27. Oktober 201511:22Hinterland

„Die Informationen der logistischen Kette müssen durchgängig fließen“

Die bayernhafen Gruppe und Hafen Hamburg Marketing e.V. diskutierten in Nürnberg mit Logistik-Entscheidern über Logistische Zukunftsbilder und den Einfluss globaler MegaTrends auf die Logistik

„Die Zeit wird nicht MEHR, wir müssen sie intelligent nutzen. Dafür braucht es die Steuerung des Mengenwachstums und einen durchgängigen Informationsfluss“ – das war die Haupterkenntnis eines Innovations-Dialogs, zu dem bayernhafen Gruppe und Hafen Hamburg Marketing e.V. Logistik-Entscheider nach Nürnberg eingeladen hatten. Der Abend stand unter dem Motto „Logistische Zukunftsbilder - Wie globale Mega-Trends die Logistik der Zukunft prägen“.

In seinem Impulsvortrag destillierte Prof. Dr. Carlos Jahn, Leiter des Instituts für Maritime Logistik der TU und des Fraunhofer Centers für Maritime Logistik und Dienstleistungen, vier zentrale Megatrends: demografischen Wandel, wirtschaftliches Wachstum, die Sensibilisierung für Umweltfragen und technologische Entwicklungen. Dies erfordere von Unternehmen höchste Effizienz, Flexibilität, Vernetzungs- und Innovations-Fähigkeit. „Das Mengenwachstum wird unsere Infrastruktur enorm fordern – denn diese kann nicht so schnell wachsen wie die Gütermengen.“

In einer von Prof. Jahn moderierten Podiumsdiskussion entwarfen Logistik-Entscheider dann gemeinsam das Zukunftsbild der Logistik. „Wir müssen alle Verkehrsträger und die vorhandene Infrastruktur besser ausnutzen“, sagte Ingo Egloff, Vorstand Hafen Hamburg Marketing e.V., „die 24/7-Leistungsfähigkeit der logistischen Kette ist dafür ein wesentliches Instrument.“

Alexander Ochs, Prokurist der bayernhafen Gruppe, wies darauf hin, dass es darauf ankomme, Standards zu schaffen und an der richtigen Stelle über Entschleunigung nachzudenken: „Wer Zukunftsbilder entwirft, ist nicht mit der Lupe unterwegs, sondern mit dem Fernglas. Mit Weitsicht gestalten wir Standorte und Infrastrukturen. Dabei haben wir immer im Blick, was der Markt braucht, was die Beteiligten wirklich voranbringt und wovon logistische Ketten auf Dauer profitieren. Da zählt Kooperation statt Egoismus.“

„Wir werden mehr und mehr zu Lotsen von Informationen“, sagte Goran Susak von der Kühne + Nagel AG & Co. KG, „da braucht es Standards für die Prozesskette und Datensicherheit. Mit Stand-alone-Lösungen kommen wir nicht weiter.“ Gregor Luft von Schaeffler Technologies AG & Co. KG betonte die Notwendigkeit des End-to-End-Fokus: „Ziel ist eine Information ohne Bruch, die Durchgängigkeit des Informationsflusses.“ Auch Uwe Gaede von der Hamburg Süd-Gruppe hat die „übergreifende, neutralisierte Informationsweitergabe“ im Blick: „Wir müssen Verkehre gleichmäßig verteilen, Nachtfenster nutzen und Leer-Last-Läufe weiter optimieren.“

Den Begriff des „Smart Port“ brachte Ingo Fehrs von der Hamburg Port Authority AöR in die Diskussion: „Die Digitalisierung gibt uns die Möglichkeit, virtuelle Depots anzulegen statt Container-Leerfahrten über viele Kilometer.“

Dirk Steffes von der DB Schenker Rail Deutschland AG betonte, dass Verkehre über die Woche gleichverteilt werden müssten, nicht nur Dienstag bis Donnerstag: „Wir müssen nachdenken über „slow railing“, die Systeme optimieren und die Kooperation von Dienstleisterseite voranbringen.“ „Digitalisierung ist ein Enabler, sie ersetzt nicht falsche oder schlechte Prozesse“, sagte Steffen Rudkowsky von der Siemens AG. Am Beispiel von Maschinen, die sich „von sich aus melden“, um gewartet zu werden, beschrieb er die Notwendigkeit tragfähiger logistischer Ketten für die Industrie 4.0.

Während des Vortrags und der Podiumsdiskussion zeichnete eine Illustratorin hinter einer Leinwand die wesentlichen Kernaussagen mit. So entstand ein physisches Zukunftsbild der Logistik. Konsens der Logistik-Entscheider: „Zum Ausdruck kommt hier die Vielfalt der logistischen Kette und vor allem, wie wichtig der übergreifende Informationsfluss ist.“


 
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