27. Februar 201408:15Wirtschaft

Der Hamburger Hafen ist auf Wachstumskurs

Der Hamburger Hafen erreicht im Jahr 2013 einen Gesamtumschlag von 139 Millionen Tonnen. Das entspricht einem Wachstum von 6,2 Prozent. Sowohl der Stückgutumschlag mit insgesamt 96,8 Millionen Tonnen (+ 5,7 Prozent), als auch der Massengutumschlag mit 42,3 Millionen Tonnen (+ 7,2 Prozent), sorgten in Deutschlands größtem Universalhafen für ein überdurchschnittliches Wachstum.

„Die außergewöhnlich gute Umschlagentwicklung des Hamburger Hafens ist ein gutes Zeichen für Hamburg und die gesamte Metropolregion. Ein Wachstum von 6,2 Prozent ist ein sehr eindrucksvolles Ergebnis und verdeutlicht die hohe Leistungsfähigkeit der Hafen- und Logistikunternehmen in Deutschlands größtem Universalhafen“, sagt Hafen Hamburg Marketing e.V. Vorstand Axel Mattern bei der Präsentation der Jahresumschlagergebnisse des Hamburger Hafens.

Der Containerumschlag ist der Hauptträger des Erfolgs. Mit einem Umschlagergebnis von 9,3 Millionen TEU (20-Fuß-Standardcontainer) erreicht das Wachstum im Containerverkehr 4,4 Prozent. Zurückzuführen ist das Wachstum vor allem auf die mit einem Plus von 10 Prozent gestiegenen Transhipmentverkehre in die Nord- und Ostseeregion sowie dem wieder anziehenden Containerverkehr mit Asien, insbesondere mit Hamburgs größtem Marktpartner China.

Hafen gewinnt Marktanteile im Containerverkehr

Der Hamburger Hafen konnte gegen den Trend in den Wettbewerbshäfen wachsen und Marktanteile im Containerverkehr gewinnen. In den vier größten Nordkontinenthäfen (Rotterdam, Antwerpen, Hamburg, Bremerhaven) ist der Seegüterumschlag 2013 mit insgesamt 849,1 Millionen Tonnen gegenüber dem Vorjahr in der Summe nur leicht um ein Prozent gewachsen. Beim Containerumschlag dieser Häfen gab es mit 35,3 Millionen TEU sogar ein Minus von 0,5 Prozent. Damit liegt der Marktanteil des Hamburger Hafens im Containerumschlag der vier großen Nordkontinenthäfen jetzt bei 26,2 Prozent (+ 1,3 Prozent). Auch im Gegensatz zur Entwicklung des gesamten Seegüterumschlags in den deutschen Seehäfen, der nach vorliegenden Angaben des Statistischen Bundesamt 2013 um 0,6 Prozent auf insgesamt 293,3 Millionen Tonnen zurückging, glänzt der Hamburger Hafen mit Wachstum. Damit festigt Hamburg seine Position als zweitstärkster Containerhafen in Europa. Im weltweiten Ranking der Containerhäfen hat sich Hamburg auf Platz 15 positioniert.

Wachstum in allen Umschlagsegmenten

Das positive Ergebnis im Stückgutbereich wird maßgeblich durch ein fast ausbalanciertes Wachstum auf der Import- und Exportseite im Containerumschlag erreicht. Auf der Importseite wurden 4,8 Millionen TEU (+ 4,3 Prozent) und auf der Exportseite 4,5 Millionen TEU (+ 4,6 Prozent) im Jahr 2013 in Hamburg umgeschlagen. Das Umschlagergebnis beladener Container beträgt 8 Millionen TEU. Das ist ein Plus von 4,8 Prozent. Der starke Export sorgte 2013 für Schubkraft. Die Anzahl der umgeschlagenen Leercontainer beträgt 1,2 Millionen TEU (+ 1,9 Prozent). Der Containerisierungsgrad im Hamburger Hafen erhöhte sich 2013 für den Stückgutumschlag von 97,7 Prozent auf jetzt 98,0 Prozent.

Der Umschlag von nicht-containerisiertem Stückgut verzeichnet 2013 insgesamt 1,9 Millionen Tonnen und damit einen Rückgang von 7,6 Prozent. Der Rückgang ist vor allem auf geringere Importmengen zurückzuführen (- 19,3 Prozent). Der Import von Südfrüchten erfolgt zunehmend containerisiert und führt damit zu einem Rückgang der konventionellen Umschlagmenge. Mit 1,3 Millionen Tonnen entwickelte sich der Export konventioneller Stückgüter via Hamburg im Jahr 2013 annähernd stabil (- 1,4 Prozent). Neben Projektladungen aus dem Maschinen- und Anlagenbereich sind es im Export vor allem die Güterarten Fahrzeuge, Eisen und Stahl sowie Papier und Holz, die konventionell umgeschlagen werden.

Der Massengutumschlag stieg 2013 um 7,2 Prozent auf insgesamt 42,3 Millionen Tonnen an und trägt ebenfalls maßgeblich zum positiven Jahresergebnis des Hamburger Hafens bei. In allen drei Umschlagsegmenten Greifergut, Sauggutumschlag und flüssiges Massengut konnte der Seegüterumschlag 2013 gesteigert werden. Der Sauggutumschlag verbesserte sich mit einem Umschlagergebnis von 8 Millionen Tonnen (+ 29,9 Prozent) besonders stark. Auch im Bereich der flüssigen Massengüter wurde mit einem Umschlagergebnis von 14,5 Millionen Tonnen (+ 3 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung erreicht. Hier entwickelte sich der Import von Mineralölprodukten mit einem Zuwachs um 65,7 Prozent auf 7 Millionen Tonnen überdurchschnittlich und war Hauptträger des Wachstums. Der Umschlag von Greifergut, wie zum Beispiel Kohle, Erz, Düngemittel und Baustoffe konnte sich insgesamt ebenfalls um 3 Prozent verbessern und erreicht ein Jahresergebnis von 19,7 Millionen Tonnen.

Wachstumsträger Ostseeregion

Die Containerverkehre Hamburgs mit der Ostseeregion sind der Hauptwachstumsträger bei den Europaverkehren. Im Jahr 2013 wurden via Hamburg 2,3 Millionen TEU (+10,1 Prozent) im Feeder- und Shortseaverkehr zwischen Hamburg und Häfen an der Ostsee transportiert. „Die Ostseeregion ist für uns mit Russland, Finnland, Polen, Schweden, den Baltischen Staaten und Dänemark im Containerverkehr von enormer Bedeutung. Dass wir trotz der Abfertigungsprobleme des Nord-Ostsee-Kanals für 2013 mit 2,3 Millionen TEU noch ein so gutes Ergebnis erreichen konnten, überrascht uns“, sagt Mattern. Die Modernisierung und der Ausbau dieser Wasserstraße ist für beide HHM Vorstände vor dem Hintergrund wachsender Verkehrsströme von vorrangiger Bedeutung für Hamburg und die gesamte norddeutsche Region. Um die Verbindungen in diese Region weiter auszubauen, hat HHM unter anderem seit Februar 2012 das EU-geförderte Logistikprojekt Amber Coast Logistics (ACL) geleitet. „Wir freuen uns, dass hochrangige Vertreter aus der Politik heute an der parallel stattfindenden ACL-Abschlusskonferenz im Unilever-Haus in der Hamburger HafenCity teilnehmen – darunter auch der neue Maritime Koordinator der Bundesregierung, Uwe Beckmeyer“, berichtet Egloff. 19 Partner aus Dänemark, Polen, Lettland, Litauen, Belarus und Deutschland beteiligten sich mit dem Ziel an ACL, multimodale Transportverbindungen in der südlichen und östlichen Ostseeregion zu fördern. „Durch den Aufbau von Kooperationen über Ländergrenzen hinweg konnten wir einen wichtigen Grundstein setzen, um die Erreichbarkeit insbesondere auch in ländlichen Regionen nachhaltig zu verbessern“, so Egloff weiter.

Gute Ergebnisse in den wichtigsten Fahrtgebieten

Die Containerverkehre mit Asien nahmen 2013 wieder Fahrt auf. 4,9 Millionen TEU wurden in Hamburg für den Im- oder Export aus oder nach Asien umgeschlagen. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 3 Prozent. Besonders die Exporte sorgten mit 2,2 Millionen TEU (+ 5,1 Prozent) für ein deutliches Wachstum. Auf der Importseite wurden 2,7 Millionen TEU in Hamburg umgeschlagen (+ 1,4 Prozent). Mit einer Menge von 3,4 Millionen TEU im Containerverkehr des Hamburger Hafens positioniert sich das Fahrtgebiet Ostasien mit der VR China und Hongkong als führende Marktregion im Containerumschlag des Hafens. Der Containerumschlag mit der VR China und Hongkong macht rund 29 Prozent des Containerumschlags im Hamburger Hafen aus und erreicht 2013 eine Umschlagmenge von 2,7 Millionen TEU (+ 2,9 Prozent). Auch der Containerverkehr zwischen Hamburg und Singapur verbesserte sich 2013 um 3,9 Prozent auf 547.000 TEU. Erfreulich ist auch die Umschlagentwicklung zwischen Hamburg und europäischen Häfen. Hier wurden 3 Millionen TEU (+ 9,5 Prozent) via Hamburg transportiert. Der Umschlag mit dem Fahrtgebiet Amerika verzeichnet einen leichten Rückgang auf 1,1 Millionen TEU (- 3,3 Prozent). Der Containerverkehr mit Afrika kam mit 268.000 TEU auf ein Plus von 12,4 Prozent. Im Direktverkehr mit Häfen im Fahrtgebiet Australien/Pazifik wurden 42.000 TEU (- 2,5 Prozent) umgeschlagen.

Ausbau der Infrastruktur im Interesse der gesamten Volkswirtschaft

Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch betonte in seinen Grußworten die Notwendigkeit eines bedarfsgerechten Ausbaus des Hafens und der Infrastruktur für den störungsfreien Zu- und Ablaufverkehr, um auf eine Verdopplung des Seegüterumschlags in Hamburg bis 2030 gut vorbereitet zu sein. „Wir wollen den Hamburger Hafen in seinen bestehenden Strukturen gezielt weiterentwickeln und verbessern. Dabei wird uns der Einsatz von Telematik und IT bei der Verkehrslenkung und Verkehrssteuerung entscheidend voranbringen“, so Horch.

Am Beispiel der HPA Pilot-Anwendung smartPARKING präsentierte HPA Geschäftsführer Wolfgang Hurtienne ein neues Parkraum-Management Konzept für den Hafenverkehr. „Lkw-Fahrer, die den Hafen ansteuern, können über smartPARKING Echtzeitdaten zur Auslastung und Stellplatzverfügbarkeit auf den im Hafengebiet befindlichen Lkw-Parkplätzen abrufen. Dabei werden wir auch prüfen, ob durch die neue Parkraumnutzung im „Kolonnenparken“ eine noch bessere Platznutzung möglich wird. Wir wollen mit smartPARKING den Lkw-Fahrern bei ihrer Touren- und Lenkpausenplanung eine nützliche Planungs- und Informationshilfe bieten.

„Wir müssen gegenüber der Öffentlichkeit verdeutlichen, dass die Infrastruktur für die Zu- und Ablaufverkehre der Seehäfen im Interesse der gesamten Volkswirtschaft liegt. Deshalb setzen wir auf eine positive Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig zur Umsetzung der Fahrrinnenanpassung von Unter- und Außenelbe in diesem Jahr. Rund 260.000 Arbeitsplätze, davon 110.000 außerhalb der Metropolregion Hamburg, sind bundesweit direkt oder indirekt mit dem Hamburger Hafen verbunden. Zudem verdeutlichen die bundesweit knapp 20 Milliarden Euro an Wertschöpfung, dass die Bedeutung des Hamburger Hafens weit in das Binnenland hinein reicht. Da müssen wir beim Bau der Y-Trasse, beim Ausbau der A20 und der A21 alle an einem Strang ziehen. Unser Eintreten für eine Verbesserung der Infrastruktur ist keine norddeutsche Folklore, sondern im Zusammenhang mit ihrer bundesweiten Relevanz zu sehen. Hinzu kommt die Bedeutung des Hamburger Hafens für die seeseitigen Außenhandelsströme unserer europäischen Nachbarn“, betont Egloff.

Optimistisch in das Jahr 2014 starten

Für das Jahr 2014 rechnet die Marketingorganisation des Hamburger Hafens mit einem weiteren Anstieg beim Seegüterumschlag, der zum Ende des Jahres ein moderates Plus erreichen dürfte.

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