• 20. März 2020
  • 10:30
  • Wirtschaft

Das Leben in Hongkong verläuft fast normal

Man mag es kaum glauben, aber Anne Thiesen, Leiterin der Hafen Hamburg Vertretung in Hongkong, berichtet von einer erfolgreichen Bekämpfung der Corona-Epidemie und einer vorbildlichen Kontrolle.
 
Die Menschen verhalten sich diszipliniert und vorsichtig. Nach wie vor tragen alle Masken. Das Leben verläuft trotz noch geschlossener Schulen fast wieder normal. Damit es keine erneuten Corona-Erkrankungen gibt, muss jeder Einreisende in eine 14-tägige Quarantäne. Dabei müssen Menschen, die aus Risiko-Regionen kommen, zu denen auch Deutschland zählt, in staatliche Einrichtungen. Andere müssen eine APP auf dem Telefon installieren und die Wohnung markieren. 
 
Beim Gütertransport trifft Hongkong in der Hauptsache der starke Rückgang bei der Luftfracht. Derzeit bleiben rund die Hälfte aller Flugzeuge von Cathay Pacific beschäftigungslos am Boden. Preise für Luft und Seefracht sind gestiegen, weil Kapazitäten massiv abgebaut wurden. Die Mengenentwicklung in der Containerschifffahrt ist von der wirtschaftlichen Erholung in der Volksrepublik China abhängig. Hier gibt es bereits in Südchina erste Anzeichen für eine Erholung:
Hersteller beginnen wieder mit der Produktion, Logistikunternehmen und Verlader begrüßen, dass „Blank Sailings“ abnehmen und die Reedereien in ihren Liniendiensten wieder mehr Schiffe zwischen Asien und Europa einsetzen. Die Frachtraten liegen in beiden Richtungen praktisch gleich hoch bei 3.000 USD.  
 
Zur weiteren Entwicklung in China sei es laut Anne Thiesen derzeit noch schwierig, eine Prognose abzugeben. Es gibt nur grobe Schätzungen. Die offiziellen Regierungsangaben liegen nur leicht unter den Vor-Corona-Planzahlen: so beim Bruttoinlandsprodukt bei - 1,5 Prozent, was sehr vom Verlauf des zweiten Halbjahres abhängt und auch noch bei null landen kann. Zum Außenhandel kommen die Januarzahlen erst Ende März, wobei fest mit einem Rückgang gerechnet wird.
 
Ob sich der Rückgang im Laufe des Jahres noch ausgleichen lässt, hängt davon ab, ob der Binnenkonsum wieder anspringt. Das könnte ersten Anzeichen aus dem Bereich E-Commerce nach der Fall sein. Auch die Frage, wie Chinas wichtige Handelspartner zum Beispiel in Europa durch die Corona-Krise kommen, wird dies stark beeinflussen.

Aktuelle Infos zur Entwicklung in unserer Marktregion finden Sie
auf den laufend aktualisierten Seiten der deutschen Außenhandelskammer



 
 
 

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