22. März 201614:56Wirtschaft

FGL-Logistikpreis der Metropolregion Hamburg 2016

Im feierlichen Rahmen des 25. Hamburger Logistik-Kolloquiums, das in diesem Jahr unter dem Motto „Digitale Logistik – Echtzeittechnologien in der Supply Chain“ stand, wurde auch wieder der Logistikpreis der Metropolregion Hamburg für herausragende wissenschaftliche Leistungen an Universitäten und Hochschulen verliehen. Die Urkunden an die drei glücklichen Gewinner wurden von Frau Katharina Fegebank, Zweite Bürgermeisterin der Freien und Hansestadt Hamburg und Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung, dem Vizepräsidenten Forschung der TUHH, Herrn Prof. Dr.- Ing. Andreas Timm-Giel, zusammen mit dem wissenschaftlicher Leiter des Logistik-Kolloquiums, Prof. Dr.-Ing. Günther Pawellek, überreicht. Veranstalter sind die Technische Universität Hamburg (TUHH) gemeinsam mit der Forschungsgemeinschaft für Logistik e.V. Der Logistikpreis in Höhe von 1.500 Euro dient der Förderung für die Praxis interessanter Abschlussarbeiten des wissenschaftlichen Nachwuchses auf dem Gebiet der Logistik.

Der 1. Platz des Logistikpreises der Metropolregion Hamburg 2016 ging an Frau Sophie Laura Müller, Absolventin im Studiengang Internationales Wirtschaftsingenieurwesen (IWI). Sie gewinnt den ersten Preis für ihre Masterarbeit zum Thema „Entwicklung eines kennzahlenbasierten Vorgehensmodells zur Kommissioniersystemplanung“. Vorgehensmodelle zur Kommissioniersystemplanung tendieren bisher in zwei Richtungen. Entweder sind sie abstrakt oder es handelt sich um komplexe, mathematische Modelle, die sehr kosten- und zeitintensiv sein können. In der vorliegenden Masterarbeit wurde ein Kompromiss entwickelt, der sowohl allgemeingültig als auch anwenderspezifisch gehalten ist. Das Modell soll jeder Art von Unternehmen jeder Branche zur Entscheidungshilfe bei der Auswahl eines oder mehrerer Kommissioniersysteme dienen. Die Grobauswahl eines Kommissioniersystems erfolgt durch eine Bewertungsmatrix mit Faktoren und Kenngrößen. Anschließend werden in der Feinplanung für die segmentierten Artikel- und Auftragsdaten Anforderungsprofile erstellt und mit den Leistungsprofilen von Kommissioniersystemen verglichen. Für diese Analyse wurde das IT-Tool „Teiledifferenzierte Logistikoptimierung“ (TDL) weiterentwickelt. Es ermöglicht eine flexible Änderung der Ausgangsdaten und macht die Auswirkung auf die Kommissioniersystemlösung transparent.

Der 2. Platz ging an Herrn Jannik Stamm, Absolvent des Studiengangs Logistik, Infrastruktur und Mobilität (LIM), für seine Masterarbeit zum Thema „Entwicklung eines Frühaufklärungssystems in der Strategieplanung zur Vermeidung von Insolvenz“. Die Arbeit zum Fachgebiet der Fabrikplanung zeigt, dass die Unternehmenskrise in ein aktives und passives Krisenmanagement unterteilt wird. Zunächst wurden die Anforderungen an ein strategisches Frühaufklärungssystem erarbeitet. Wesentliche Anforderungen sind die Unternehmenskultur und die interne Kommunikation. Die Frühaufklärung wurde in die vier Phasen Wahrnehmung, Dokumentation, Diagnose und Vernetzung unterteilt und der Kenntnisstand über Methoden und Instrumente aus der Literatur zusammengestellt. Ein strategisches Frühaufklärungssystem mit seinen Elementen und Ausprägungen wurde entwickelt und Implementierungsvorschläge aufgezeigt, um es in der Praxis anwenden zu können.

Ebenfalls der 2. Platz ging an Herrn Christoph Wiesbrock, Absolvent des Studiengangs Internationales Wirtschaftsingenieurwesen (IWI), für seine Masterarbeit zum Thema „Systematische Analyse und Auswahl geeigneter Methoden für die Ersatzteilbedarfsprognose im After Sales Service“. Die Arbeit bildet die Grundlage für einen grundsätzlich neuen Ansatz zur Auswahl geeigneter Prognosemethoden. Basis für die Auswahl bilden sechs Merkmale, die Muster in der zu prognostizierenden Zeitreihe beschreiben, und auf diesen Merkmalen basierende Eignungsprofile der Prognosemethoden. Als zentrales Element des Auswahlverfahrens wird ein Affinitätswert aus der Übereinstimmung der Eignungsprofile und den Merkmalsausprägungen der zu prognostizierenden Zeitreihe ermittelt, der die Eignung der Prognosemethoden widergibt. Anhand des so ermittelten Affinitätswertes können die am besten geeigneten Prognosemethoden ausgewählt werden. Im letzten Schritt können Einsparpotenziale bei Anwendung des besten Prognoseverfahrens ermittelt und damit die Relevanz für den praktischen Einsatz überprüft werden.

Der Termin für das 26. Hamburger Logistik-Kolloquium im Jahr 2017 wurde bereits auf den 2. März 2017 festgelegt.

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