• 01. März 2017
  • 11:35
  • Wirtschaft

Globale Veränderungen verunsichern Hamburger Industrie - Größte Risiken: Wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen und Auslandsnachfrage

Am Beginn dieses Jahres ist die Stimmung in der Hamburger Industrie gedämpft. Während das verarbeitende Gewerbe und das Baugewerbe die aktuelle Geschäftslage, die Investitionsplanungen und die Exportaussichten positiv einschätzen, stehen die Geschäftserwartungen und Personalpläne für 2017 unter negativen Vorzeichen. „Die Welthandelsbeziehungen ordnen sich neu. Große Nachfrager nach deutschen Industrieprodukten wie die USA oder Großbritannien haben angekündigt, sich stärker auf ihre eigenen Märkte konzentrieren zu wollen“, kommentiert Michael Westhagemann, Vizepräses der Handelskammer, die Ergebnisse einer Umfrage der Handelskammer bei Hamburger Industrieunternehmen im vierten Quartal 2016. Hinzu komme ein sich verlangsamendes Wachstum in China. Das alles bringe zunächst einmal Unsicherheit, so Westhagemann.

Etwa die Hälfte der Unternehmen sieht in Zeiten von Trump, Brexit und steigenden Ölpreisen in den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (46,9 Prozent) und in der Auslandsnachfrage (44,6 Prozent) die größten Geschäftsrisiken für die kommenden zwölf Monate. „Die Hamburger Industrie hofft, im Laufe der nächsten Monate wieder auf stabile wirtschaftspolitische Verhältnisse vertrauen zu können“, sagt Westhagemann. Unter neuen tarifären und nicht-tarifären Handelshemmnissen, wie zum Beispiel Zöllen, würden gerade die Hamburger Industriebetriebe mit einem hohen Exportanteil leiden.

Der Geschäftsklimaindikator (Mittelwert aus aktueller und zukünftiger Lage) liegt mit aktuell 100,3 Punkten zehn Punkte unter dem Wert des Vorquartals und rund zwölf Punkte unter dem aktuellen Wert der Hamburger Gesamtwirtschaft. Hauptverantwortlich dafür ist der Einbruch bei der aktuellen Geschäftslage, deren Positivsaldo von +23,5 Prozentpunkten im Vorquartal und +22,7 im Vorjahresquartal auf jetzt +5,8 Prozentpunkte geschrumpft ist. Die Geschäftserwartungen der Hamburger Industrie für die kommenden zwölf Monate bleiben dabei gewohnt zurückhaltend (Saldo: -4,9, Vorquartal: -1,4, Vorjahresquartal: -3,0). Zu den Gewinnern gehören aktuell die Vorleistungsgüterhersteller, deren Geschäftserwartungen von einem negativen Vorquartalssaldo von -15,4 Prozentpunkten und einem noch gut fünf Punkte schwächerem Vorjahresquartalssaldo (-20,8) auf nun +19,2 Prozentpunkte anstiegen - ein Sprung von fast 34 Prozentpunkten.

Bei den Personalplanungen ist die Industrie mit einem Negativsaldo von -9,4 Prozentpunkten noch zurückhaltender als im Vorquartal. Die Zahl der Unternehmen, die Investitionen in die Produktionsinfrastruktur plant, klettert gegenüber der letzten Umfrage um sieben Prozentpunkte auf einen Saldo von +15,7 Prozentpunkten.  

Das „Hamburger Industriebarometer“ ist eine Sonderauswertung des „Hamburger Konjunkturbarometers“. Für das Industriebarometer werden nur die Antworten des Produzierenden Gewerbes (teilweise inklusive Bauindustrie) ausgewertet. Vierteljährlich werden gut 1.100 Unternehmen aus allen von der Handelskammer Hamburg betreuten Wirtschaftszweigen befragt. Der Rücklauf liegt insgesamt bei rund 60 Prozent. Die Befragung zum vierten Quartal 2016 fand im Dezember 2016 / Anfang Januar 2017 statt.

Pressekontakt

Pressestelle Handelskammer Hamburg
Dr. Jörn Arfs
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