• 05. Mai 2021
  • 07:19
  • Wirtschaft

Corona-Briefing KW 18: Zahlen und Einschätzungen zu Infektionsgeschehen und Schutzimpfungen

Im zurückliegenden 7-Tages-Zeitraum sind 1.916 neue Corona-Fälle gemeldet worden, das entspricht einer aktuellen Inzidenz von 100,9. Etwa 600.000 und damit rund ein Drittel der Hamburgerinnen und Hamburger sind durch mindestens eine Impfdosis oder eine durchgemachte Infektion bereits geschützt. Unter den über 60-Jährigen haben rund 65 Prozent bereits eine Schutzimpfung erhalten. Impftermine für gehörlose und taubblinde Personen. Transportangebot für über-80-Jährige endet nach Zweitimpfung.
 
Seit Beginn der Pandemie haben sich 72.835 Hamburgerinnen und Hamburger infiziert, rund 64.200 Personen gelten als geheilt. Rund 535.200 Personen haben bereits eine Corona-Schutzimpfung erhalten; etwa 134.800 davon auch die notwendige Zweitimpfung. Insgesamt wurden damit bisher gut 670.000 Impfstoffdosen in Hamburg verabreicht. Welche Personen- und Berufsgruppen derzeit dazu aufgerufen sind, einen Termin zur Corona-Schutzimpfung vereinbaren, ist online unter www.hamburg.de/corona-impfung abrufbar.
 
Die vom RKI berechnete Inzidenz hat damit an fünf Werktagen in Folge den Wert von 100 unterschritten, wenngleich nachträgliche Korrekturen beim RKI auch den dort ermittelten Wert rückwirkend höher ausfallen lassen. Für die Entscheidungen des Senats zur Lockerung von Maßnahmen der sog. „Notbremse“ ist jedoch der in Hamburg ermittelte, aktuellere Inzidenzwert ausschlaggebend. Dieser lag am Montag, 3.5., erstmals wieder unter 100, überschritt diese Schwelle am Dienstag jedoch wieder. §3a Absatz 1 der Hamburgischen Coronavirus-Eindämmungsverordnung regelt den Fall, dass der RKI-Wert (Grundlage für die Beschränkungen nach IfSG) unter 100 sinkt und der Hamburger Wert noch darüber liegt: In jedem Fall bedarf es einer Entscheidung des Senats, bevor Maßnahmen wie beispielsweise die Ausgangsbeschränkungen aufgehoben werden. Einen Automatismus gibt es nicht. Mit dieser Regelung soll verhindert werden, dass bei einer um die Schwelle von 100 schwankenden Inzidenz in rascher Folge Öffnungen und Schließungen umgesetzt werden müssen, sondern Öffnungsschritte erst dann umgesetzt werden, wenn ein verlässlicher Abwärtstrend bei der pandemischen Lage festgestellt wird.
 
Die Zahlen in den Hamburger Krankenhäusern sind im Vergleich zur Vorwoche deutlich rückläufig: Gegenwärtig werden in 16 Krankenhäusern 247 Patienten stationär behandelt, darunter 48 Fälle aus dem Umland. Von der Gesamtsumme ist für 82 Patienten aus Hamburg und 24 Patienten aus dem Umland eine intensivmedizinische Behandlung erforderlich. Insgesamt sind 73 der 247 Patienten im Alter von über 70 Jahren.
 
Die Zahlen der positiv Getesteten in den Pflegeeinrichtungen sind auf einem sehr niedrigen Niveau – es handelt sich in allen Einrichtungen um Einzelfälle ohne Ausbruchsgeschehen. Aktuell sind in insgesamt fünf Einrichtungen fünf Bewohnerinnen und Bewohner mit dem Coronavirus infiziert. Zudem sind stadtweit neun Beschäftigte von Pflegeeinrichtungen infiziert.
 
Die Anzahl der durchgeführten laborausgewerteten PCR-Tests in Hamburg liegt pro Werktag aktuell durchschnittlich bei rund 15.700 Testungen. Die Rate der positiven Befunde ist bei ungefähr gleichbleibender Anzahl an Tests von 5,7 Prozent auf 4,9 Prozent zurückgegangen. Zusätzlich finden in Testzentren, Apotheken und Arztpraxen in hohem Umfang Schnelltests statt, eine Karte mit den Testmöglichkeiten steht unter www.hamburg.de/corona-schnelltest zur Verfügung. Bei einem positiven Schnelltestbefund schließt sich obligatorisch eine PCR-Testung an.
 
Gegenwärtig werden Sequenzierungen in Hamburg zum eindeutigen Nachweis bekannter Virusvarianten im Rahmen einer randomisierten Stichprobe sowie bei bestimmten Anhaltspunkten vorgenommen. Die britische Variante B.1.1.7 ist auch in Hamburg zur dominierenden Coronavirus-Variante geworden (rund 95 Prozent aller Fälle). Deshalb wird sie im Folgenden nicht mehr als Mutationsform aufgelistet und gezählt. Die südafrikanische Variante B.1.351 wurde bisher in 16 Fällen eindeutig nachgewiesen (keine Veränderung), in weiteren 21 Fällen besteht aufgrund von epidemiologischen Verdachtsmomenten oder aufgrund von Voruntersuchungen der Verdacht auf diese Mutationsform. Die brasilianische Variante B.1.1.28 wurde in bisher nur in einem Fall nachgewiesen (keine Veränderung), es gibt einen Verdachtsfall. Die indische Variante B.1.617 wurde unterdessen in zwei Fällen in Hamburg nachgewiesen, es gibt drei Verdachtsfälle.
 
In der 17. Kalenderwoche sind insgesamt 1.847 Fälle von den Gesundheitsämtern erfasst worden. Der größte Anteil der Fälle geht nach wie vor auf die Personen im frühen Erwachsenenalter zurück: 367 Fälle entfallen auf die Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen und 352 auf die Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen. 95 Fälle dieser Woche gehen auf die 0- bis 5-Jährigen zurück, 186 Fälle auf die 6- bis 14-Jährigen. Die Infektionen bei den älteren Personen sind weiter rückläufig: 96 Fälle dieser Woche lassen sich den über 70-Jährigen zuordnen.
Für 205 der Fälle ist die Zuordnung zu einem Ausbruchsgeschehen möglich, insgesamt handelt es sich um 79 identifizierte Ausbrüche (ab zwei Personen). Aussagen zu den Infektionsumfeldern können nur für einen Teil dieser Ausbrüche gemacht werden; im überwiegenden Teil der Ausbruchssituationen (65 Ausbrüche mit 159 Fällen) handelt es sich um das private Umfeld bzw. den Haushalt, sieben Ausbrüche mit insgesamt 18 Fällen gehen auf den Arbeitsplatz zurück. Der Infektionsort liegt überwiegend in Hamburg; in acht Fällen ist ein Infektionsort im Ausland angegeben (u. a. Zypern und Spanien).
 
Das RKI vermeldet unterdessen insgesamt 1.504 Verstorbene, die auch mit dem Corona-Virus infiziert waren. Unter allen mit dem SARS-CoV-2-infizierten über 90-Jährigen aus Hamburg liegt der Anteil der Verstorbenen aktuell bei ca. 23,8 Prozent, unter den 80- bis 89-Jährigen bei rund 19,7 Prozent, unter den 70- bis 79-Jährigen bei rund 10,4 Prozent, unter den 60- bis 69-Jährigen bei rund 2 Prozent, und bei allen anderen Alterssegmenten bei deutlich unter einem Prozent.
 
Für gehörlose und taubblinde Menschen werden in der kommenden Woche im Zentralen Impfzentrum in den Messehallen gesonderte Impfmöglichkeiten angeboten. Dafür stehen vor Ort Dolmetscherinnen und Dolmetscher bereit. Eine Terminbuchung ist nicht erforderlich, weder für die Impfung noch für das Angebot der Sprachmittler. Je nach Altersgruppe ist ein bestimmter Tag vorgesehen. Das Impfangebot besteht jeweils in der Zeit von 16 bis 20 Uhr, und zwar am Montag: 71-80 Jahre, Dienstag: 61-70 Jahre, Mittwoch: 51-60 Jahre, Donnerstag: 41-50 Jahre, Freitag: 31-40 Jahre, Sonnabend: 16-30 Jahre.
Das Impfangebot richtet sich ausschließlich an Gehörlose und Taubblinde mit Wohnsitz in Hamburg, die im Schwerbehindertenausweis das Merkzeichen Gl oder TBl haben. Eine Impfaktion für gehörlose und taublinde Personen im Alter von über 80 Jahren fand bereits im März statt.
 
Das Transportangebot für mobilitätseingeschränkte Menschen zum Impfzentrum hat in drei Monaten Laufzeit mehrere zehntausend Fahrten ermöglicht. Damit konnte das Ziel erreicht werden, dem Personenkreis aus der ersten Prioritätsgruppe die Schutzimpfung auch bei Mobilitätseinschränkungen möglichst rasch zu ermöglichen. Die Seniorinnen und Senioren über 80 Jahren wurden mittlerweile überwiegend erreicht. Seit dem April besteht zudem die Möglichkeit zur dezentralen Impfung in den Praxen niedergelassener Ärzte, ab dem Mai stehen allen Impfberechtigten über 70 Jahren zudem dezentrale Impfangebote in Krankenhäusern zur Verfügung. Bereits gebuchte Fahrten können aus diesem Grund weiter durchgeführt, neue Fahrtbuchungen für Erstimpfungen jedoch nicht mehr angenommen werden. Eine Übergangslösung wird kurzfristig für diejenigen Personen angeboten, die im Alter von über 80 Jahren sind und die Erstimpfung das Transportangebot genutzt haben, für die allerdings die Zweitimpfung im Impfzentrum noch aussteht. Nur für diese Fahrten werden die Kosten noch übernommen.
Transportmöglichkeiten bestehen altersunabhängig weiterhin auf Kosten der Krankenkassen für Personen, die einen Anspruch auf eine Kostenerstattung durch die Krankenversicherung nach § 60 SGB V haben.
 
Informationen für Bürgerinnen und Bürger
Alle wichtigen Informationen sind stets aktualisiert und verlässlich unter www.hamburg.de/corona zusammengestellt. Informationen zur Corona-Schutzimpfung können unter www.hamburg.de/corona-impfung abgerufen werden. Allgemeine Fragen zur Corona-Schutzimpfung werden unter der Hotline des Bundes 116 117 beantwortet.
Für Fragen zu den Regelungen in Hamburg ist die Hamburger Corona-Hotline unter 040 42828 4000 von Montag bis Freitag von 7 bis 19 Uhr, Sonnabend und Sonntag von 10 bis 15 Uhr erreichbar.
 
+++ Hinweis für Redaktionen +++
Tägliche Meldewerte zur Corona-Lage sind auf www.hamburg.de/corona-zahlen verfügbar. Werte zu den durchgeführten Impfungen werden werktäglich beim RKI im Impfquoten-Monitoring zusammengeführt (xlsx-Download).

Achtung, neu: Beim RKI werden unter https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Daten/Inzidenzen.html die fortgeschriebenen Inzidenzen in einer Exceldatei separat zur Verfügung gestellt. Es heißt dort: „Da in der Regel an den Folgetagen noch Fälle mit einem Meldedatum an einem der Vortage nachübermittelt werden, erhöht sich die 7-Tage-Inzidenz bei rückwirkender Betrachtung.“ Aufgrund dieser Betrachtung gleichen sich die in Hamburg ermittelten und die täglich vom RKI veröffentlichten Werte, rückwirkend betrachtet, an.
 

 

Pressekontakt

Martin Helfrich
Telefon: 040 42863 2889
E-Mail: pressestelle@soziales.hamburg.de  

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