21. Oktober 201416:24Wirtschaft

8. Nationaler IT-Gipfel in der Handelskammer Hamburg

Hamburg ist Deutschlands E-Commerce-Hauptstadt

Beim 8. Nationalen IT-Gipfel am 21.10. in der Handelskammer Hamburg diskutierte Bundeskanzlerin Angela Merkel mit zahlreichen Ministern aus Bund und Ländern und mit rund 800 hochrangigen Teilnehmern aus Wirtschaft und Wissenschaft über wegweisende Digitalstrategien für den Standort Deutschland.

„Die Entscheidung für Hamburg als Austragungsort des Nationalen IT-Gipfels ist auf jeden Fall richtig gewesen“, sagte Handelskammer-Präses Fritz Horst Melsheimer bei der Eröffnung des Gipfels. Schließlich sei Hamburg heute längst eine “digitale Kaufmannsstadt“. Beispielsweise generierten die 50.000 Beschäftigten in den rund 10.000 Hamburger IT-Unternehmen eine jährliche Bruttowertschöpfung von über 4,3 Milliarden Euro und seien damit ein Schwergewicht innerhalb der Hamburger Wirtschaft.

Außerdem, so der Präses der Handelskammer, liege Hamburgs Gründungsintensität in der IT bundesweit auf Platz 1: „Die Anzahl der IT-basierten Gewerbeanmeldungen liegt seit mehreren Jahren bei etwa 1.000 pro Jahr.“ Hinzu kämen Hamburgs Stärken bei den großen IT-Anwendern: „Mit einer Vielzahl wichtiger Player in diesem Segment hat sich Hamburg in den vergangen Jahren als deutsche E-Commerce-Hauptstadt etabliert.“

Beim Gipfel wurden unter dem Vorsitz von Ministern, Staatssekretären und Staatsräten und Vorständen Deutscher IT-Unternehmen in neun Arbeitsgruppen Konzepte und Maßnahmen entwickelt, um die Chancen der zunehmenden Digitalisierung für die Weiterentwicklung der deutschen Wirtschaft auszuschöpfen. Die Regionale Arbeitsgruppe Hamburg stand unter dem Motto „Content & Technology“. Dabei evaluierten Vertreter der Hamburger Medienpolitik und -verwaltung sowie Vertreter der führenden Hamburger Medien und Technologie-Unternehmen die Chancen, die sich aus dem Strukturwandel in den beiden Branchen ergeben.

Darüber hinaus präsentieren die vier Hamburger Unternehmen Pilot AG, dpa Infocom GmbH, CoreMedia AG und Hamburg Media School am Gipfeltag ein Exponat, das exemplarisch zeigt, wie Medienunternehmen zukünftig durch die Nutzung aktueller Technologien ihren Erlösströme am Markt erweitern können.

Quelle Handelskammer Hamburg


„Die Politik ist gefordert“

Auch Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz hat die Gäste des nationalen IT-Gipfels begrüßt. In seiner Eröffnungsrede unterstrich er die aktuellen Herausforderungen: „In atemberaubender Geschwindigkeit verändert die Digitalisierung gesellschaftlich eingeübte Informations- und Kommunikationsmuster und krempelt nebenbei ganze Märkte um.“

„Politik muss sich anstrengen, um mit dieser Dynamik Schritt zu halten“, sagte Scholz. „Das ist eine unserer vordringlichen Aufgaben. Denn es wird uns nur dann gelingen, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen, wenn wir ihr einen gesellschaftlichen und politischen Rahmen geben. Die Digitalisierung ist nichts, was der demokratische Souverän allein internationalen Konzernen überlassen dürfte. Sie ist etwas, das wir mit aller Kraft angehen müssen.“

Für Scholz ist klar: „Je stärker die Technologie in die Gesellschaft einrückt, desto intensiver müssen wir uns mit ihr auseinandersetzen.“ Ein für die Qualität einer Demokratie zentrales Thema sei „die Frage danach, wie der Einsatz von IT und digitalen Technologien das Medien- und Kreativschaffen verändert und welche neuen Geschäftsmodelle er ermöglicht. Der technologische Fortschritt darf nicht dazu führen, dass Inhalte und Produkte keine Erlöse mehr generieren, sondern nur noch die Technologie.“ Daher begrüße Scholz die breite Debatte, die die Bundesregierung mit der Digitalen Agenda angestoßen hat.

Laut dem Bürgermeister könnten als Ergebnis dieser Dialoge Regeln entstehen, für deren Einhaltung politische und rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen würden. „Sie müssen die notwendige Augenhöhe zwischen den deutschen Inhalte-Unternehmen und globalen, oftmals US-amerikanischen Plattformen ermöglichen.“

Dazu sei laut Scholz der demokratische Souverän, also die Bundesländer, gefordert. Und weiter: „Genauso wie er es in früheren Zeiten unter der Maxime der Vielfaltssicherung bereits gewesen ist. In der Verfassungsordnung der Bundesrepublik ist das eine Aufgabe der Länder. Wir werden sie angehen.“

Quelle: Senatskanzlei Hamburg

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