienengüterverkehrs zwischen Hamburg und NRW mit sich bringen wird. Dabei erinnerte Dr. Bösinger daran, dass vor zwei Jahren auf dem Hafenabend in Dortmund mit NRW-Minister Groschek ein „Letter of Intent“ über die weitere Zusammenarbeit von Hamburg und NRW zur Förderung der Seehafenhinterlandverkehre auf der Schiene unterzeichnet wurde. Nach der Verabschiedung des neuen Wasserstraßen-, Hafen- und Logistikkonzeptes des Landes NRW gilt es nun, die gemeinsamen Anstrengungen bei der Gestaltung der Seehafenhinterlandverkehre mit dem erklärten Ziel, den Bahnanteil am Modal Split auszubauen, gezielt anzugehen. Hamburg sei hierzu bereit und sieht vor dem Hintergrund eines LKW-Anteils von heute 80 Prozent beim Containertransport mit NRW ein großes Potenzial, das es gemeinsam zu erschließen gilt. Diese und weitere Themen rund um den Hafen und seine Seehafenhinter-landverkehre wurden dann im Anschluss beim gemeinsamen Networking lebhaft diskutiert.
 
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