26. September 201611:01Wirtschaft

25 Jahre Fährverkehr zwischen Kiel und russischen Häfen – Häfen Kiel und Ust-Luga vereinbaren engere Zusammenarbeit

Der Kieler Hafen ist seit 25 Jahren im Fährverkehr mit russischen Häfen verbunden. Zur Feier dieses Jubiläums hatten der PORT OF KIEL, die Reederei DFDS und die auf Transporte zwischen West- und Osteuropa spezialisierte Firma CIS Cargo zu einem Hafenabend in St. Petersburg eingeladen. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde am 22. September eine Absichtserklärung von Dr. Dirk Claus, Geschäftsführer der SEEHAFEN KIEL GmbH & Co. KG, und Mikhail Talanenko, General Director des Sea Commercial Port of Ust-Luga, unterzeichnet, wonach der PORT OF KIEL und der Sea Commercial Port of Ust-Luga noch enger zusammenarbeiten wollen. Dirk Claus: „Die derzeitigen Handelsbeschränkungen zwischen der EU und Russland werden nicht ewig Bestand haben. Der Güteraustausch wird in Zukunft aufleben.“ Die Vereinbarung der Häfen sieht vor, den Warenaustausch zu fördern und gemeinsame Marketingaktivitäten durchzuführen. Darüber hinaus sollen Know-how zu Hafenentwicklung, Schiffsabfertigung und dem Ausbau von Hinterlandverkehren ausgetauscht werden.

Der Fährverkehr mit Russland wurde im Juli 1991 aufgenommen, als die „Anna Karenina“ der damaligen Baltic Line erstmals aus St. Petersburg kommend in Kiel festmachte. Dirk Claus: „Wir haben von Anfang an auch auf die Fährverkehre mit Osteuropa gesetzt. Kiel besitzt inzwischen eine lange Tradition in diesem Fahrtgebiet.“ Im Laufe der Jahre wurden neben St. Petersburg auch die Häfen Kaliningrad und Vyborg angelaufen. Zwischen Kiel und Ust-Luga besteht seit 2011 ein wöchentlicher Liniendienst der Reederei DFDS, der von diesem Jahr an im Rahmen einer  Slot-Charter-Vereinbarung mit Finnlines betrieben wird. Abfahrt vom Ostuferhafen ist samstags um 23.59 Uhr mit Ankunft in Ust-Luga montags um 19.00 Uhr. Befördert werden Lkw, Trailer, Container, Land- und Baumaschinen, Export-Pkw sowie Projektladungen. Annahmeschluss ist sechs Stunden vor Abfahrt des Schiffes. Dirk Claus: „Der Seeweg über die Ostsee ist gegenüber langlaufenden Lkw-Transporten wirtschaftlich und ökologisch vorteilhaft. Intermodale Transportketten über die Häfen Kiel und Ust-Luga haben Perspektive.“

In Kiel sind die Verkehre nach Russland und in die baltischen Staaten seit dem Jahr 2001 im Ostuferhafen, dem Fracht- und Logistikzentrum des Hafens, konzentriert. Täglich verbinden RoPax-Fähren der DFDS Kiel mit Klaipeda in Litauen. St. Petersburg und Ust-Luga werden im RoRo-Verkehr mit Russland wöchentlich angelaufen. Dirk Claus: „Die Linie Kiel – Ust-Luga bietet attraktive Transitzeiten und Ust-Luga ist der ideale Ausgangspunkt für Weiterverladungen ins russische Hinterland.“ Über Ust-Luga verschiffte Güter werden sowohl nach Moskau und ins westliche Russland als auch bis nach Kasachstan, Usbekistan sowie bis China und Afghanistan weitertransportiert. Partner ist hier auch die CIS Cargo Gruppe, die über langjährige Erfahrung im osteuropäischen Hinterlandtransport verfügt und Direktverträge u. a. mit der russischen Eisenbahn (RZD) und PUL Trans abgeschlossen hat. In Gegenrichtung werden aus Russland insbesondere Forstprodukte importiert und in Kiel umgeschlagen. Für die Lagerung von Schnittholz wurden im Ostuferhafen jüngst 12.000 m² zusätzliche Hallenfläche in Betrieb genommen.
 
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    Ulf Jahnke
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