• 11. Januar 2019
  • 14:13
  • Hinterland

Autobahnen im Norden: Senator Westhagemann und Minister Buchholz ziehen Jahresbilanz

Hamburgs Verkehrssenator Michael Westhagemann und der schleswig-holsteinische Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz haben heute gemeinsam mit Bernd Rothe von der Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (DEGES) einen Rück- und Ausblick auf die Bundesfernstraßenprojekte im Norden gegeben.  

Auf Hamburger Gebiet wurde im Oktober 2018 mit der Fertigstellung der Langenfelder Brücke das erste Teilprojekt des Ausbaus der A7 abgeschlossen. Das rund 400 Meter lange Bauwerk in Stellingen wurde unter laufendem Verkehr in nur vier Jahren Bauzeit abgebrochen und neugebaut.

Der A7-Ausbau konnte innerhalb des ÖPP-Projekts (Öffentlich-Private Partnerschaft) auf schleswig-holsteinischem Boden im Dezember auf 60 Kilometern Länge für den Verkehr freigegeben werden. Zum länderübergreifenden Ausbauprojekt zählen neben der sechs- bzw. achtstreifigen Fahrbahnerweiterung unter anderem auch 72 Brücken, der 550 Meter lange Lärmschutztunnel Schnelsen, 100.000 Quadratmeter Lärmschutzwände, 70 Verkehrszeichenbrücken und zehn Rastanlagen. Der Auftragnehmer Via Solutions Nord wird die Autobahn auch nach dem Ausbau bis in das Jahr 2044 betreiben.

Verkehrsminister Dr. Buchholz stellte heraus: „Dass innerhalb von vier Jahren Bauzeit die Strecke in Schleswig-Holstein unter Verkehr ausgebaut und vor wenigen Wochen freigegeben werden konnte, ist eine wirklich herausragende Leistung, die ohne ein ÖPP-Projekt vermutlich nicht möglich gewesen wäre. Ich danke allen Beteiligten am Projekt, weil die partnerschaftliche Zusammenarbeit sehr professionell und zielführend war und ist und damit ein wesentlicher Erfolgsfaktor für das Projekt bleibt.“

Verkehrssenator Westhagemann sagte: „Dass wir über die spätere Fertigstellung des Schnelsener Deckels nicht erfreut sind, ist bekannt, sollte aber die bisher erbrachten Leistungen in unserem Gesamtprojekt nicht zu sehr herabwürdigen. Wir sind sicher, dass die Projektbeteiligten die Erfahrungen aus Schnelsen projektfördernd für die weiteren Hamburger Deckel einsetzen werden.“

Noch im Dezember wurde der Planfeststellungsbeschluss für den Planungsabschnitt Altona vorgelegt, sodass im Februar die Bestandskraft mit dem damit verbundenen Baurecht erwartet wird. Baubeginn für Altona wird nach jetzigem Planungsstand Ende 2019 sein.
 

Weitere anstehende und bereits laufende Bundesfernstraßenprojekte

  • Neben den, vom Verkehr unbemerkten, laufenden Sanierungsmaßnahmen südlich der Elbe am Bauwerk K20 („Hochbrücke Elbmarsch“) werden im Frühjahr 2019 die ersten Arbeiten an der K30, der Übergangskonstruktion zwischen Elbtunnel und K20, starten. Zu verkehrlichen Einschränkungen auf der A7 wird es im vierten Quartal 2019 kommen;
  • Ende 2019 wird die neue Trasse der Wilhelmsburger Reichstraße für den Verkehr freigegeben für den Abschnitt A26-West wurde kürzlich der Planfeststellungsbeschluss erlassen, Baubeginn ist derzeit für Ende dieses Jahres geplant;
  • der erste Planungsabschnitt 6a des Neubauprojekts A26-Ost ist bereits im Planfeststellungsverfahren. Hierfür wird 2019 die Vorlage des Planfeststellungsbeschlusses erwartet. Für den Abschnitt 6b werden dieses Jahr die Planunterlagen vorbereitet;
  • der Planungsabschnitt 6c der A26-Ost und die Planungen für den Ausbau der A1 befinden sich in der Entwurfsplanung;
  • für die Rader Hochbrücke im Zuge der A7 soll im zweiten Quartal 2019 das Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden;
  • für die A20 gilt es, vollziehbares Baurecht zu erlangen. In drei von sechs Abschnitten liegen zwei schriftliche Urteile bzw. ein mündliches Urteil vor, die Fehlerheilungsverfahren erfordern.

DEGES-Bereichsleiter Bernd Rothe wies auf die Realisierung der umwelttechnischen Begleitmaßnahmen hin: „Zusammen mit dem Autobahnausbau wurden umfangreiche ökologische Projekte – Renaturierungen oder etwa die Wiedervernetzung von Lebensräumen angeschoben und größtenteils schon umgesetzt. Damit konnte die Zerschneidung von Landschaftsachsen durch den Bau der A7 in den 70er Jahren wieder ein stückweit repariert werden.“

Sowohl Westhagemann als auch Buchholz zeigten sich überzeugt, dass sich die gewählte Verkehrsführung im Baustellenbereich eindeutig bewährt hat. Dazu beigetragen haben insbesondere die weitgehende Aufrechterhaltung wichtiger Fahrbeziehungen und der vorhandenen Fahrstreifen mit komfortablen Breiten oder die Vorkehrungen für den Großraum- und Schwerlastverkehr – die im Verkehrsleit- und Informationskonzept festgeschrieben wurden.

Wie schon in den letzten Jahren wird es auch 2019 wieder einige Voll- und Teilsperrungen durch die Großbauprojekte auf den Autobahnen geben. Diese werden aber wie gewohnt weitgehend in den verkehrsärmeren Zeiten stattfinden.

„Nur durch die gute Zusammenarbeit aller Behörden und Projektverantwortlichen, unterstützt durch die frühzeitige und umfassende Kommunikation des gemeinsamen Verkehrskoordinators, sind wir in der Lage, die Belastungen und Einschränkungen der Verkehrsteilnehmer auf das nötigste Mindestmaß zu beschränken. Baustellenkoordinierung bleibt auch zukünftig ein wichtiges Thema und daher ist es erfreulich, dass im Haushalt eine Stelle eines technischen Koordinators vorgesehen ist, die es nun auszufüllen gilt“, so Buchholz.

„Auch wenn die Bauarbeiten gut vorankommen, sind derartige Projekte für alle Verkehrsteilnehmer und Anwohner selbstverständlich mit Beeinträchtigungen verbunden. Hamburg wird in den nächsten Jahren eine überdurchschnittliche infrastrukturelle Entwicklung erfahren und ist somit weiterhin auf eine gute Verkehrskoordination im Großraum Hamburg angewiesen“, so Westhagemann.

Pressekontakt

Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation

Christian Füldner
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