09. September 201411:38Schifffahrt

Die Welt schaut auf Hamburg - Auftakt-Pressekonferenz zur SMM 2014: Hochrangige Redner eröffnen offiziell die Rekord-Messe

„Es ist eine besondere SMM“, sagte Bernd Aufderheide, Vorsitzender der Geschäftsführung Hamburg Messe und Congress GmbH. Das zeige schon die Resonanz von Ausstellern und Besuchern. Mehr als 2.100 Aussteller und über 50.000 Fachbesucher werden erwartet – so viele waren es noch nie. „Wir sind komplett ausgebucht. Sowohl Marktführer und Global Player als auch mittelständische Unternehmen und junge innovative Firmen finden Sie bei uns. Die Produkte reichen von großindustrieller Schiffs- und Werfttechnik über Schiffseinrichtung und -ausrüstung bis hin zu Ladungsumschlagsystemen, Meerestechnik und maritimen Dienstleistungen“, so Aufderheide. Besonders erfreulich: Mehr als 150 Firmen präsentieren sich in diesem Jahr zum ersten Mal auf der SMM. Mit 26 Nationenpavillons und Ausstellern aus 67 Ländern sei die Messe auch beim Thema Internationalität so breit aufgestellt wie nie zuvor. Neu dabei ist in diesem Jahr die Dubai Chamber of Commerce & Industry. „Aber nicht nur im Ausstellerbereich können wir glänzen, auch mit dem Programm setzen wir neue Maßstäbe und unterstreichen den Stellenwert der SMM als Weltleitmesse der maritimen Wirtschaft“, betonte Aufderheide die gelungene inhaltliche Konzeption der Messe. Vor allem die Integration von gmec, MS&D, SMM Offshore Dialogue, SMM Ship Finance Forum und des neuen Recruiting Days in die SMM hob er hervor.

Zu den großen Themen der SMM gehört der maritime Umweltschutz. Aussteller geben auf dem Messegelände interessante Einblicke in Branchentrends. Ein Kreuzfahrtschiff mit sechs Motoren komme beispielsweise auf etwa 30 Millionen Euro Treibstoffkosten pro Jahr – bei weitem der größte Posten für den Betreiber, so Dr. Stephan Timmermann, Vorstand Marine Systems & After Sales, MAN Diesel & Turbo SE und Beiratsmitglied der SMM. Da die Treibstoffkosten die Betriebskosten eines Schiffes längst überstiegen haben, liegt der Fokus der Entwicklung aktuell auf Einsparmaßnahmen. „Die Schifffahrt bringt erhebliche Mittel auf und hat weitreichend investiert, um gemeinsam mit den Schiffbauern und Zulieferern eine Vielzahl neuer Technologien zum Schutz der Luft- und Wasserqualität und Steigerung der Energieeffizienz zu entwickeln. Auf der SMM wird anschaulich gezeigt, welche Techniken es gibt“, sagte Timmermann. Vor allem bei der Antriebseffizienz seien nach wie vor große Fortschritte möglich. Timmermann verwies in diesem Zusammenhang auf das Potenzial von Temporeduzierung (Slow Steaming) und extremen Langhub-Motoren (Ultra-Long-Stroke). Schiffe könnten also effizienter werden. Die Kosten dafür seien aber hoch.

Uwe Beckmeyer, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie sowie Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft, würdigte die maritime Wirtschaft als Innovationsmotor. Deutschland sei als exportorientiertes Land in besonderer Weise auf das Transportmittel Schiff angewiesen. Beckmeyer würdigte außerdem die Leistungen der Branche in Sachen Hochtechnologie und nahm Stellung zu den politischen Rahmenbedingungen. „Für staatlich unterstützte Schiffsfinanzierungen brauchen wir klare und einheitliche internationale Regelungen“, so Beckmeyer. Die internationalen Verhandlungen müssten von allen Beteiligten – auch China – zielorientiert und kooperativ fortgeführt werden. Um die Konkurrenzfähigkeit zu stärken, ermutigte er die Schiffbau- und Offshore-Zulieferindustrie, ihre starke Position auf den Weltmärkten weiterhin durch technologischen Vorsprung zu behaupten. Dazu könne sich die Branche auf politische Unterstützung verlassen. Beckmeyer versprach: „Die Innovationsförderung für den Schiffbau wird fortgesetzt; dafür hat sich die Bundesregierung erfolgreich in Brüssel eingesetzt.“ Mit dem Förderprogramm „Maritime Technologien der nächsten Generation“ unterstütze die Bundesregierung Forschung und Entwicklung. Abschließend erwähnte der Parlamentarische Staatssekretär auch den „Nationalen Masterplan Maritime Technologien“. Das Programm sei eine gemeinsame Plattform für Industrie, Politik, Länder und Wissenschaft zur Vernetzung der Branche. Die Zielsetzung der Initiative machte Beckmeyer unmissverständlich klar: „Wir wollen die Wachstumspotenziale der maritimen Technologien nutzen und den Marktanteil deutscher Unternehmen erhöhen.“

Der Wettbewerb unter den Schiffbauländern ist unverändert hart. Das bestätigte auch Professor Martin Stopford, Präsident von Clarkson Research. Die Marktaussichten für Reedereien seien schwierig. Aufgrund hoher Energiepreise und der raschen Abfolge neuer Umweltvorschriften zur Senkung der Schiffsemissionen sei hoher Kostendruck zu erwarten. „Das ist eine massive Herausforderung für die Branche, zumal es sehr viele mögliche Lösungsansätze gibt, die nicht alle gleich gut sind. Je nach Quelle gibt es aktuell zum Beispiel 23 bzw. 45 unterschiedliche Ballastwassersysteme. Die richtige Technologie für die Steigerung der Effizienz von Neubauten und die Nachrüstung fahrender Schiffe zu finden ist essenziell wichtig", so Stopford. „Die SMM ist eine ideale Gelegenheit, die Angebote von Werften und Zulieferern aus aller Welt zu prüfen und ihre Praxiseignung mit den Anbietern zu diskutieren."

Die SMM findet vom 9. bis 12. September 2014 auf dem Hamburger Messegelände statt.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.smm-hamburg.com.

Die digitale Pressemappe der Eröffnungs-Pressekonferenz finden Sie hier:

http://www.smm-hamburg.com/presseservice/pressetexte/

Bilder gibt es hier: http://hamburg-messe.de/presseservice/fotoservice/?messe=16

 

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