• 18. März 2020
  • 12:04
  • Wirtschaft

China fördert Rückkehr zum Normalbetrieb – Langsame Erholung trotz Transportbeschränkungen

Unsere Leiterin der Hamburg Vertretung in Shanghai, Pan Hua, schildert die verkehrswirtschaftliche Situation für China und gibt aktuelle Informationen zu Produktionsstand, Einreisebedingungen, Logistikbeschränkungen und Umsatzerwartungen beim China-Europa-Handel.

Alle chinesischen Unternehmen unterliegen strengen Hygieneauflagen. Die quarantänebedingten Produktionsstopps beeinträchtigen den Transport: Neben Inlandverbindungen wurden auch Bahn- und Seetransporte zwischen China und Europa teilweise ausgesetzt. Auf der Schiene läuft der Gütertransport mit der Eisenbahn zwischen China und Europa mittlerweile mit 90 Prozent Auslastung fast wieder auf Vorjahresniveau.

Neue Krankheitsfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus sind in China stark zurückgegangen. Verstärkte Kontrollen an allen Reisezentren und 14-tägige Quarantänen sollen die Gefahr durch Rückkehrer begrenzen. Schnelltests auf das Coronavirus am Flughafen Shanghai ermöglichen Geschäftsreisen von bis zu einer Woche und unterstützen neben der Epidemie-Kontrolle die Wiederaufnahme der Arbeit. Die chinesische Wirtschaft habe im Januar und Februar den Erschütterungen durch COVID-19 standgehalten, teilte die staatliche Statistikbehörde am Montag mit. In einigen chinesischen Unternehmen beträgt das Produktionsniveau bereits 70 bis 80 Prozent, manche befinden sich wieder im Normalbetrieb. Selbst in der Provinz Hubei läuft die Produktion langsam an. Bei den Lieferketten gibt es noch Schwierigkeiten. Die chinesischen Häfen haben ihre Gebühren um bis zu 20 Prozent reduziert.

Chinas Industrieproduktion sank von Januar bis Februar um 13,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch die Einzelhandelsumsätze und Anlageinvestitionen verringerten sich um 20,5 beziehungsweise 24,5 Prozent zum Vorjahr. China rechnet mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung im 1. Halbjahr 2020. Dieser könnte abhängig vom Gesundheitsstand anderer Länder durch gestiegenen Bedarf ausgeglichen werden.
 
Zusammenfassung Blank Sailings
Laut Alphaliner wurden nach dem chinesischen Neujahresfest während der Kalenderwochen (KW) vier bis acht 33 Fahrten der Dienste zwischen Asien und Nordeuropa abgesagt. Für die Kalenderwochen neun bis zur aktuellen KW zwölf rechnet Alphaliner mit 17 Streichungen. Die Verluste auf der Asien-Europa Route in den acht Wochen seit Ende des chinesischen Neujahresfestes wurden auf 700.000 TEU geschätzt. Im Vorjahreszeitraum betrug der Verlust lediglich 340.000 TEU; im selben Zeitraum 2018 rund 210.000 TEU. Aktuell normalisiert sich die Zahl der Schiffsanläufe in Chinas Häfen und die Reedereien beginnen mit der Rücknahme einzelner Fahrtaussetzungen. 

Aktuelle Infos zu Auswirkungen auf die einzelnen Marktregionen finden Sie außerdem auf den Seiten der deutschen Außenhandelskammer



 

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