31. August 201609:23Wirtschaft

20 Jahre Containerprüfanlage: Der Zoll Hamburg kann auf 20 erfolgreiche Jahre der Röntgenanlage zurückblicken

Eine der modernsten Containerröntgenanlagen der Welt steht direkt unter der Köhlbrandbrücke im Herzen des Hamburger Hafens. Seit nunmehr 20 Jahren werden Container aus aller Herren Länder durch die Röntgenanlage geleitet, um den Inhalt der sogenannten "Büchsen" zu überprüfen. Der Zoll verfügt damit über ein bedeutendes Hilfsmittel bei der Schmuggelbekämpfung und der Warenabfertigung und kann auf herausragende Sicherstellungen zurückblicken.

Baubeginn auf der 3.000 Quadratmeter großen Gebäudefläche, bestehend aus dem Durchleuchtungstunnel, einem Personal- und Bediengebäude sowie einer Packhalle, war im April 1994. Bereits im Sommer 1996 lief der Probebetrieb an, bis es dann am 30. August 1996 den offiziellen Startschuss gab.

Die Containerprüfanlage war seinerzeit die erste Zweistrahl-Durchleuchtungsanlage (Seitenansicht und Draufsicht) der Welt. "Es dauerte nicht lange bis zum ersten großen Rauschgiftfund. Schon zwei Monate später wurden 68 Kilogramm Kokain in zwei Oldtimern aus Südamerika gefunden", so Udo Storch, Pressesprecher des Hauptzollamts Hamburg-Hafen.

2009 erhielt die Anlage eine Modernisierung, sodass die Durchleuchtungsbilder noch klarer und selbst die kleinsten Details in den stahlummantelten Containern lokalisiert und erkannt werden können.

Insgesamt wurden in den vergangenen 20 Jahren mehr als 1,5 Milliarden unversteuerte Zigaretten, 2.700 Waffen und Munition, 38.000 Kilogramm Marihuana, 13.200 Kilogramm Haschisch und 4.600 Kilogramm Kokain sichergestellt.

Bedeutende Aufgriffe
  • Januar 1998: 13.000 Kilogramm Marihuana hinter einer Ladung Geschirr aus Panama
  • August 2008: 4.000 Kilogramm Haschisch in einer Tarnladung Jeans aus Pakistan (Wert: rund sechs Millionen Euro)
  • April 2010: 1.330 Kilogramm Kokain in einer Ladung Holzbriketts aus Paraguay (Straßenverkaufswert: rund 160 Millionen Euro)
  • Mai 2012: 225 Kilogramm Heroin in einer Ladung Lebensmittel aus der Türkei (Wert: rund sieben Millionen Euro)
  • Januar 2013: 30.000 Kilogramm Grundstoffe zur Betäubungsmittelherstellung (in drei Containern)
  • September 2013: 54.700 Flakons (5.500 Liter) gefälschter Parfüms aus China
Zusatzinformation
Das Inspektionssystem ist 58 Meter lang und 25 Meter breit. Es können Fahrzeuge bis zu 19 Meter Länge, 2,60 Meter Breite und 4,30 Meter Höhe durchleuchtet werden. Zudem ermöglichen Adaptersysteme auch eine Durchleuchtung von Kleinbussen und Personenkraftwagen. Das Herz der Anlage besteht aus zwei Linearbeschleunigern. In ihnen werden durch eine hochfrequente Verstärkereinheit Elektronen auf eine Energie von neun Megaelektronenvolt beschleunigt. Diese hohe Energie wird benötigt, um Container mit den Röntgenstrahlen vollständig zu durchdringen.