• 28. Mai 2019
  • 15:21
  • Unterhaltung

Das Deutsche Hafenmuseum als Flaggschiff des Grasbrooks mit attraktiver Außenstelle an historischem Ort: Deutsches Hafenmuseum wird mit Liegeplatz der PEKING im neuen Stadtteil Grasbrook errichtet, Schuppen 50A als Außenstelle weiterentwickelt

Der Senat hat heute die Entscheidung über den Standort des künftigen Deutschen Hafenmuseums und den Liegeplatz der PEKING getroffen. Nach eingehender Prüfung soll für das ambitionierte Museumsprojekt ein Neubau im neuen Stadtteil Grasbrook errichtet werden, wo auch die Viermastbark PEKING ihren Liegeplatz finden wird. Der Schuppen 50A, wo schon heute das Hamburger Hafenmuseum betrieben wird, soll zusammen mit der Flotte historischer Schiffe und Krane weiterentwickelt und als eine Art lebendiges technisches Freilichtmuseum Teil des Deutschen Hafenmuseums werden.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien
: „Die Errichtung des Deutschen Hafenmuseums samt der Rückholung und Restaurierung der Viermastbark PEKING ist eines der herausragenden Museumsprojekte in Deutschland, das schon heute internationale Aufmerksamkeit erhält. Die Standortentscheidung für ein solches Millionenprojekt inmitten eines florierenden Hafens muss mit allen Beteiligten und mit Blick auf alle rechtlichen Gegebenheiten gut geplant werden. Der Grasbrook bietet beste Voraussetzungen, um ein zeitgemäßes, innovatives Museum zu errichten und der Viermastbark PEKING einen weithin sichtbaren Liegeplatz einzurichten. Gleichzeitig ist es uns wichtig, den Schuppen 50A als bedeutendes Denkmal für die Geschichte der deutschen Seehäfen und als eine Art lebendiges Freilichtmuseum in das Gesamtkonzept des Deutschen Hafenmuseums zu integrieren. So entsteht erstmals ein Ort, an dem die Geschichte des Hafens und die wirtschaftlichen Zusammenhänge in unserer globalisierten Welt umfassend und lebendig erzählt werden können.“

Der Senat folgt mit der Standortentscheidung dem Ergebnis einer umfassenden Standortsuche, die eine Lösung mit einem Neubau auf dem Grasbrook sowie der Einbindung und Weiterentwicklung des Schuppens 50A als Teil der letzten noch erhaltenen Hafen-Umschlagsanlage aus der Kaiserzeit empfohlen hatte. Für die abschließende Prüfung hat die Stiftung Historische Museen Hamburg in enger Abstimmung mit der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen, der Hamburg Port Authority (HPA) sowie der HafenCity Hamburg GmbH verschiedene Vorstudien in Auftrag gegeben und sich intensiv mit der komplexen genehmigungsrechtlichen Situation auseinandergesetzt, die es bei der Verbindung von Kultur und lebendiger Hafenwirtschaft zu berücksichtigen gilt.

Die Entwicklung des Areals des ehemaligen Überseezentrums auf dem Grasbrook südwestlich der Elbbrücken zu einem gemischten Wohn- und Gewerbegebiet wird ein Meilenstein für die innere Entwicklung Hamburgs. Das künftige Deutsche Hafenmuseum kann nun zusammen mit der stolzen Viermastbark PEKING an diesem Standort zum Symbol, Motor und kulturellen Zentrum des neuen Stadtteils werden. Die Voraussetzungen für den Baubeginn will die HafenCity GmbH bis 2023 schaffen. Zuvor werden in einem städtebaulichen und freiraumplanerischen Wettbewerb die Eckpunkte der Quartiersentwicklung festgelegt, die auch Grundlage des Architekturwettbewerbs für das Deutsche Hafenmuseum sein werden. Mit der Eröffnung des neuen Museums ist in der zweiten Hälfte der 2020er Jahre zu rechnen.

Aufgrund seiner großen hafengeschichtlichen Bedeutung als letzte noch erhaltene Umschlagsanlage aus der Kaiserzeit soll als erster Schritt der Errichtung des Deutschen Hafenmuseums der Schuppen 50A zusammen mit der bestehenden Museumsflotte im genehmigten Bestand weiterentwickelt und künftig als Außenstelle in das Deutsche Hafenmuseum integriert werden. Unter anderem ist die Erschließung der gesamten Schuppenhälfte 50A für das Schaudepot vorgesehen und der Einbau einer Temperierungsanlage zur Optimierung der konservatorischen Klimabedingungen, die Erneuerung der Pontonanlage für die Museumsflotte sowie die Verbesserung der Barrierefreiheit im Außengelände insbesondere durch den Einbau eines Flutschutztors in der Flutschutzmauer. Ziel ist es, den Schuppen 50A mit seinen historischen Schuten sowie dem Schutendampfsauger SAUGER IV von 1909 und dem Schwimm-Dampfkran SAATSEE von 1917 künftig ganzjährig zu betreiben.

2015 hatte der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages der Freien und Hansestadt Hamburg für die Errichtung eines Deutschen Hafenmuseums sowie für die Rückholung und Sanierung der Viermastbark PEKING einen Betrag von insgesamt 120 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Mit der Umsetzung dieses wichtigen Museumsprojekts ist die Stiftung Historische Museen Hamburg (SHMH) betraut. Die SHMH ist bereits in der intensiven inhaltlichen Konzeptionsphase für das künftige Deutsche Hafenmuseum. Hierzu haben bisher drei international besetzte Fachsymposien und mehrere Workshops stattgefunden, in deren Rahmen die inhaltlichen Leitplanken des Museumsprojektes abgesteckt wurden und aus denen Netzwerke mit Expertinnen und Experten verschiedener Disziplinen hervorgegangen sind. Gemeinsam mit den Betreibern der POMMERN, der PASSAT und der KRUZENSHTERN wurde das Netzwerk „Flying P-Liner Heritage Fleet“ gegründet, um deren Erfahrungen in die inhaltliche Präsentation auf der PEKING einfließen zu lassen. Parallel macht derzeit die Restaurierung der Viermastbark PEKING unter der Federführung der Stiftung Hamburg Maritim in der Peters Werft in Wewelsfleth gute Fortschritte. Die Heimkehr des Schiffes wird im Jahr 2020 erwartet. Die PEKING wird für den Abschluss des Innenausbaus voraussichtlich in den Hansahafen verholt.

Pressekontakt

Enno Isermann
Pressestelle Behörde für Kultur und Medien
Telefon: 040/428 24-207
E-Mail: enno.isermann@bkm.hamburg.de
 

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