24. November 201410:59Wirtschaft

110 Millionen Tonnen Seegüterumschlag – Rekordvolumen für den Hamburger Hafen in den ersten neun Monaten

Mit einem Gesamtumschlag von rund 110 Millionen Tonnen erreicht der Hamburger Hafen in den ersten neun Monaten 2014 einen Umschlagrekord. Der Zuwachs, zu dem fast alle Umschlagsegmente ihren Anteil beitrugen, hat sich mit 5,7 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum überdurchschnittlich gut entwickelt. Der im Universalhafen Hamburg dominierende Containerumschlag erreicht mit einem Plus von 6,4 Prozent ebenfalls eine Rekordmarke von 7,4 Millionen TEU (20-Fuß-Standardcontainer). Hamburg wächst stärker als die Wettbewerbshäfen am europäischen Nordkontinent. Diese verzeichnen im Durchschnitt ein Wachstum im Gesamtumschlag von 1,9 Prozent und beim Containerumschlag von 4,0 Prozent. Demnach kann der Hamburger Hafen auch im Zeitraum Januar bis September im Containerverkehr seinen Marktanteil von 26,1 Prozent auf 26,7 Prozent ausbauen.

Zweistelliges Wachstum im Containerverkehr mit Asien und Afrika

„Hamburg profitiert besonders vom zweistelligen Wachstum im Containerverkehr mit Asien. Vor allem China, Hamburgs größter Handelspartner im Containerverkehr, trägt mit einem Wachstum von 12,8 Prozent für die enorme Schubkraft im seeseitigen Außenhandel von Deutschlands größtem Universalhafen bei. Im Containerverkehr mit China wurden in den ersten neun Monaten 2,3 Millionen TEU in Hamburg umgeschlagen. Im direkten Containerverkehr mit indischen Häfen erreicht Hamburg in den ersten drei Quartalen mit 176.000 TEU sogar ein Plus von 15,4 Prozent. Sehr erfreulich entwickelte sich in diesem Zeitraum auch der Containerverkehr mit Malaysia, der mit 203.000 TEU ein Plus von 10,2 Prozent verzeichnet. Auch der Containerverkehr mit Afrika entwickelt sich mit einem Plus von 28,2 Prozent sehr gut. Hier sind es vor allem die Containerverkehre mit Nord- und Südafrika, die für starkes Wachstum sorgen“, erläutert Axel Mattern, Vorstand Hafen Hamburg Marketing e.V. (HHM).

Positive Entwicklung in der Ostseeregion

Von besonderer Bedeutung für den Hamburger Hafen sind die Containerverkehre mit der Ostseeregion: 1,8 Millionen TEU wurden in den ersten neun Monaten auf dieser Relation mit Feederschiffen transportiert. Das entspricht einem Plus von 2,8 Prozent. Im Containerverkehr mit polnischen Häfen wurden per Feeder 300.000 TEU (+ 29,2 Prozent) transportiert. „Mit der unverändert starken Zunahme der Feederverkehre zwischen Hamburg und den polnischen Häfen wird deutlich, dass neben Hamburgs gut ausgebauten Landverkehren per Eisenbahn und Lkw der seeseitige Containertransport zur Versorgung des polnischen Marktes weiter an Bedeutung gewinnt und nicht durch vereinzelte Direktdienste in die Ostsee zu ersetzen ist“, sagt Ingo Egloff, Vorstand Hafen Hamburg Marketing e.V. Der Containerverkehr zwischen Hamburg und russischen Häfen erreicht in den ersten neun Monaten ein Umschlagvolumen von rund 504.000 TEU und bleibt damit 5,7 Prozent unter dem vergleichbaren Vorjahresergebnis. „Russland ist nach China unverändert im Containerverkehr auf Rang zwei der Handelspartner des Hamburger Hafens. Für die ersten neun Monate des Jahres ist festzustellen, dass vor allem durch den schwachen Rubel über den Hamburger Hafen mehr beladene Importcontainer aus Russland (120.000 TEU, + 21,9 Prozent) und weniger Exportcontainer nach Russland (296.000 TEU, - 4 Prozent) verladen wurden. Die Zahl der beladenen Container stieg in den ersten drei Quartalen auf 416.000 TEU (+ 2,3 Prozent). Mit wöchentlich mehr als 160 Feederverbindungen, davon 32 in russische Häfen, baut Hamburg für die Ostseeregion seine Funktion als die zentrale Drehscheibe im Containerverkehr weiter aus“, erläutert Ingo Egloff, Vorstand Hafen Hamburg Marketing e.V.

Anzahl besonders großer Containerschiffe in Hamburg steigt weiter an

Von Januar bis September wurde Hamburg von 374 besonders großen Containerschiffen (Ultra Large Container Ships) mit Stellplatzkapazitäten von 10.000 TEU und mehr angelaufen. Die Zahl der Schiffsanläufe dieser Größenklasse nahm zum vergleichbaren Vorjahreszeitraum mit 302 Anläufen um nahezu ein Viertel (+ 23,8 Prozent) zu und macht deutlich, dass die Fahrrinnenanpassung von Unter- und Außenelbe dringend für den Hafen und die Schifffahrt realisiert werden muss. Für 2015 sind bereits erste Anmeldungen für den Anlauf von zehn Großcontainerschiffen mit einer Schiffslänge von mehr als 400 Meter in Hamburg registriert. „Der Hamburger Hafen ist weiter auf Erfolgskurs. Das macht gleichzeitig die Dringlichkeit der Fahrrinnenanpassung deutlich. Ich möchte heute an alle, denen der Hamburger Hafen am Herzen liegt, appellieren, nach außen hin – gerade auch gegenüber den internationalen Geschäftspartnern und Hafenkunden – deutlich zu machen, dass das Projekt zwar noch nicht realisiert werden kann, jedoch auf klarerem Zielkurs ist, als es jemals war“, betont Hamburg's Wirtschaftssenator Frank Horch.

Mehr Stückgut und Massengut in den ersten drei Quartalen umgeschlagen

Mit 78,3 Millionen Tonnen sorgt vor allem der Stückgutumschlag in den ersten neun Monaten für ein sehr starkes Plus von 7,9 Prozent. Das insgesamt überdurchschnittlich gute Ergebnis beim Containerumschlag ist auf einen starken Export mit insgesamt 3,6 Millionen TEU (+ 6,6 Prozent) und einen ebenfalls sehr starken Import mit 3,8 Millionen TEU (+ 6,2 Prozent) zurückzuführen. Der Umschlag leerer Container liegt mit 0,9 Millionen TEU leicht über dem Vorjahresniveau. Der Umschlag im Segment konventionelles Stückgut zeigt mit 1,44 Millionen Tonnen (+ 1,1 Prozent) in den ersten neun Monaten ebenfalls eine positive Entwicklung. Hier sind es vor allem die Exporte von Stahl, Eisen, Papier und Holz, die einen Zuwachs im Umschlag der Hamburger Multipurpose-Terminals brachten. Im Bereich Massengut ist mit 31,6 Millionen Tonnen ein Wachstum von 0,7 Prozent zu verzeichnen. Besonders positiv wurde dieses Ergebnis von einem weiterhin starken Export und Import von Getreide geprägt. Zu verringerten Umschlagmengen führte der deutliche Rückgang von rund 600.000 Tonnen bei den Rohölimporten (- 29,2 Prozent), die in erster Linie im Zusammenhang mit den Umstrukturierungen einer in Hamburg ansässigen Raffinerie zu sehen sind.

Die Rekordmarke von 144 Millionen Tonnen kann am Ende des Jahres erreicht werden

„2014 war in vielerlei Hinsicht ein Rekordjahr für den Hamburger Hafen. Für uns ist das Bestätigung und Ansporn zugleich, dass wir mit unseren intelligenten Lösungen auf dem richtigen Weg sind und den Hafen auch zukünftig auf Erfolgskurs halten“, sagt Jens Meier, Vorsitzender der Geschäftsführung der HPA. Für das Gesamtjahr 2014 prognostiziert HHM-Vorstand Axel Mattern: „Wir können 2014 im Seegüterumschlag ein Plus von 3,6 Prozent und im Containerumschlag zwischen 3,8 und 5,1 Prozent erreichen, wenn alles gut läuft.“ Voraussetzung dafür sind ein weiteres Wachstum im Containerverkehr mit China und nicht weiter ausgedehnte Einschränkungen im russischen Außenhandel durch Sanktionen. Somit wäre für den Hamburger Hafen ein Ergebnis beim Gesamtumschlag von rund 144 Millionen Tonnen und beim Containerumschlag von etwa 9,7 Millionen TEU möglich. Damit wäre die letztmals 2008 erreichte Rekordmarke von 140 Millionen Tonnen im Seegüterumschlag übertroffen.

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