23. April 201414:56

Energiewende - Leuchtturmprojekt für Elektromobilität BESIC startet in heiße Phase

Der HHLA Container Terminal Altenwerder (CTA) wird zum Freiluftlabor der Energiewende. Auf der hoch automatisierten Anlage im Hamburger Hafen transportieren jetzt zehn batteriebetriebene Schwerlastfahrzeuge Container zwischen Schiff und Lager. Die Batterien dieser Containertransporter sollen genau dann geladen werden, wenn norddeutsche Ökostrom-Spitzen im Netz sind. Neben der praktischen Umsetzung steht die Wirtschaftlichkeit des Modells im Fokus.

Am HHLA Container Terminal Altenwerder (CTA) kamen 2011 die ersten batteriebetriebenen Schwerlastfahrzeuge der Welt zum Einsatz. Jetzt erforschen Projektpartner aus Wirtschaft und Wissenschaft, wie die Batterien für diese automatisch gesteuerten Fahrzeuge (Automated Guided Vehicles – AGV) mit norddeutschen Ökostrom-Spitzen geladen werden können. Dafür wird im Rahmen des Forschungsprojekts BESIC (Batterie-Elektrische Schwerlastfahrzeuge im Intelligenten Containerterminalbetrieb) ein Batterie-Verwaltungs-System entwickelt. Dieses ermittelt im Datenaustausch mit dem Lastprognose-System von Vattenfall und dem Terminalsteuerungssystem des CTA die sowohl ökologisch als auch ökonomisch optimalen Ladezeitpunkte.

Dr. Stefan Behn, HHLA-Vorstand für das Segment Container: „Der hoch effiziente HHLA Container Terminal Altenwerder zeichnet sich durch einen hohen Automatisierungs- und Elektrifizierungsgrad aus. Wir setzen hier konsequent auf umweltfreundliche Technik, die auch Kosten senkt. Nur wenn die Arbeit mit einer umweltfreundlichen Technik günstiger ist als mit einer herkömmlichen, ist sie wirklich nachhaltig. Ich bin überzeugt, dass wir im Rahmen von BESIC erfolgreich Ökostrom-Spitzen nutzen und unsere Energiekosten reduzieren können. Mit diesem Projekt bringen wir die Energiewende voran. Wir zeigen erneut, dass Elektromobilität ökologisch und ökonomisch sinnvoll ist.“

Dr. Oliver Weinmann, Geschäftsführer Vattenfall Innovation GmbH: „Wir freuen uns sehr, mit der HHLA einen Partner an unserer Seite zu haben, mit dem wir gemeinsam das intelligente Strommanagement voranbringen. Dabei verbinden wir das zukünftige Batterie-Verwaltungs-System mit unserem Lastprognose-System und dem Terminalsteuerungssystem. Diese ermitteln die geeigneten Ladezeiträume. Schaffen wir es, dass diese intelligente Ladestrategie zu deutlichen Kosteneinsparungen führt, können auch andere Logistik-Anwendungen davon profitieren. Dafür würden wir aus den BESIC-Erkenntnissen einen universellen Datenstandard entwickeln. Diese Erfahrungen bringen uns auch als Systemintegrator für erneuerbare Energien am Markt einen erheblichen Schritt weiter.“

Dr. Mathias Dobner, Geschäftsführer Terex Port Solutions: „Wir bauen bei BESIC auf vielfach bewährte AGV-Fahrzeugtechnologie und jüngst erfolgreich erprobte Batterietechnologie auf. Jetzt entwickeln wir alternative Systeme unter Nutzung leichterer Batterien mit höherer Energiedichte und ein intelligentes Batterie-Verwaltungs-System. Mit diesem System möchten wir regeln, dass die Batterien der AGVs dann geladen werden, wenn Ökostrom-Spitzen im Netz vorhanden sind.“

Prof. Dr. Hans-Jürgen Appelrath, Vorstand Energie-Forschungszentrum Niedersachsen (EFZN): „Für den Erfolg der Elektromobilität in der praktischen Anwendung sind Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) erforderlich, die beispielsweise die Verwaltung von elektrischen Fahrzeugflotten mit einem Pool von Batteriesystemen übernehmen. Darüber hinaus lässt uns die Simulation des Container Terminals Altenwerder die Auswirkungen unterschiedlicher Ladestrategien studieren und liefert im Zusammenhang mit der Elektromobilität energiewirtschaftlich relevante Vorhersagedaten über den Strombedarf.“

Herkömmliche Diesel-elektrische AGVs werden in Rahmen von BESIC mit solchen verglichen, die durch konventionelle Blei-Batterien oder durch innovative Lithium-Ionen-Technologie angetrieben werden. Führt die intelligente Ladestrategie zu deutlichen Betriebskosteneinsparungen, kann das richtungweisend für den Schwerlastverkehr sein.

An dem Projekt arbeiten die Unternehmen Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA), die zu Terex Port Solutions zählende Gottwald Port Technology GmbH und Vattenfall gemeinsam mit den durch das Energie-Forschungszentrum Niedersachsen (EFZN) koordinierten Universitäten Oldenburg, Göttingen und Clausthal. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) fördert BESIC im Rahmen des Technologiewettbewerbs „IKT für Elektromobilität II – Smart Car – Smart Grid – Smart Traffic“ (IKT steht für Informations- und Kommunikationstechnik). Das Projekt startete im Januar 2013 und wurde bereits im Mai 2013 von der Bundesregierung zum Leuchtturmprojekt für Elektromobilität erklärt.

 

Über BESIC

Das Projekt BESIC (Batterie-Elektrische Schwerlastfahrzeuge im Intelligenten Containerterminalbetrieb) ist Teil des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) geförderten Forschungsprogramms „IKT für Elektromobilität II – Smart Car – Smart Grid – Smart Traffic“, in dem derzeit bis Ende 2015 18 Projekte neue Konzepte und Technologien für das Zusammenspiel von intelligenter Fahrzeugtechnik im Elektroauto (Smart Car) mit Energieversorgungs- (Smart Grid) und Verkehrssteuerungssystemen (Smart Traffic) auf der Basis von moderner Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) entwickeln. Unter www.ikt-em.de finden Journalisten weiterführende Informationen zum Projekt.

Über das EFZN

Das Energie-Forschungszentrum Niedersachsen (EFZN) ist eine wissenschaftliche Einrichtung der TU Clausthal in Kooperation mit den Universitäten Braunschweig, Göttingen, Hannover und Oldenburg. Im Fokus stehen Fragen zur gesamten Energiegewinnungs- und Energieverwertungskette von der Rohstoffquelle bis zur Entsorgung. Etwa 80 Forscher aus der Naturwissenschaft, der Ingenieurwissenschaft, der Rechtswissenschaften sowie der Sozial- und Wirtschaftswissenschaft arbeiten unter einem Dach auf dem „EnergieCampus“ in Goslar zusammen. Auf diese Weise wird eine fächerübergreifende Energieforschung möglich. Im EFZN wurden verschiedene Labore mit modernster Technik eingerichtet, um die geplanten Forschungsschwerpunkte Tiefe Geothermie, Energiespeicher und Energiesysteme, Smart Grids, Bioenergie, Windenergie, Gesellschaftswissenschaftliche- und Materialwissenschaftliche Energieforschung optimal bearbeiten zu können. www.efzn.de

Terex Port Solutions/Gottwald Port Technology

Mit dem Segment Material Handling & Port Solutions ist die Terex Corporation einer der weltweit führenden Anbieter von Industriekranen, Krankomponenten und Services der Marke Demag sowie von Hafentechnologie mit einem breiten Spektrum manueller, halb-automatisierter und automatisierter Lösungen der Marken Terex® und Terex® Gottwald. Terex Material Handling & Port Solutions produziert in 16 Ländern auf fünf Kontinenten und ist mit einem Vertriebs- und Servicenetz in mehr als 60 Ländern präsent. Das Segment ist in zwei Geschäftsbereiche unterteilt. Die Hafentechnologie wird im Geschäftsbereich Terex Port Solutions (TPS) gebündelt, in dem die Gottwald Port Technology GmbH geführt wird.

Über die HHLA

Die Hamburger Hafen und Logistik AG ist ein führender Hafenlogistiker in Europa. Mit ihren Segmenten Container, Intermodal und Logistik ist die HHLA vertikal entlang der Transportkette aufgestellt. Effiziente Containerterminals, leistungsstarke Transportsysteme und umfassende Logistikdienstleistungen bilden ein komplettes Netzwerk zwischen Überseehafen und europäischem Hinterland.

Über Vattenfall

Vattenfall ist ein Energieversorgungsunternehmen, das sich zu 100 Prozent im schwedischen Staatsbesitz befindet und in Schweden, Deutschland, den Niederlanden, Dänemark, dem Vereinigten Königreich, Frankreich und Finnland tätig ist. Die Vision des Unternehmens ist, mit einem starken und breitgefächerten Erzeugungsportfolio in der Entwicklung einer nachhaltigen Energieversorgung eine führende Rolle zu spielen.

 

Rückfragen:

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Energie-Forschungszentrum Niedersachsen

Manuel Juhr

Tel. +49-(0)5321-3816-8016

E-Mail: manuel.juhrs@efzn.de

 

Senior Manager Marketing Terex Port Solutions/Gottwald Port Technology GmbH

Peter Klein

Tel. +49-(0)211-7102-3355

E-Mail: peter.klein@terex.com

 

Pressesprecher HHLA

Karl Olaf Petters

Tel. +49-(0)40-3088-3521

E-Mail: petters@hhla.de

 

Pressesprecherin Vattenfall

Dr. Barbara Meyer-Bukow

Tel. +49-(0)40-6396-2715,