• 31. Januar 2020
  • 10:12
  • Wirtschaft

Bisher kein Fall von Coronavirus in Hamburg - WHO erklärt internationale Notlage/ Hamburg gut aufgestellt

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat nach der steigenden Zahl von Erkrankungen durch das neuartige Coronavirus 2019-nCoV eine „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ ausgerufen. Damit verbunden ist eine Erhöhung der internationalen Maßnahmen, um die Ausbreitung des Coronavirus über Grenzen einzudämmen. Für die Stadt Hamburg sind damit keine direkten Auswirkungen verbunden. Hamburg hält ausreichend klinische Einrichtungen vor, um Patientinnen und Patienten mit entsprechenden Symptomen und einer entsprechenden Reise-Anamnese in die Risikogebiete (Provinz Hubei, inklusive Wuhan) medizinisch zu versorgen. Bislang wurde noch kein Fall einer durch das neue Coronavirus 2019-nCoV ausgelösten Infektionserkrankung in Hamburg bestätigt.

Was bedeutet es, dass die WHO eine gesundheitliche Notlage mit internationaler Tragweite festgestellt hat?
Dies bedeutet, dass die WHO einen Notfallausschuss aus internationalen Experten und Vertretern des meldenden Mitgliedstaates einberuft und über das weitere Vorgehen entscheidet. Auch im weiteren Verlauf des Geschehens sollen regelmäßig relevante Informationen, zusammen mit der Falldefinition, den Laborergebnissen, der Ursache und Art des Risikos, der Zahl der Krankheits- und Todesfälle sowie die Ausbreitung beeinflussender Bedingungen und weitere getroffene Gesundheitsmaßnahmen an die WHO gemeldet werden.

Nach der Ausrufung einer gesundheitlichen Notlage kann die WHO ferner den Regularien zufolge international gültige Maßnahmen zur Eindämmung der Epidemie anordnen, zum Beispiel Maßnahmen hinsichtlich Beförderer oder Beförderungsmittel, Reisende oder Güter, Container oder Container-Verladeplätze. Die Mitgliedsstaaten, die die internationalen Gesundheitsvorschriften ratifiziert haben, müssen ihnen dann folgen.

Grundsätzlich werden Maßnahmen der persönlichen Hygiene empfohlen: Häufiges Händewaschen, Husten- und Nies-Etikette sowie Abstand halten zu Erkrankten. Das Auswärtige Amt rät von nicht zwingend gebotenen Reisen nach China ab.

Wie ist Hamburg aufgestellt?
Hamburg ist für den Fall einer ungewöhnlichen Seuchenlage nach wie vor gut aufgestellt. Die Hansestadt hält ausreichend klinische Einrichtungen vor, um Patientinnen und Patienten mit entsprechenden Symptomen und einer entsprechenden Reise-Anamnese in die Risikogebiete (Provinz Hubei, inklusive Wuhan) medizinisch zu versorgen. Mit dem Bernhardt-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) und dem Institut für Hygiene und Umwelt (HU) als Landesbetrieb der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) stehen Einrichtungen mit internationaler Reputation für Forschung und Diagnostik von Infektionskrankheiten zur Verfügung. Vorsorglich wurden in Hamburg die Laborkapazitäten zur Diagnostik erhöht. Zusätzlich zum BNITM kann auch das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und Aeculan Diagnostik für das Coronavirus durchführen. Das UKE bietet Diagnostik nachts und am Wochenende an.

Der Hafen und Flughafenärztliche Dienst des Institutes für Hygiene und Umwelt steht in kontinuierlichem Austausch mit dem Hafen, dem Hamburger Flughafen, dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) und der Flughafenfeuerwehr sowie dem Robert Koch-Institut (RKI), den anderen Bundesländern und den deutschen IGV-Flughäfen (Flughäfen gemäß den Internationalen Gesundheitsvorschriften) Frankfurt, München, Düsseldorf und Berlin. Die Gesundheitsbehörden der Flughäfen von Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt, München und Berlin stimmen sich aktuell eng mit dem Robert Koch-Institut und dem Bundesverkehrsministerium ab und haben Informationsmaterial für ankommende Reisende aus China in deutscher, englischer und chinesischer Sprache ausgeteilt. Abhängig von der Risikoeinschätzung für Deutschland werden fortlaufend weitere mögliche Maßnahmen geprüft. Eine direkte Flugverbindung zwischen Hamburg und China besteht derzeit nicht.

Das RKI steht im engen Austausch mit der WHO und überwacht alle neu eintreffenden Nachrichten zu dem Geschehen und nimmt an Telefonkonferenzen teil. Die Informationen werden im RKI von einem Expertenteam täglich zusammengefasst und dann anderen Behörden und der (Fach)-Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

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Tel.: +49 (0)40 42837 2332
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