10. November 201615:55Hinterland

2. Deutsch-Finnischer Hafentag in Lübeck-Travemünde

Auf Einladung des finnischen Honorarkonsuls in Lübeck, Bernd Jorkisch, und der Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG) kamen anlässlich des 2. Deutsch-Finnischen Hafentages am gestrigen Abend im Travemünder Kreuzfahrtterminal hochrangige Vertreter aus Politik und Wirtschaft zusammen.

Der Einführung durch die Gastgeber Bernd Jorkisch und LHG-Geschäftsführer Sebastian Jürgens folgte ein Grußwort der finnischen Botschafterin Ritva Koukku-Ronde unter dem Motto „Finnland – Kompetenz im Ostseeraum“. Anschließend referierte Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer zum Thema „Mare Balticum – Wirtschaft mit Tradition und Perspektive“.

Die Prosperität im Ostseeraum trage entscheidend zu Wachstum und Wandel in Nordeuropa bei. Besonders den Handelspartnern Finnland und Deutschland komme eine bedeutende Rolle zu, betonte Jorkisch, Honorarkonsul der Republik Finnland, in seiner Rede. Er berief sich auf den Geist der Hanse und rief zu mehr Gemeinsamkeit in den Ostsee-Anrainerstaaten auf. „Wir wollen innerhalb Europas nicht zurückfallen zu einem Gegeneinander, sondern die vielfältigen Chancen nutzen, die sich uns bieten“, sagte er und erinnerte an den Fall des Eisernen Vorhangs vor genau 27 Jahren, der einen ungeahnten Aufschwung in der Ostseeregion zur Folge hatte.

Auch Wirtschaftsminister Meyer ging auf die Chancen ein, die der Wirtschaftsraum Ostsee biete. Die Ostsee-Anrainer seien sehr innovativ, das im Schiffsverkehr eingesetzte Know-how sei vorbildlich für andere Regionen der Welt, betonte der Minister. Besonders in der Kooperation mit Finnland sollte Schleswig-Holstein seine Ostseekompetenz weiter ausbauen, zum Beispiel bei den erneuerbaren Energien oder mit einer Vernetzung der Gründerszenen beider Länder. Auch die Wirtschaftsbeziehungen zu Russland thematisierte Meyer. Er freue sich über die positive wirtschaftliche Entwicklung im Ostseeraum nach 1989, die an die traditionellen Verbindungen der Hansezeit anknüpfe. „Heute stehen Sanktionen dazwischen“, so Meyer. „Umso wichtiger ist es, dass wir jetzt miteinander reden – mit einem Blick auf die Zeit nach den Sanktionen.“

Das Ende dieser Beschränkungen sehnen auch die Unternehmen in Russland und in der Europäischen Union herbei, stellten Hanno Stöcker vom Deutsch-Russischen Wirtschaftsverbund und Sergey Nikitin, Leiter der Repräsentanz der Handels- und Industriekammer der Russischen Föderation in Deutschland, mit Blick auf aktuelle Umfragen heraus. „In Deutschland sind rund 2.000 russische Unternehmen aktiv“, sagte Nikitin. „Das ist eine gute Ausgangsbasis.“ Ein Neuanfang der Beziehungen biete zudem Chancen zur Verbesserung. Nikitin: „Bisher stand der Handel im Vordergrund. Es fehlten aber tiefer gehende Projekte in der Zusammenarbeit. Da müssen wir hinkommen.“ Der gesunkene Kurs des Rubels biete deutschen und finnischen Investoren eine gute Grundlage für die Zukunft.

Die LHG ist bereits darauf eingestellt. Geschäftsführer Sebastian Jürgens kündigte an, dass die LHG im kommenden Jahr neben dem bereits bestehenden Büro in Russland auch in Finnland vertreten sein werde. „Nach dem ersten Hafentag vor einem Jahr habe ich viele positive Stimmen in Finnland zu unserem Format gehört. Dabei wurde immer wieder deutlich, dass die Finnen den Lübecker Hafen als Tor nach Zentraleuropa sehen. Diese Bedeutung wollen wir weiter stärken“, betonte Jürgens.

Lars Schöning, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Lübeck, begrüßte das Engagement von Ha­fenwirtschaft und Honorarkonsulat für die Ausweitung der Handelsbeziehungen im Ostsee­raum. „Lübeck ist und bleibt die Drehscheibe für den Handel und Güterumschlag zwischen Skandinavien, der Region St. Petersburg, dem Baltikum und Osteuropa. Unser gemeinsames Ziel muss es sein, den Logistikstandort Lübeck weiter zu stärken. Eine Erkenntnis des Hafen­tages ist, dass ein großes Potenzial bei den Partnern im Ostseeraum vorhanden ist. Das wol­len wir nutzen.“

Unter den rund 120 Gästen befanden sich neben dem Generalkonsul der Russischen Föderation in Hamburg, Ivan Khotulev, vor allem Vertreter der lokal ansässigen Reedereien und Spediteure sowie der Politik. Die Veranstaltung soll aufgrund der Bedeutung der deutsch-finnischen Wirtschaftsbeziehungen für den Standort Lübeck auch künftig jährlich stattfinden, kündigten Jorkisch und Jürgens an.
 
 

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