• 19. Juli 2018
  • 11:20
  • Wirtschaft

Freihandelsabkommen zwischen Europäischer Union und Japan: Auswirkungen für den Hamburger Hafen?

Die Europäische Union hat mit Japan ihr bislang größtes Freihandelsabkommen unterzeichnet. Damit soll der Außenhandel zwischen der Europäischen Union (EU) und Japan zwischen beiden Wirtschaftsräumen begünstigt werden. So soll der Pakt Zölle und andere Handelshemmnisse abbauen, um das Wachstum anzukurbeln und neue Jobs zu schaffen. Das Abkommen wird nach einer Rechtsförmlichkeitsprüfung und Übersetzung des Textes dem Europäischen Parlament und den EU-Mitgliedstaaten zur Genehmigung vorgelegt. Im Idealfall kann das Abkommen, das bereits seit 2013 vorbereitet wurde, noch vor der Europawahl 2019 in Kraft treten. Wie könnte sich das Abkommen im Hamburger Hafen bemerkbar machen? Wie ist die bisherige Entwicklung des Außenhandels mit Japan?

Nach Angaben der Europäischen Kommission (Stand: Ende 2017) sollen die EU-Ausfuhren nach Japan voraussichtlich um 16 bis 24 Prozent steigen. Exporte von verarbeiteten Lebensmittelerzeugnissen aus der EU könnten um bis zu 180 Prozent steigen und die Exporte von Chemikalien um mehr als 20 Prozent zulegen. Die EU-Ausfuhren von elektrischen Maschinen nach Japan steigen voraussichtlich um bis zu 16 Prozent. Die Öffnung des japanischen Marktes könnte nach Angaben der Europäischen Kommission Branchen im Bereich Arzneimittel, Medizinprodukte, Agrarerzeugnisse und Lebensmittel, Kraftfahrzeuge und Beförderungsmittel besondere Chancen eröffnen.

Der Entwicklungspfad für das Potenzial für weiteres Wachstum auch im Seegüterumschlag in Hamburg mit Japan zeigt sich in den vergangenen fünf Jahren mit einem stetigen Mengenzuwachs (Tonnen) im Außenhandel Deutschlands mit Japan (2015: + 5,7 Prozent; 2016: + 4,4 Prozent; 2017: + 4,3 Prozent). Der Seegüterumschlag zwischen dem Hamburger Hafen und Japan erreichte 2017 rund 2,8 Mio. Tonnen (Rang 28). Zu rund 99 Prozent geht es dabei um containerisierbare Güter.

Im Import sind Fahrzeuge, Maschinen und Ausrüstungen sowie chemische Erzeugnisse die stärksten Posten. Im Export führen Holzwaren, Nahrungsmittel, Metalle und chemische Produkte das Ranking an. Bezogen auf den Containerverkehr in TEU wurden in Hamburg im Jahr 2017 rund 131.000 TEU (Rang 18) umgeschlagen.

Im ersten Quartal 2018 verbesserte sich die Containermenge um 0,5 Prozent leicht. Zum Halbjahr wird ein deutlicher Zuwachs erwartet.
 
Den Hamburger Hafen verbinden fünf Liniendienste mit japanischen Häfen, davon ist einer ein wöchentlicher Containerdienst, drei sind Stückgut-/Schwergutdienste und ein Dienst transportiert Stückgut und rollende Ladung. Diese Spezial-Dienste verkehren regelmäßig ab Hamburg und laufen Häfen in Japan bei Bedarf an.

Die Linienverbindungen von Hamburg nach Japan und zu anderen Häfen der Welt sowie weitere Umladungs­möglichkeiten und Kontakte zu rund 100 Agenturen und Linienreedereien können online unter www.hafenhamburg.de/de/linerservices abgefragt werden.

Pressekontakt

  • Bengt van Beuningen

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