• 22. Februar 2018
  • 10:15
  • Schifffahrt

Auf Nummer sicher: Cyber Security ist ein Top-Thema auf der SMM

Mehr Transparenz, höhere Effizienz: Big Data ist in der Schifffahrt angekommen. Doch die zunehmende Vernetzung birgt auch Risiken. Wie sich maritime Unternehmen wirksam vor Cyberattacken schützen, erklären Experten auf der MS&D, der internationalen Konferenz für maritime Sicherheit und Verteidigung. Bedrohungen durch den Klimawandel und sicherheitspolitische Herausforderungen stehen ebenfalls auf der Agenda.
 
Laut Global Risk Report 2018 hat sich die Zahl der Cyberattacken auf Unternehmen in den letzten fünf Jahren nahezu verdoppelt. Auch die Schifffahrt blieb davon nicht verschont. Im vergangenen Jahr erwischte es Branchenprimus Maersk: Hacker legten große Teile des IT-Systems lahm. Zwischen 250 und 300 Millionen Dollar büßte die dänische Reederei dadurch ein. „Cyberkriminalität ist für alle Unternehmen weltweit die größte Bedrohung“, betont Ginni Rometty, Präsidentin und CEO des Technologiekonzerns IBM. Lloyd’s of London beziffert den möglichen Schaden einer „extremen“ Attacke auf bis zu 53 Milliarden Dollar.
Den Führungskräften in der Schifffahrt ist dieses Problem bewusst. Für 80 Prozent von ihnen ist Cyber Security ein „wichtiges“ oder gar „sehr wichtiges“ Thema. Das ist das Ergebnis des aktuellen SMM Maritime Industry Report (MIR). Doch wie wappnen sich Reeder am besten gegen die Bedrohung? Die internationale Konferenz für maritime Sicherheit und Verteidigung MS&D am 6. und 7. September 2018 in Hamburg liefert dazu Lösungen.
 
Konkrete Lösungen
Die hochkarätig besetzte Konferenz findet bereits zum zehnten Mal im Rahmen der maritimen Leitmesse SMM statt – und erstmals erstreckt sich das umfangreiche Programm über zwei Tage. „Damit unterstreichen wir die vitale Bedeutung dieser Zukunftsthemen für die Branche und setzen die Erfolgsgeschichte der MS&D konsequent fort“, sagt Bernd Aufderheide, Vorsitzender der Geschäftsführung Hamburg Messe und Congress. Auch dieses Mal werden zahlreiche international renommierte Experten in den Hamburger Messehallen ihre Ideen vorstellen, Informationen austauschen und kontrovers diskutieren. Anti-Viren-Systeme, Rund-um-die-Uhr-Schutz durch IT-Experten, wirksame Maßnahmen gegen Systemmanipulationen auch mit terroristischem Hintergrund: Ganz praktische Vorschläge zum Schutz der Datenintegrität kann Patrick Rossi liefern, der als Cyber Security Service Manager bei der Klassifikationsgesellschaft DNV GL maritime Unternehmen berät.
 
Patrick O’ Keeffe, Jurist beim NATO-Kompetenzzentrum COE CSW und Geschäftsführer des IT-Unternehmens AMC Solutions, wird auf der MS&D einen Überblick über neue Bedrohungen für Marineoperationen durch Cyberkriminalität geben.
 
Seine Position: „Zum nachhaltigen Schutz der Souveränität von Kriegsschiffen ist mehr nötig als eine herausragende IT-Lösung.“
 
Auswirkungen des Klimawandels
Geostrategische Folgen der globalen Erwärmung sind ein weiteres zentrales Themenfeld auf der MS&D. Neueste Forschungen der University of Colorado in Boulder zeigen, dass der Meeresspiegel bis 2100 an den Küsten im Durchschnitt um 65 Zentimeter höher liegen könnte als im Jahr 2005 – ein doppelt so hoher Anstieg wie bisher oft angenommen. Das ist vor allem für Häfen und Küstenbewohner ein gefährliches Szenario. Mit möglichen Krisen und Unruhen in den betroffenen Regionen beschäftigt sich Prof. Dr. Christian Webersik, stellvertretender Direktor des Centre for Integrated Emergency Management (CIEM) der Universität Agder in Norwegen. Die Folgen der Eisschmelze für das maritime Sicherheitsgefüge in der Arktis beleuchtet Dr. Patricia Schneider vom Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg.
 
Militärische Maßnahmen
Die maritime Sicherheitslage in Fernost ordnet Dr. Sarah Kirchberger, Leiterin der Abteilung Strategische Entwicklung Asien-Pazifik am Institut für Sicherheitspolitik der Universität Kiel (ISPK), in ihrem Vortrag über Chinas Rolle als aufstrebende Seemacht ein. Damit verbunden ist der Ausbau der chinesischen Marine, der Länder wie Japan, Indien und Indonesien dazu bewegt, ebenfalls massiv in ihre Seestreitkräfte zu investieren. Chinas Hegemonie, aber auch die brisante Lage um Nordkorea und die Konfrontation mit Russland sind Hintergrund der von Präsident Donald Trump angekündigten Erhöhung des US-Militärbudgets um gut 15 Prozent auf rund 686 Milliarden US-Dollar. Einer der Profiteure ist die US-Marine, deren Jahresbudget um mehr als fünf Milliarden Dollar steigt. Um das ambitionierte „355-Schiffe“-Ziel zu erreichen, soll die Flotte unter anderem um 16 Kreuzer und Zerstörer erweitert werden. Flüchtlingsströme, regionale Krisen, internationaler Terrorismus: Weltweit reagieren Marinestreitkräfte und Küstenwachen mit der Erneuerung und dem Ausbau ihrer Kapazitäten auf neue Bedrohungen – auch das ist ein Thema der MS&D, zu der erneut zahlreiche hochrangige Militärdelegationen erwartet werden.
 
Stimmiges Gesamtpaket
Die MS&D findet am 6. und 7. September 2018 in den Hamburger Messehallen statt. Medienkooperationspartner ist das angesehene Fachmagazin „Naval Forces“. Als Weltleitmesse der maritimen Wirtschaft bildet die SMM auch diesmal den idealen Rahmen für das Thema maritime Sicherheit und Verteidigung: Neben Werften, die sich
auf Marineschiffe spezialisiert haben, finden sich unter den Ausstellern zahlreiche Ausrüster und Dienstleiter, die ihre sicherheitsrelevanten Innovationen präsentieren –von der Piratenabwehr über den Schutz von Häfen bis zur Cybersicherheit. Einen besonderen Schwerpunkt bildet hier die Halle B8. Die „Security Route“ führt interessierte Besucher zielgerichtet zu den Ausstellern mit entsprechender Ausrichtung.
 
Über die SMM
Die Weltleitmesse der maritimen Wirtschaft findet alle zwei Jahre in Hamburg statt. Mehr als 2.200 Aussteller und rund 50.000 Besucher werden vom 4. bis 7. September 2018 in der Hansestadt erwartet. Die SMM deckt die gesamte Wertschöpfungskette der maritimen Wirtschaft ab, bringt Entscheider aus allen Teilen der Welt zusammen und ist die Plattform für Innovationen.

Pressekontakt

Hamburg Messe und Congress
Nora Ebbinghaus
Tel: +49 40 3569 2445
E-Mail: nora.ebbinghaus@hamburg-messe.de
 

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