21. März 201409:45

Brunsbüttel und Hamburg ziehen an einem Strang

Wirtschaftsraum Unterelbe im Fokus des maritimen Expertengesprächs am 20. März 2014 im Elbehafen. Schleswig-Holsteins Staatssekretär im Wirtschaftsministerium und Hamburgs Wirtschaftssenator diskutierten mit Hafen- und Industrievertretern. Einigkeit und Synergien zwischen den Kooperationspartnern Brunsbüttel und Hamburg.

Die Gastgeber Hafen Hamburg Marketing und Brunsbüttel Ports begrüßten mehr als 100 Gäste aus Politik und Wirtschaft zum Hafenabend im Verwaltungsgebäude des Brunsbütteler Elbehafens. Thema des Abends war die jahrelange und wachsende Kooperation der beiden Hafenstandorte an der Unterelbe. In ihrer gefestigten Konstellation profitieren die Häfen von der Partnerschaft und analysieren aktuelle Branchenherausforderungen über Ländergrenzen hinweg.

„Unser Handeln, unsere Planungen und unser Denken sind auf die Metropolregion Hamburg ausgerichtet und gehen noch weit darüber hinaus. Logistikketten orientieren sich nicht an Ländergrenzen, und wir übernehmen die Verantwortung für internationale Warenströme. Es ist nur logisch, dass wir in Kooperationen, auch über Ländergrenzen hinweg, sprichwörtlich mehr bewegen können“, erklärte Frank Schnabel, Geschäftsführer von Brunsbüttel Ports. „Noch effektiver wird ein Wirtschaftsraum, wenn er zusätzlich die länderübergreifende Politik an seiner Seite weiß“, so der Logistikexperte weiter und verwies auf die hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion des Abends.

Hauptaugenmerk der Gesprächsrunde war der Wirtschaftsraum Unterelbe, dessen Bedeutung, Chancen und Herausforderungen beispielhaft an der erfolgreichen Kooperation zwischen Brunsbüttel und Hamburg näher erörtert wurden. Die politischen Gäste waren Frank Horch, Senator der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation in Hamburg, sowie Dr. Frank Nägele, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie des Landes Schleswig-Holstein. Für die kooperierenden Häfen sprachen Wolfgang Hurtienne, Geschäftsführer der Hamburg Port Authority und Frank Schnabel als Geschäftsführer von Brunsbüttel Ports. Sebastian Koch, Geschäftsführer des Unternehmensverbands Unterelbe, repräsentierte die entlang der Unterelbe angesiedelten Wirtschafts- und Industrieunternehmen.

Unter der Moderation von Melanie Graf, charakterPR, wurden Konzepte der Zusammenarbeit sowie auch Lösungsansätze für gemeinsame Herausforderungen diskutiert und an Praxisbeispielen anschaulich dargestellt. Insbesondere das Thema „Ausbau und Ertüchtigung von Hafenhinterlandanbindungen“, ist ein gutes Beispiel für die konstruktive und zielführende Zusammenarbeit der Hafenstandorte. Die Forderungen zum Neubau der 5. NOK-Schleusenkammer in Brunsbüttel und zur Fahrrinnenanpassung der Elbe werden seit langem im Schulterschluss gegenüber der Politik und der Öffentlichkeit vertreten. Sowohl für Hamburg als auch für Brunsbüttel und die schleswig-holsteinischen Häfen sind beide Themen von wichtiger langfristiger Bedeutung.

Ein weiteres bedeutendes Thema ist die Begrenzung der Schwefelgrenzwerte bei Schiffsabgasen ab Januar 2015. Hierfür bietet LNG (liquified natural gas) eine umweltfreundliche Alternative als Schiffstreibstoff, mit dem die Grenzwerte eingehalten werden können.

Der Standort Brunsbüttel bietet des Weiteren im Rahmen der Kooperation eine hohe Flächenverfügbarkeit in unmittelbarer Hafennähe und die Schleswig-Holsteiner begleiten das Tideelbemanagement des Hamburger Hafens.

Der intensive Austausch zwischen Industrie, maritimer Wirtschaft und Politik strebt einerseits die Verbesserung der Wettbewerbssituation der Unterelberegion an und ist andererseits zum unverzichtbaren Instrument der individuellen Strategie- und Maßnahmenplanung geworden. Die Experten auf dem Podium bestätigten mit ihrem Ausblick auf die zukünftige Kooperationsarbeit, dass die übergreifende Standortpolitik und –vermarktung sich langfristig und nachhaltig positiv auf alle Akteure auswirkt.

 

 

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