• 26. August 2020
  • 08:40
  • Wirtschaft

Anzeichen für Erholung der Wirtschaft in Deutschland-Ost

Stefan Kunze, Leiter der Hafen Hamburg Marketing Repräsentanz in Dresden betreut die Marktregion Deutschland-Ost und berichtet von einer schrittweisen Erholung der Wirtschaft. Die Region umfasst alle neuen Bundesländer und Berlin, wo die Wirtschaft insbesondere von einer hochentwickelten Chemie-industrie sowie vom Maschinen- und Anlagenbau mit langjähriger Tradition und zahlreichen Produzenten im Automotive-Bereich geprägt ist. Dazu kommen land- und forstwirtschaftliche Produkte sowie Konsumgüter. Exportquoten zwischen 24,3 Prozent (Thüringen) und 31,4 Prozent (Sachsen) zeigen die Leistungsfähigkeit der Industrie Mitteldeutschlands auf den Weltmärkten.
 
Durch die Corona-Pandemie gab es vor allem Rückgänge im innereuropäischen Handel. Hier zeigte sich besonders die Anfälligkeit der Lieferketten, die durch Werksschließungen im In- und Ausland weitgehend unterbrochen waren. Besonders betroffen war dabei die Automobilindustrie. Mit der Wiederaufnahme der Produktion seit Mai wird eine Erholung in diesem Bereich erwartet. Allerdings findet in dieser Branche aktuell eine Umstellung auf Elektroantriebe statt, die zu strukturellen Veränderungen führen wird. So erfolgte im VW-Werk Zwickau der Umbau zu einer der leistungsfähigsten E-Auto-Fabriken Europas, die ersten Fahrzeuge des Modells ID.3 sind bereits vom Band gelaufen.
Schwer einschätzbar sind auch Auswirkungen auf die Werftindustrie an der Ostseeküste, die sich in den letzten Jahren auf den Bau hochwertiger Kreuzfahrtschiffe eingestellt hat.
 
Konjunkturumfragen in der Region zeigen eine optimistischere Einschätzung für das zweite Halbjahr, nachdem vorhergehende Ergebnisse eine stark pessimistische Einstellung belegten. Diese Markteinschätzung spiegelt sich in der Entwicklung der Umschlagszahlen in den Hinterlandterminals wider. Hier ist seit Juni eine Erholung zu verzeichnen und die Vorjahreszahlen im Hinterlandverkehr mit deutschen Seehäfen sind zum Teil bereits wieder erreicht. Dennoch wird die Lage insgesamt als schwer einschätzbar betrachtet. Positiv ist zu verzeichnen, dass sich alle Terminals und Containeroperateure in der Region Deutschland-Ost sehr schnell auf die Einschränkungen durch Corona eingestellt haben und einen reibungslosen Ablauf sicherstellen konnten.
 
Allerdings wird weiterhin bezweifelt, dass die Markteinbrüche von bis zu 40 Prozent im März/April im Laufe des Jahres 2020 noch kompensiert werden können. Die Erreichung der Vorjahreszahlen in der Gesamtwirtschaft wird eher für das Jahr 2021 eingeschätzt – immer vor dem Hintergrund der Gefahr einer zweiten Infektionswelle. In diesem Fall würden die Auswirkungen noch schwerer ausfallen.
 

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