23. Februar 201515:08Wirtschaft

Der Hamburger Nachwuchs auf Exkursion in China und Taiwan

Die Staatliche Handelsschule Berliner Tor (HBT) hat vom 23.11.2014 bis 10.12.2014 bereits zum neunten Mal eine zweiwöchige berufsbezogene Exkursion nach Südchina durchgeführt. 42 angehende Schifffahrtskaufleute aus den Abschlussklassen haben an der Studienreise nach Hongkong, Taipeh und Shanghai teilgenommen.

Im Jahr 2014 stieg der Containerumschlag mit China um 9,8 Prozent. Das Reich der Mitte ist mit rund 3,0 Millionen TEU Hamburgs bedeutendster Marktpartner im Containerverkehr. Fast jeder dritte Container, der im Hamburger Hafen umgeschlagen wird, kommt aus China oder startet seine Seereise nach China. „Jeder erfolgreiche Kaufmann im maritimen Transportbereich muss wissen, was in China läuft und wie man dort „tickt“. Uns geht es darum, dieses Wissen zu vermitteln. Natürlich sind aber auch Aspekte der Völkerverständigung, des Kulturaustausches und des Aufbaues beruflicher Perspektiven und Netzwerke von herausragender Relevanz“, sagt Andreas Förster, Lehrer an der HBT und Leiter der Studienfahrt.

Ein Highlight der jährlich stattfindenden Studienreise ist der Besuch der CSSC-Werft sowie des Tiefwasserhafens Yangshan. 2005 wurde der Tiefseewasserhafen teileröffnet und verhalf dem Containerhafen Shanghai auf der Rangliste der weltweit größten Häfen auf Platz 1. Begleitet wurde der Terminalbesuch von Lars Anke, der als Repräsentant von Hafen Hamburg Marketing e.V. die chinesischen Kunden des Hamburger Hafens betreut. Der Sinologe verfügt über ausgezeichnete Kenntnisse der chinesischen Wirtschaft, Politik und Kultur und stand der Studiengruppe kompetent zur Seite.

An der Shanghai Maritime University und der Tongji University folgten Vorlesungen zu schifffahrtsrelevanten Themen exklusiv für die Hamburger Studiengruppe. Die Professoren referierten zu Chinas Wirtschafts-, Werft- und Hafenpolitik, zu den Themen Seerecht und Verfrachterhaftung sowie über das Rechtssystem Chinas unter besonderer Berücksichtigung des Handelsrechts. Abgerundet wurden die Besuche der Universitäten durch Begegnungen mit Studenten der Tongji University in Shanghai und der Tamkang University in Taipeh. „Insbesondere der Austausch mit Studenten in China führt dazu, frei von Hierarchien, soziale und kulturelle Kompetenzen zu stärken, die eigene Reflexionsfähigkeit zu fördern, andere Sichtweisen zu entwickeln und ohne Scheu gesellschaftliche Meinungen zu hinterfragen“, betont Andreas Förster. In Taiwan wurde die Studiengruppe von der Container-Reederei Yang Ming zu einer Besichtigung ihrer Zentrale in Keelung eingeladen. Darüber hinaus absolvierten die Berufsschüler ein selbst organisiertes Praktikum in Unternehmen in Hongkong und in Shanghai, um die Arbeitswelt in China näher kennenzulernen. Damit die jungen Reisenden nicht unvorbereitet nach China fliegen, fanden vor der Reise Kompaktseminare zu den Themen Geschäftsethik, Stadt- und Sprachorientierung, Geschichte und Politik statt.

 

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